Veggie-Wurst im AK-Test: Ein Drittel am Haltbarkeitsende minderwertig

Von vegetarisch bis vegan – die AK Oberösterreich hat neun Veggie-Aufschnitte genau untersucht. Diese Produkte haben oft weniger Fett und weniger gesättigte Fettsäuren als normale Wurst. Allerdings enthalten viele davon viel Salz und verschiedene Zusatzstoffe. Ein Drittel der getesteten Produkte war zum Ende des Mindesthaltbarkeitsdatums nicht mehr ganz frisch.

Im Test waren sieben vegane Produkte, also komplett ohne tierische Zutaten, und zwei vegetarische Produkte. Eines davon enthält Hühnerei-Eiweiß und auch Milcheiweiß. Die Produkte schmecken ähnlich wie bekannte Wurstsorten, zum Beispiel Extra- oder Pikantwurst oder Mortadella. Die Preise liegen zwischen 0,87 und 3,11 Euro pro 100 Gramm.

Qualität kurz vor dem Ablauf: Ein Drittel war nicht mehr gut
Alle Aufschnitte wurden am letzten Tag vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums im Labor geprüft:

  • Fünf Produkte waren noch von sehr guter Qualität.
  • Ein Aufschnitt hatte eine leicht klebrige Schnittfläche, wurde aber insgesamt als in Ordnung bewertet.
  • Bei drei Produkten zeigte sich eine schlechtere Qualität. Die hohen Keimzahlen weisen auf mikrobiellen Verderb hin. Sensorisch fielen sie durch einen sauren Geruch und Geschmack auf. Allerdings wurden keine krankheitserregenden Keime gefunden. Diese drei Wurstalternativen wurden daher als „wertgemindert“ eingestuft.

Wichtig: Vor Ablauf prüfen und schnell aufessen
Der Test zeigt: Auch wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum noch nicht erreicht ist, sollte man vor dem Essen selbst riechen und schmecken. Ein saurer Geruch oder Geschmack deutet darauf hin, dass die Ware nicht mehr frisch ist. Nach dem Öffnen sollte man die Aufschnitte deshalb möglichst schnell verbrauchen.

Veggie-Würste im Nährwert-Test
Vegane und vegetarische Wurstprodukte aus Erbsen- oder Sonnenblumenprotein werden immer beliebter. Sie enthalten oft ähnliche Mengen Salz wie normale Wurst, sind also nicht automatisch gesünder. Positiv ist, dass sie meist weniger Fett, besonders weniger ungesundes, gesättigtes Fett, haben und dadurch auch weniger Kalorien.

Auch der Eiweißgehalt ist wichtig: Nicht alle Veggie-Würste haben viel Eiweiß. Ein Produkt gilt als gute Proteinquelle, wenn mindestens 12 % der Energie daraus stammt. Sechs der getesteten Produkte erfüllen das. Ein Wurstaufschnitt liefert sogar über 20 % Energie aus Eiweiß und darf so mit „hohem Proteingehalt“ werben. Wer auf seine Proteinzufuhr achtet, sollte also genau auf die Nährwertangaben schauen.

Viele Zusatzstoffe und stark verarbeitet
Vegetarische und vegane Aufschnitte wollen in Geschmack, Aussehen und Konsistenz Fleisch ähneln. Deshalb haben sie oft lange Zutatenlisten.

  • Acht Produkte enthalten Verdickungsmittel oder Stabilisatoren.
  • Zwei Produkte enthalten Farbstoffe.
  • Zwei haben Säureregulatoren.
  • Zwei enthalten Konservierungs- oder Festigungsmittel.
  • Fünf Produkte haben Antioxidationsmittel.
  • Ein Produkt enthält Geschmacksverstärker.

Einzige Ausnahme ist die vegane Mortadella von Billie Green, die keine Zusatzstoffe enthält.

Außerdem haben sieben Produkte Aromastoffe. Zwei davon enthalten Raucharoma, das bald in der EU verboten wird, weil es gesundheitsschädliche Stoffe enthalten kann.

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