SPÖ Wien: Zukunftstechnologien und Klimaschutz im Fokus

Am heutigen Donnerstag findet die jährliche Tagung des Wiener SPÖ-Rathausklubs statt – diesmal in Andau im Burgenland. Die Veranstaltung trägt den Titel „Wien voran: Arbeit. Aufschwung. Zukunft.“ Wiens Bürgermeister Michael Ludwig stellte zu Beginn wichtige Projekte vor, die die Stadt in Zukunft prägen sollen. Dabei geht es vor allem um Investitionen in neue Technologien, Maßnahmen gegen den Klimawandel im öffentlichen Raum und eine bessere finanzielle Unterstützung der Wiener Bezirke. Ludwig betonte auch, dass die Tagung zeigen soll, wie eng Wien und das Burgenland miteinander verbunden sind. Trotz unterschiedlicher Lebensbedingungen stehen beide Regionen vor ähnlichen politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen.

Leistbares Wohnen und hohe Lebensqualität

Bürgermeister Ludwig erklärte, dass Wien seine Entwicklung gezielt voranbringen will, indem die Stadt wirtschaftlich stark bleibt, auf den Klimaschutz achtet und die Lebensqualität hoch hält. „Wien geht mutig in die Zukunft. Weil wir in Wien nicht stehenbleiben, sondern Schritt für Schritt an einer Stadt arbeiten, die wirtschaftlich stark, klimafit und lebenswert bleibt“, sagte der Bürgermeister.

Er machte auch auf die schwierige weltpolitische Lage aufmerksam: Immer mehr Länder werden autoritär regiert, und Demokratien stehen unter Druck. Konflikte wie der Krieg in der Ukraine oder Spannungen zwischen den USA und Europa zeigen, wie wichtig ein starkes Europa ist. „Die beste Möglichkeit, dass Europa nicht zerrieben wird, liegt in einem starken, gemeinsamen Europa“, unterstrich Ludwig.

Ein wichtiger Punkt in seiner Rede war das Thema leistbares Wohnen. Ludwig hob den kürzlich beschlossenen europäischen Plan für bezahlbaren Wohnraum hervor und sagte, dass Wien dabei eine führende Rolle spielt. Das Modell des sozialen Wohnbaus in Wien gilt sogar international als Vorbild. Leistbares Wohnen ist aber nicht nur eine soziale, sondern auch eine wirtschaftliche Frage: Wenn Menschen sich das Wohnen nicht mehr leisten können, wird auch der Wirtschaftsstandort schwächer. Daher hat die Stadt Maßnahmen ergriffen, zum Beispiel werden Mietsteigerungen im Gemeindebau zeitweise ausgesetzt und Betriebskosten gedämpft. Auch bei den Energiekosten hilft die Stadt, etwa durch stabile Fernwärmepreise von Wien Energie. Außerdem plant Wien, mehr Wohnungen zu bauen: Statt 22.200 sollen es bald 22.800 werden. Ludwig machte klar: „Eines ist sicher: Wir werden in Wien die Gemeindewohnungen nicht privatisieren.“

Wien als Wirtschaftsmotor

Ludwig hob die wirtschaftliche Stärke Wiens hervor. Trotz schwieriger Zeiten, wie der Rezession in Österreich, konnte Wien seine Wirtschaftskraft ausbauen. Die Stadt ist das wichtigste Arbeits- und Wirtschaftsgebiet im Osten Österreichs und zieht täglich etwa 200.000 Pendler*innen an. In den letzten fünf Jahren stieg das Bruttoregionalprodukt Wiens um circa 34 Milliarden Euro – die Stadt erwirtschaftet inzwischen mehr als ein Viertel der gesamten Wirtschaftskraft Österreichs. Auch am Arbeitsmarkt ist das sichtbar: „Mit rund 933.000 Beschäftigungsverhältnissen hat Wien einen historischen Höchststand erreicht“, sagte Ludwig. In fünf Jahren entstanden dort rund 90.000 neue Arbeitsplätze. Dabei verband er Wirtschaftswachstum mit sozialer Verantwortung: „Ja, die SPÖ ist die Wirtschaftspartei in Wien. Aber wir machen das mit Haltung und sozialer Verantwortung.“

Nach diesen Zahlen stellte Ludwig konkrete Projekte vor, die in den nächsten Jahren wichtig werden.

Neues Quantentechnologie-Zentrum in Neu Marx

Ein großes Zukunftsprojekt ist der Aufbau eines neuen Quantentechnologie-Zentrums im Stadtteil Neu Marx. Dieses soll Forschung, Wirtschaft und innovative Unternehmen besser vernetzen und so den Weg von neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu praktischen Anwendungen beschleunigen. Wien hat bereits viel Erfahrung in der Quantenforschung und zählt weltweit zu den führenden Standorten. „Jetzt beginnt diese Wissenschaft ihre wirtschaftliche Anwendung zu entfalten und Wien wird diesen Schritt aktiv mitgestalten“, so Ludwig.

