Parkinson ist eine der schnell am meisten wachsenden neurologischen Erkrankungen weltweit. Sie gehört daher zu den wichtigen Themen der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie (ÖGN). Am 11. April, dem Geburtstag von James Parkinson, der die Krankheit zuerst beschrieben hat, findet der Welt-Parkinson-Tag statt. Dieser Tag soll die Öffentlichkeit auf Parkinson und ähnliche Krankheiten aufmerksam machen. Da immer mehr Menschen an Parkinson erkranken, setzt sich die Österreichische Parkinson-Gesellschaft (ÖPG) für präventive Maßnahmen ein. Dazu gehört vor allem, schädliche Umwelt- und Lebensstilfaktoren zu reduzieren, sich gesund zu ernähren und mehr Sport zu treiben. Solche Maßnahmen können helfen, das Risiko, an Parkinson zu erkranken, zu senken.
Parkinson ist eine chronische (langfristige) Krankheit mit vielen verschiedenen Symptomen. Oft wird ihre Bedeutung für die Betroffenen und die Gesellschaft unterschätzt. In Österreich leben derzeit ungefähr 25.000 bis 30.000 Menschen mit Parkinson. „Für das Gesundheitssystem bedeutet die steigende Zahl der Parkinson-Erkrankungen eine enorme Herausforderung“
, erklärt Prim. Univ.-Prof. Dr. Jörg Weber, Präsident der ÖGN.
Parkinson entsteht durch den fortschreitenden Verlust von Nervenzellen, die Dopamin produzieren, im Bereich des Gehirns, der Substantia nigra. Dabei spielen sowohl genetische Veranlagungen als auch Umweltfaktoren eine Rolle. Männer sind mindestens eineinhalbmal häufiger betroffen als Frauen und haben eine höhere Sterberate. Außerdem zeigen Frauen oft andere Symptome als Männer. Deshalb ist es wichtig, individuelle Therapien zu entwickeln, bei denen die Patient:innen aktiv in Entscheidungen eingebunden werden. Neuere Empfehlungen empfehlen auch, gerätegestützte Therapien wie Pumpensysteme früher im Krankheitsverlauf einzusetzen.
Zur besseren Erforschung und Versorgung von Parkinsonpatient:innen gibt es seit Oktober 2025 in Österreich das Parkinson-Register ÖPAR, das von der ÖPG geführt wird. Dieses Register sammelt anonym medizinische und soziale Daten und unterstützt dadurch Forschung und Therapieentwicklung. „Mit einer solchen soliden Datenbasis können wir Parkinson in Österreich langfristig besser verstehen und die Versorgung nachhaltig verbessern“, sagt Priv.-Doz.in Dr.in Regina Katzenschlager, Präsidentin der ÖPG. Patient:innen können sich freiwillig am Register beteiligen, um so „einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Parkinson-Versorgung in Österreich zu leisten“, ergänzt Univ.-Prof. Dr. Klaus Seppi.
Eine große jährliche Informationsveranstaltung für Betroffene, Angehörige und Interessierte wird 2026 in Linz stattfinden. Sie wird mit der regionalen Selbsthilfegruppe organisiert und bietet neben Fachvorträgen auch Raum für persönliche Gespräche und Austausch.
„Für Betroffene ist Parkinson nicht nur eine medizinische, sondern auch eine soziale und emotionale Herausforderung. Neben dem Wissen über Therapien sind Austausch und gegenseitige Unterstützung enorm wichtig. Veranstaltungen wie diese zeigen, dass man mit Parkinson nicht allein ist – und dass es viele Möglichkeiten gibt, den Alltag zu gestalten
“, betonen Priv.-Doz.in Dr.in Regina Katzenschlager, Univ.-Prof. Dr. Gerhard Ransmayr (ÖPG) und Dr.in Michaela Steffelbauer, Präsidentin der Parkinson-Selbsthilfe Oberösterreich.
Parkinson verstehen: Symptome, Diagnose und frühe Warnzeichen
Parkinson entsteht durch den allmählichen Verlust von Dopaminproduzierenden Nervenzellen im Gehirn. Dabei sind nicht nur motorische Punkte wichtig, sondern auch frühe nicht-motorische Symptome, die oft Jahre vor der Diagnose auftreten können. Dazu gehören Schlafstörungen, Verstopfung und die REM-Schlaf-Verhaltensstörung, bei der Betroffene im Traum sprechen, rufen oder sich bewegen. Später können auch psychische Probleme wie Angst, Depression oder Gedächtnisstörungen dazukommen. Eine genaue Diagnose ist deshalb sehr wichtig.
