Bei der Klubtagung 2026 hat Bürgermeister und Landeshauptmann Dr. Michael Ludwig Wien als eine Stadt beschrieben, die für Fortschritt, Zusammenhalt und Zuversicht steht. Trotz weltweiter Veränderungen, wirtschaftlicher Schwierigkeiten und sozialer Herausforderungen betonte Ludwig, dass Wien eine verlässliche Stadt ist. Sie schützt die Demokratie, schafft Arbeitsplätze und sorgt für eine hohe Lebensqualität.
„Wien war nie eine Stadt, die sich zurücklehnt oder in Pessimismus verfällt. Gerade, wenn es schwierig wird, ist unsere Stadt immer eine, die aufsteht und sich in die Zukunft aufmacht. In vielen kleinen aber auch vielen großen Schritten. Wien ist eine optimistische und motivierte Stadt“
, sagte Ludwig.
Ein starkes Europa als Antwort auf globale Veränderungen
Ludwig machte auf die politischen Spannungen in der Welt aufmerksam und auf Angriffe gegen demokratische Werte.
„Die uns bisher bekannte Weltgemeinschaft ist aus den Fugen geraten. Umso mehr werden wir als SPÖ für ein starkes gemeinsames Europa eintreten. Die beste Möglichkeit, dass Europa nicht zerrieben wird, liegt in einem starken, selbstbewussten, gemeinsamen Europa“
, erklärte Ludwig.
Nur mit einem starken Europa könne man Demokratie, wirtschaftliche Stabilität und das europäische Lebensmodell gegen Bedrohungen von außen und innen schützen.
Bezahlbares Wohnen als soziale und wirtschaftliche Grundlage
Ein wichtiger Punkt der Rede war das bezahlbare Wohnen. Ludwig erinnerte an Erfolge auf europäischer Ebene und Wiens aktive Rolle dabei.
„Die Initiative Wiens, das erfolgreiche Wiener Modell des sozialen Wohnens europaweit zu stärken, zeigt zunehmend Wirkung“
, so Ludwig. Der Europäische Plan für leistbares Wohnen und die erstmalige Zusammenarbeit wichtiger EU-Institutionen in der Wohnungspolitik seien hier wichtige Fortschritte.
Ludwig betonte, dass bezahlbares Wohnen und wirtschaftliche Entwicklung zusammengehören. „Leistbarer Wohnraum ist nicht nur eine Frage der menschlichen Würde, sondern natürlich auch eine Voraussetzung für Wirtschaftswachstum“, sagte er.
Deshalb habe Wien Maßnahmen ergriffen, um Mieten und Betriebskosten stabil zu halten. „Es war richtig, dass wir 2024/2025 eine Erhöhung der Mieten im Gemeindebau ausgesetzt haben. Es war richtig, dass wir Maßnahmen gesetzt haben, um die Steigerung der Betriebskosten zu dämpfen“, erklärte Ludwig.
Außerdem unterstützte Wien die Fernwärmepreise finanziell mit rund 800 Millionen Euro seit dem Beginn des Kriegs in der Ukraine. Auch günstiger Strom und niedrige Kosten bei Abwasser und Abfall helfen den Bewohnern der Stadt.
Die Wohnbau-Offensive in Wien wird weitergeführt.
„Deshalb dürfen wir heute auch ankündigen, dass wir die Wiener Wohnbau-Offensive von 22.200 auf 22.800 Wohnungen ausweiten werden. Denn eines ist glasklar: Wir werden in Wien keine Wohnungen privatisieren“
, versprach Ludwig.
Früh und konsequent gegen steigende Preise vorgehen
Ludwig zog Lehren aus den wirtschaftlichen Entwicklungen der vergangenen Jahre. „Wir dürfen nicht den Fehler der schwarz-grünen Bundesregierung begehen und die Teuerung durchrauschen lassen. Wir müssen jetzt früh und entschlossen in die Energiemärkte eingreifen, um eine erneute Teuerungswelle zu verhindern“, sagte er.
Die fehlenden Schritte gegen steigende Preise hätten die Inflation in Österreich stark ansteigen lassen und das Wirtschaftswachstum gebremst. Die SPÖ habe deshalb das Thema ganz oben auf die politische Agenda gesetzt.
Wien als Motor der österreichischen Wirtschaft
Ludwig erklärte, dass Wien durch eine aktive Wirtschaftspolitik die Rezession verhindern konnte.
„Wien ist das einzige Bundesland, das in den vergangenen Jahren ein Wirtschaftswachstum verzeichnen konnte. Wir konnten die Rezession als einzige erfolgreich abwehren“
, so Ludwig.
Wien erreicht eine wirtschaftliche Leistung von etwa 130 Milliarden Euro – das sind mehr als 25 % der Gesamtwirtschaft Österreichs. In fünf Jahren stieg das Bruttoregionalprodukt um 34 Milliarden Euro. 2025 wurden rund 11.000 neue Unternehmen gegründet – mehr als in vielen anderen Regionen.
„Wien ist der wichtigste Arbeits- und Wirtschaftsraum für die gesamte Ost-Region. Rund 200.000 Pendler*innen kommen jeden Tag hierher“
, erklärte Ludwig.