Das Zentrum soll Firmen, Start-ups und Forschungseinrichtungen an einem Ort zusammenbringen. Es liegt neben dem Life Science Center Vienna und dem Vienna BioCenter, wo auch andere Schlüsseltechnologien wie Künstliche Intelligenz und Life Sciences entwickelt werden. Ludwig erklärte: „Hier entstehen zwei zentrale Technologiefelder des 21. Jahrhunderts Seite an Seite: Quantentechnologie sowie Künstliche Intelligenz und Life Sciences. Damit positionieren wir Wien auf der Weltkarte.“

Forschung als wirtschaftlicher Motor

Wien ist ein bedeutender Forschungsstandort mit vielen bekannten Instituten und immer mehr innovativen Unternehmen. Zudem ist die Stadt mit etwa 200.000 Studierenden die größte deutschsprachige Universitätsstadt weltweit. Die neuen Technologien könnten in Zukunft große Fortschritte bringen – zum Beispiel in Medizin, Materialforschung, Energie, Logistik und sogar der Weltraumforschung. All diese Entwicklungen sollen in dem Quantentechnologie-Zentrum gebündelt werden.

Das Zentrum soll 2033 fertiggestellt sein. Ludwig ist überzeugt, dass das Projekt viele neue Jobs schafft und die Stadt wirtschaftlich stärkt: „Wieder stellt sich Wien an die Spitze gesellschaftlichen Fortschritts und damit auch wirtschaftlichen Fortschritts. Das wird langfristig tausende zusätzliche Arbeitsplätze schaffen und die Wertschöpfung weiter antreiben.“

Klimafitte und attraktive Bahnhofsvorplätze

Wien will auch im Alltag sichtbare Verbesserungen schaffen, zum Beispiel durch die Umgestaltung von Bahnhofsvorplätzen. Die Initiative „Raus aus dem Asphalt“ hat das Ziel, große versiegelte Flächen aufzubrechen, mehr Grünflächen zu schaffen und Aufenthaltsorte für die Menschen angenehmer zu machen. „Bahnhofsvorplätze sind die Visitenkarten einer Stadt und zentrale Orte des täglichen Lebens für tausende Wienerinnen und Wiener“, sagte Ludwig. Viele Plätze und Straßen sollen mehr Bäume, Wasserflächen und Schatten erhalten, um die Folgen von Hitze in der Stadt zu mindern. Schon 340 solcher Projekte wurden umgesetzt.

Der Hauptbahnhof wird noch in diesem Jahr entsiegelt und mit 35 neuen Bäumen zum „grünen Tor der Stadt“ gemacht. Auch am Handelskai, am Maria-Restituta-Platz und am Nelson-Mandela-Platz bei der U-Bahn-Station Aspern Norden werden ähnliche Verbesserungen durchgeführt. Ludwig betonte, dass die Beteiligung der Bevölkerung bei diesen Projekten wichtig sei.

Mehr Handlungsspielraum für die Bezirke

Die Wiener Bezirke sollen mehr Geld und Freiheiten bekommen, um lokale Projekte leichter umzusetzen und besser auf die Wünsche der Menschen einzugehen. Dafür sind zunächst 27 Millionen Euro zusätzlich vorgesehen. Ludwig betonte, dass viele Verbesserungen direkt in den Grätzln passieren. Mit mehr Geld könnten die Bezirksvertretungen Projekte zur Begrünung, zur Verschönerung des öffentlichen Raums oder zum Ausbau der Infrastruktur selbstständig vorantreiben.

Ausbau des Gesundheitswesens und Frauenpolitik

Auch das Gesundheitswesen ist ein Thema: Ludwig fordert mehr Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Sozialversicherung sowie die Einrichtung von vier überregionalen Gesundheitsregionen. In Wien investiert die Stadt aktuell rund 3,3 Milliarden Euro in die Modernisierung der Krankenhäuser und plant den Ausbau regionaler Gesundheitszentren. Momentan gibt es sieben dieser Zentren, die Zahl soll stark erhöht werden. So soll sichergestellt werden, dass alle Menschen eine gute medizinische Versorgung bekommen. Ludwig sieht hier auch die Notwendigkeit bundesländerübergreifender Lösungen.

Zudem setzt Wien stark auf Gleichstellung. Die Stadt versteht sich als „Stadt der Frauen“ mit dem Ziel, dass Frauen wirtschaftlich unabhängig und selbstbestimmt leben können. Angebote wie kostenlose Kindergärten, Gratis-Ganztagsschulen und Qualifizierungsprogramme für Frauen sollen das unterstützen. „Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie muss bei uns möglich sein“, sagte der Bürgermeister. Er betonte auch, dass Teilzeitarbeit nicht schlechter angesehen werden darf und ältere Arbeitnehmer*innen weiterhin wichtig für die Wirtschaft sind.

Finanzierung sicherstellen

Für die Finanzierung der Projekte brachte Ludwig erneut eine Erbschaftssteuer oder eine höhere Grundsteuer ins Gespräch. „Ich finde auch, man sollte sich bei allen diesen Maßnahmen Gedanken über die Wirkung und die Gegenfinanzierung machen, statt Schnellschüsse zu fordern und zu machen.“ Außerdem betonte er, dass auch die Lohnnebenkosten zur Finanzierung des Sozialsystems beitragen.

Zum Abschluss sagte der Bürgermeister, dass Wien weiterhin auf eine Kombination aus sozialer Sicherheit, wirtschaftlichem Wachstum und nachhaltiger Stadtentwicklung setzen will. Nur so könne Wien auch in Zukunft eine der lebenswertesten Städte der Welt bleiben.

Ausblick: Stadträt*innen zu Zukunftsprojekten

Am Nachmittag stehen Vorträge der einzelnen Stadträt*innen des SPÖ-Klubs an, in denen sie weitere Details zu den vorgestellten Themen geben werden. (Fortsetzung folgt.)

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