ME/CFS-Protest vor Wiener Parlament: Forderung nach besserer Patientenversorgung und gegen willkürliche Gutachten

Am 17. März 2026 versammelten sich über tausend Betroffene der Autoimmunerkrankung ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom) vor dem Parlament in Wien, um auf ihre schwierige Situation aufmerksam zu machen. Sie forderten eine bessere medizinische Versorgung und kritisierten die aktuelle Handhabung von Gutachten, die maßgeblich über Pflegegeld und soziale Unterstützung entscheiden.

ME/CFS ist eine komplexe, chronische Erkrankung, die durch anhaltende fatigue – eine extreme Erschöpfung, die durch Ruhe nicht besser wird – sowie vielfältige neurologische und immunologische Symptome gekennzeichnet ist. Die Symptome beeinträchtigen die Lebensqualität der Betroffenen erheblich, oft bis hin zur völligen Bettlägerigkeit.

Die Demonstranten bezeichneten die aktuell verwendeten Gutachten als willkürlich und beklagten, dass viele Betroffene trotz schwerer Beeinträchtigungen keine Anerkennung oder finanzielle Unterstützung erhalten. Die Rede war von einem dunklen Kammerl, in das Menschen verbannt werden – eine Metapher für das Gefühl von Isolation und mangelnder Sichtbarkeit in der Gesellschaft sowie innerhalb des Gesundheitssystems.

Medizinisch gilt ME/CFS als Herausforderung, da es keine eindeutigen Biomarker gibt und die Diagnose vor allem auf klinischen Kriterien basieren muss. In Österreich und vielen Ländern sind Betroffene häufig mit Vorurteilen konfrontiert oder werden fälschlich als psychisch krank eingestuft. Dies erschwert die umfassende Versorgung und den Zugang zu Pflegeleistungen erheblich.

Die Protestierenden fordern eine bessere Anerkennung der Krankheit auf politischer Ebene, mehr Forschung und die Einführung standardisierter Diagnostik- und Unterstützungsmaßnahmen. Nur so könne das Gesundheitssystem den komplexen Bedürfnissen der Patienten gerecht werden und ihnen ein würdiges Leben ermöglichen.

Der Protest vor dem Wiener Parlament zeigt, wie wichtig es ist, chronische Erkrankungen wie ME/CFS in der öffentlichen Diskussion nicht zu vergessen und Patientenrechte zu stärken.

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