Am Arbeitsmarkt gibt es Rekordzahlen: Mit ca. 933.000 Jobs ist die Beschäftigung so hoch wie nie zuvor. In den letzten fünf Jahren entstanden etwa 90.000 neue Arbeitsplätze – das sind 37 % aller neuen Arbeitsplätze in Österreich.
Auch der Tourismus läuft sehr gut, mit steigenden Übernachtungszahlen und Umsätzen. Ludwig fasste zusammen: „Das beweist: Wien ist der Wirtschaftsmotor Österreichs. Die SPÖ ist die Wirtschaftspartei in Wien“.
Industrie, Forschung und Innovation prägen Wien
Ludwig widersprach dem Vorurteil, dass Wien keine Industrie habe.
Eine Analyse der Bank Austria 2025 zeigte, dass die industrielle Wertschöpfung in Wien um 8,6 % gestiegen ist, während sie in ganz Österreich nur um 0,7 % zulegte. Besonders stark wächst die pharmazeutische Industrie.
„Industrie bedeutet nicht mehr, dass irgendwo Fabriken mit rauchenden Schloten stehen. Die Industrie ist heute viel heterogener, und wir können mehr als stolz sein, dass wir einen so breit aufgestellten Life-Science-Bereich haben“
, erklärte Ludwig.
Große Firmen wie Boehringer Ingelheim und Takeda zeigen, wie wichtig Zukunftsbranchen in Wien sind.
„Gerade weil diese Zukunftsbranchen eine der großen Stärken unserer Stadt sind und weil sie so wichtig für den Standort sind, werden wir sie weiter mit aller Kraft unterstützen“
, versprach Ludwig.
Gesundheitsversorgung gemeinsam planen und verbessern
Der Gesundheitsbereich spielt in Ludwigs Rede eine große Rolle. Er sprach sich für die Einrichtung von vier Gesundheitsregionen in Österreich aus, mit gemeinsamer Planung, Finanzierung und Steuerung.
„Für mich steht die beste Gesundheitsversorgung der Österreicher*innen ganz oben. Ich glaube, dass wir einen realistischen und kompromissfähigen Vorschlag gemacht haben, um das Gesundheitssystem effizienter und besser zu gestalten“
, sagte Ludwig.
In Wien gibt es bereits 70 regionale Gesundheitszentren, und bis 2030 sollen es laut Regierungsprogramm sogar rund 100 werden. Der neue regionale Strukturplan sieht sogar 169 Zentren vor.
„Nur in Wien hat sich in den vergangenen beiden Jahren die niedergelassene kassenärztliche Versorgung verbessert“, ergänzte Ludwig. Die Stadt investiert 3,3 Milliarden Euro in die Erneuerung der Krankenhäuser und wird bis 2030 etwa 16.000 Pflegekräfte ausbilden, um den Bedarf selbst zu decken.
Ludwig warnte vor hastigen Entscheidungen: „Mit der Gesundheit der Menschen spielt man nicht“. Er lehnt eine Senkung der Lohnnebenkosten ohne Ausgleich ab, weil das dem Gesundheitssystem Mittel entziehen würde. Ebenso wehrt er sich gegen eine zentrale Steuerung der Gesundheitsversorgung vom Bund aus.
„Mit uns wird es keine Zentralisierung der Gesundheit beim Bund geben. Unser solidarisches Gesundheitssystem lassen wir uns von niemandem kaputtmachen. Wir werden es weiter konsequent ausbauen“
, betonte Ludwig.
Wien – eine Stadt, in der Frauen besonders gefördert werden
Ludwig hob die Fortschritte für Frauen hervor. „Ich sage immer: Wien ist die Stadt der Frauen“, so der Bürgermeister.
Es sei wichtig, dass Frauen frei und selbstbestimmt leben können, vor allem finanziell unabhängig. Ludwig erinnerte an den kostenlosen Kindergarten, die Gratis-Ganztagsschule und eine neue Frauenstiftung.
„Mit unserer einzigartigen Einrichtung, dem Wiener ArbeitnehmerInnen-Förderungsfonds, haben wir ein neues Programm geschaffen, das Frauen ausbildet, qualifiziert und in Arbeit bringt“, so Ludwig.
Er kritisierte, dass Frauen häufig pauschal Teilzeitarbeit vorgeworfen werde: „Es ist schon Aufgabe der Wirtschaft, auch Vollzeit-Arbeitsplätze anzubieten“. Außerdem sprach er sich gegen eine Erhöhung des Pensionsalters aus und nannte diesen Vorschlag in der aktuellen Situation falsch.
Wien schaut voller Zuversicht nach vorne
Zum Abschluss verband Ludwig die globalen Herausforderungen mit den konkreten Maßnahmen in Wien.
„Wir sehen, es sind sehr spannende Zeiten mit vielen Herausforderungen und gleichzeitig auch vielen Chancen. Wien ist eine motivierte, optimistische Stadt. Wir gehen voller Mut, Zuversicht und Tatendrang in die Zukunft“, sagte er.
Gerade in unsicheren Zeiten zeige sich die Stärke der Stadt: „In vielen kleinen, aber auch vielen großen Schritten. So können wir alles gemeinsam meistern“, schloss Ludwig.
Rückfragen
Wiener Landtags- und Gemeinderatsklub der SPÖ
Sarah Hierhacker, MA
Telefon: +43 676 811881923
E-Mail: sarah.hierhacker@spw.at
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