Lebensmittelhandel lobt Fairness-Büro und betont heimische Qualität

Der Fachverband Lebensmittelhandel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) freut sich über den neuen Fairness-Bericht 2025. Er bedankt sich besonders beim Fairness-Büro für die sachliche und lösungsorientierte Arbeit. Der Bericht zeigt, dass Österreich ein gutes System hat, um Probleme in der Lebensmittelkette früh zu erkennen und durch Vermittlung zu lösen. Im Berichtsjahr gab es 255 direkte Beschwerden, 220 allgemeine Anfragen und 65 strukturierte Mediationsprozesse – das ist wenig im Vergleich zur großen Anzahl von Geschäften, die täglich stattfinden. Wichtig ist auch, dass keine Beschwerde an die Bundeswettbewerbsbehörde weitergeleitet werden musste.

„Wir sehen im Fairness-Büro einen wichtigen Brückenbauer entlang der gesamten Lebensmittelkette. Gerade in einem sensiblen Marktumfeld sind Vertrauen, Gesprächsbereitschaft und eine saubere rechtliche Einordnung der richtige Weg. Dafür gilt dem Team des Fairness-Büros unser ausdrücklicher Dank“, erklärt Christian Prauchner, Obmann des Fachverbands Lebensmittelhandel in der WKÖ. Die Aufgabe des Fairness-Büros ist es, die Zusammenarbeit zwischen Bauern, Produzenten, Händlern und anderen Beteiligten fair und transparent zu gestalten.

Der Lebensmittelhandel ist überzeugt: Die heimische Landwirtschaft und die hochwertigen Lebensmittel aus Österreich sind sehr wichtig und verdienen großen Respekt. Heimische Qualität ist kein leeres Wort, sondern die Basis für das Vertrauen der Kundinnen und Kunden. Österreich gehört bei Bio-Lebensmitteln in der Landwirtschaft und im Handel zu den führenden Ländern in Europa. „Der heimische Handel gibt ein klares Bekenntnis zu österreichischer Qualität ab. Unsere Lebensmittel gehören zu den besten der Welt. Gerade unsere Bio-Eigenmarken haben wesentlich dazu beigetragen, Bio aus der Nische in die Breite zu tragen. Der Handel war und ist eine starke Stütze der heimischen Landwirtschaft“, so Prauchner.

Außerdem muss man verstehen, dass gute Qualität auch ihren Preis hat. Laut Statistik Austria geben die Haushalte in Österreich nur etwa 11,6 Prozent ihres Geldes für Ernährung und alkoholfreie Getränke aus. Gleichzeitig sind die Lebenshaltungskosten in den letzten Jahren stark gestiegen, wodurch die Menschen besonders auf die Preise achten müssen. „Gerade deshalb braucht es eine ehrliche Debatte über den Wert von Lebensmitteln. Wer Regionalität, Qualität, Bio, Tierwohl und Versorgungssicherheit will, muss Lebensmitteln auch den Wert beimessen, den sie verdienen. Hochwertige heimische Produkte dürfen nicht dauerhaft nur unter dem Blickwinkel des niedrigsten Preises betrachtet werden“, betont Prauchner.

In der öffentlichen Diskussion wird der Lebensmittelhandel oft falsch dargestellt. Umsatzzahlen allein sagen wenig aus, wenn man nicht auch die Versorgung aller Regionen, die Zahl der Geschäfte und die rund 140.000 Beschäftigten in Österreich berücksichtigt. Viele selbstständige Händler hatten in der Inflationszeit große Schwierigkeiten.

Für den Fachverband zeigt der Fairness-Bericht in einer schwierigen Marktlage auch etwas Positives: Der Handel verhält sich fair. Gibt es Konflikte, müssen diese ernst genommen und gelöst werden. Darum ist das Fairness-Büro sehr wichtig. „Deshalb braucht es eine Abrüstung der Worte und mehr Wertschätzung für alle, die tagtäglich Lebensmittel erzeugen, verarbeiten und zu den Menschen bringen. Entscheidend ist, die Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette weiter zu stärken und die Versorgung mit heimischen Qualitätsprodukten langfristig abzusichern“, so Prauchner.

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