Volkshilfe Fenninger: 120.000 Jugendliche ohne Job und Ausbildung sind zu viel

Erich Fenninger, Direktor der Volkshilfe Österreich, ist besorgt über aktuelle Zahlen von Statistik Austria zu Jugendlichen, die weder in Ausbildung, Arbeit noch in einer Schulung sind (NEET-Jugendliche). Er sagt: „Arbeitslosigkeit und fehlende Ausbildungen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen können lebenslange Ungleichheiten erzeugen und dauerhaft negative Auswirkungen auf Zufriedenheit, Einkommen und Gesundheit haben. Für die Volkswirtschaft entstehen dadurch hohe Kosten, weil die Stärken der Betroffenen ungenutzt bleiben, Steuereinnahmen entfallen und Sozialleistungen länger in Anspruch genommen werden.“

Die Statistik zeigt, dass im Jahr 2023 rund 121.930 junge Menschen in Österreich zwischen 15 und 24 Jahren weder eine Ausbildung noch eine Arbeit oder eine Schulung beim Arbeitsmarktservice (AMS) hatten. Diese Gruppe nennt man NEET. Die Anzahl dieser Jugendlichen ist seit 2009 fast gleich geblieben, obwohl sich die Zusammensetzung leicht verändert hat.

Probleme beginnen oft schon früh

Laut Fenninger fängt das Problem oft früh an: Immer mehr Jugendliche verweigern die Schule oder schaffen keinen positiven Pflichtschulabschluss. Das heißt, sie beenden zwar die Schulpflicht, haben aber keine ausreichenden Noten oder Qualifikationen. Die Volkshilfe hat gute Erfahrungen mit Programmen wie AusbildungsFit gemacht. Dort können junge Menschen verpasste Grundlagen nachholen. Leider sind solche Programme überall fast voll und es gibt lange Wartelisten. Deshalb fordert Fenninger mehr finanzielle Unterstützung.

Besonders gefährdet: Junge Menschen mit Behinderungen

Jugendliche mit Behinderungen sind besonders oft betroffen. Mehr als jeder vierte junge Mensch mit Behinderung zwischen 15 und 24 Jahren ist weder in Ausbildung noch beschäftigt. Von 19,2 % im Jahr 2022 stieg die Zahl bis 2024 auf 26,8 %. Fenninger erklärt: „Österreich ist in Europa Schlusslicht, wenn es um die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention geht.“ Kürzungen bei Sozial- und Arbeitsmarkt-Angeboten treffen diese Jugendlichen hart und verursachen später viel höhere Kosten für die Gesellschaft.

Mehr Unterstützung ist nötig

Fenninger betont, dass man viele verschiedene Maßnahmen braucht, um junge Menschen vor einer solchen Lage zu schützen. Dazu gehören zum Beispiel wirtschaftliche Anreize, mehr Kinderbetreuungsplätze, kostenlose psychologische Hilfe und mehr Angebote für soziale Jugendarbeit. Auch Bildungsgerechtigkeit sollte schon früh gefördert werden. Für besonders gefährdete Gruppen fordert er mehr soziale Betreuung, mehr Ausbildungsplätze außerhalb von Firmen und mehr Mittel für das Sozialministerium und das AMS, die solche Programme finanzieren.

Rückfragen

Volkshilfe
Ulrike Schöflinger
Telefon: 067683402247
E-Mail: ulrike.schoeflinger@volkshilfe.at

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