Parkinson bei Männern und Frauen: Warum die Unterschiede wichtig sind
Männer erkranken häufiger an Parkinson als Frauen. Die Gründe dafür sind nicht ganz klar, aber Sexualhormone, genetische Faktoren und Umweltfaktoren spielen eine Rolle. Männer sind oft eher schädlichen Stoffen wie Feinstaub, Schwermetallen oder Pestiziden ausgesetzt. Viele dieser Chemikalien sind heute in der EU jedoch streng reglementiert oder verboten. Auch unterschiedliche Ernährungs- und Vorsorgegewohnheiten können Einfluss haben.
Krankheitsverlauf und Symptome unterscheiden sich zudem bei den Geschlechtern. Frauen leiden mehr unter nicht-motorischen Symptomen und bestimmten Bewegungsstörungen. Psychische Erkrankungen wie Depression oder Angst sind bei Frauen häufiger, Männer dagegen zeigen öfter Apathie oder Demenz.
Diese Unterschiede machen deutlich, wie wichtig es ist, jede Patient:in individuell zu behandeln und dabei Alter, Geschlecht und Lebensumstände zu berücksichtigen.
„Parkinson ist keine uniforme Erkrankung – weder im klinischen Verlauf noch in den Bedürfnissen der Betroffenen“, sagt Univ.-Prof. Dr. Raimund Helbok aus Linz. „Geschlechtsspezifische Unterschiede, moderne Therapieverfahren und die aktive Einbindung der Betroffenen in Form einer partizipativen Therapie müssen konsequent berücksichtigt werden. Gemeinsame Therapieentscheidungen sind ein wesentlicher Schlüssel für eine bessere Lebensqualität.“
Neue Therapieoptionen – Behandlung von Anfang an
Nach der Diagnose ist die medikamentöse Therapie sehr wichtig. Sie kann die meisten Symptome deutlich verbessern. Zu Beginn wirkt die Behandlung oft gut und ermöglicht ein normales Leben. Später kann es jedoch zu Schwankungen in der Wirksamkeit kommen. Es gibt viele verschiedene Medikamente, die unterschiedlich verabreicht werden – zum Beispiel als Tabletten, Pflaster, Mundspray oder Inhalation.
Ein neues Medikament ist inhalatives L-Dopa, das über die Lunge wirkt und bei plötzlichen Symptomen helfen kann. Auch andere Medikamente, die schnell wirken und nicht über den Magen gehen, wie Apomorphin, werden immer häufiger eingesetzt. So können Wirkungsschwankungen oft lange gut kontrolliert und die Lebensqualität verbessert werden.
Gerätegestützte Therapien bei fortgeschrittenem Parkinson
„Bestehen trotz guter medikamentöser Behandlung starke Schwankungen oder Bewegungsstörungen, sollten gerätegestützte Therapien früh eingesetzt werden“, sagt Prof. Helbok. Dazu gehören tragbare Pumpen, die Medikamente konstant abgeben, oder die direkte Medikamentengabe in den Dünndarm. Diese Methoden können die Lebensqualität deutlich erhöhen, sind aber nicht für alle Patienten geeignet.
Fachzentren für spezielle Behandlungen
In Österreich gibt es spezielle Zentren, die auch fortgeschrittene Verfahren anbieten, wie die Tiefe Hirnstimulation (THS) oder in besonderen Fällen eine Ultraschalltherapie. Welche Therapie geeignet ist, hängt vom Alter, der geistigen Verfassung und anderen Faktoren ab. Die Entscheidungen werden immer gemeinsam mit den Betroffenen und ihren Angehörigen getroffen.
Mehr als Medikamente: Bewegung, Therapie und psychische Gesundheit
Wichtig für die Behandlung sind auch nicht-medikamentöse Maßnahmen. Tägliche Bewegung hilft nachweislich. Zusätzlich können Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und psychologische Unterstützung den Alltag erleichtern. Selbsthilfegruppen bieten Betroffenen und Angehörigen wertvollen Austausch und Unterstützung.
Informationsveranstaltung zum Welt-Parkinson-Tag
Die jährliche große Veranstaltung der ÖPG, die normalerweise in verschiedenen Regionen stattfindet, wird 2026 in Linz organisiert. Dort gibt es Fachvorträge, aber auch viel Gelegenheit für Gespräche und Austausch zwischen Betroffenen und Expert:innen.
Datum: 10.04.2026, 11:00 Uhr – 15:00 Uhr
Ort: Festsaal Neues Rathaus
Hauptstraße 1-5
4041 Linz
Art: Vorträge und Diskussionen
Mehr Informationen: www.parkinson.at
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