Ab sofort gibt es für alle landwirtschaftlichen Betriebe in Österreich ein neues, kostenloses digitales Werkzeug: die SatGrass App, entwickelt von der HBLFA Raumberg-Gumpenstein. Diese App hilft, das Grünland einfach und genau zu verwalten – direkt am Smartphone oder Computer.
Projektleiter Dr. Andreas Schaumberger und DI Andreas Klingler erklären: „Mit SatGrass ist es gelungen, ein wissenschaftliches Forschungsprojekt in ein praxisnahes digitales Werkzeug für die österreichische Landwirtschaft zu überführen. Was als Idee begann, mit Satelliten das Wachstum auf Mähwiesen zu beobachten, hat sich in den vergangenen Jahren zu einem leistungsfähigen Modell entwickelt, mit dem die Schätzung von Ertrag und Futterqualität in Echtzeit möglich wird“.
Schneiden Sie zum richtigen Zeitpunkt – schnell und einfach
Die App unterstützt Bäuerinnen und Bauern dabei, den besten Zeitpunkt für die Mahd festzulegen. Außerdem ermöglicht sie eine bessere Einschätzung von Ertrag und Qualität des Futters. Mit nur wenigen Klicks bekommt man Empfehlungen, die auf echten Wetterdaten und Wachstumsprognosen basieren. So kann man Kosten sparen und umweltfreundlicher arbeiten.
Die SatGrass App wurde erstmals auf der Eventreihe „Digitale Innovationen für Grünland- und Viehwirtschaft“ vorgestellt, zusammen mit 14 weiteren neuen digitalen Werkzeugen. Ab 2026 wird die App für alle landwirtschaftlichen Betriebe in Österreich kostenlos sein. Dieses Projekt zeigt, wie aus öffentlicher Forschung eine praktische Lösung für die Landwirtschaft entsteht.
Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig sagt: „Digitale Innovationen sind ein zentraler Baustein für die Wettbewerbsfähigkeit unserer bäuerlichen Familienbetriebe. Mit der neuen SatGrass-App können Bäuerinnen und Bauern die Futterqualität verbessern und gleichzeitig höhere Erträge erzielen, indem sie den optimalen Schnittzeitpunkt für die Ernte berechnet bekommen. Das ist Digitalisierung, die direkt am Bauernhof ankommt, die Arbeit erleichtert und Ressourcen schont.“
Daten aus dem Weltraum unterstützen die App
Die App nutzt hochauflösende Satellitendaten von den Sentinel-Satelliten aus dem europäischen Weltraumprogramm. Dazu kommen Wetterdaten und Informationen von über 180 Grünlandflächen, die über Jahre in wichtigen Klimazonen Österreichs untersucht wurden. Die Entwicklung erfolgte in Zusammenarbeit mit Bauern, Schulen, Forschungspartnern und der Europäischen Weltraumagentur (ESA).
Dr. Nicolaus Hanowski, Leiter der ESA-Satellitenmission, erklärt: „Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) ist am österreichischen Anwendungsprojekt SatGrass beteiligt, um Landwirt:innen und öffentlichen Stellen einen Zugang zu zeitnahen und verlässlichen Informationen über den Zustand von Grünland zu ermöglichen. Die Beteiligung der ESA stellt damit sicher, dass der Dienst auf robusten Erdbeobachtungsdaten basiert und konsistente, transparente sowie für den operationellen Einsatz geeignete Informationen liefert. Die Zusammenarbeit unterstreicht das Engagement der ESA, Weltraumdaten für Menschen vor Ort und für öffentliche Dienste in ganz Europa nutzbar zu machen – das SatGrass Projekt von Raumberg-Gumpenstein ist ein Erfolgsbeispiel dazu“.
Starke Forschung sichert die Zukunft
Wichtig sind Forschungseinrichtungen wie die HBLFA Raumberg-Gumpenstein, die eng mit der Praxis zusammenarbeiten. Durch diese Kooperation entstehen Technologien, die genau auf die Bedürfnisse der Bauern abgestimmt sind.
Direktor Dr. Johann Gasteiner und Forschungsleiter Priv.-Doz. Dr. Andreas Steinwidder sagen: „Als Forschungs- und Bildungseinrichtung sehen wir unsere Aufgabe nicht nur darin, Technologien zu entwickeln, sondern diese gemeinsam mit Praxis, Beratung und Politik nutzbar zu machen. Die Veranstaltung ‚Digitale Innovationen für Grünland- und Viehwirtschaft‘ zeigt eindrucksvoll, wie Satellitentechnik, Sensorik und Künstliche Intelligenz die Landwirtschaft unterstützen können – und wie aus öffentlicher Forschung konkreter Mehrwert für Betriebe, Umwelt und Gesellschaft entsteht“.
Die Landwirtschaftskammer unterstützt den Wandel
Andreas Steinegger, Präsident der Landwirtschaftskammer Steiermark, sagt: „Wir bieten herstellerneutrale Beratung und stärken die Digitalkompetenz der Bäuerinnen und Bauern durch gezielte Bildungsangebote. Gemeinsam mit Forschung und Praxis entwickeln wir innovative Lösungen weiter, zum Beispiel in der Innovation Farm oder mit unserer KI-Strategie. Es ist wichtig, dass digitale Technologien direkt in den Betrieben erprobt und nutzbar gemacht werden.“
Das Bundesministerium sorgt außerdem dafür, dass alle Landwirte, egal wie groß ihr Betrieb ist oder wo sie arbeiten, leicht Zugang zu digitalen Lösungen bekommen. Es gibt Beratungen, Schulungen und praktische Beispiele, die sowohl Einsteigern als auch erfahrenen Landwirten helfen. So wird die Digitalisierung zu einem Gewinn für alle Bauern in Österreich.
Noch einmal betont Minister Totschnig: „Digitalisierung darf kein Selbstzweck sein. Unser Ziel ist es, den Bäuerinnen und Bauern die richtigen digitalen Werkzeuge zu geben, um ihre Betriebe zukunftsfit weiterzuentwickeln. Dabei müssen wir alle Betriebszweige und Bundesländer mitnehmen. Entscheidend ist auch die Leistbarkeit – digitale Lösungen müssen für kleine und mittlere Betriebe zugänglich sein.“
Gerade das Grünland ist sehr wichtig für Österreich: Es macht mit 1,34 Millionen Hektar fast die Hälfte der landwirtschaftlichen Nutzfläche aus und liefert Futter für über 53.000 Viehwirtschaftsbetriebe. Die neue digitale Unterstützung durch SatGrass ist ein großer Fortschritt für diesen Bereich.
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