Heute stand im Parlament das Thema Junge Frauen und ihr Start in die Arbeitswelt im Mittelpunkt. Die Veranstaltung hieß „Demokratie braucht Frauen“ und fand zum Internationalen Frauentag statt. Die Frauensprecherinnen aller Parlamentsklubs sprachen über wichtige Themen wie Lohntransparenz, Wehrdienst und Frauenquoten. Bianca Khalil von den Wiener Linien gab jungen Frauen am Anfang ihrer Karriere wertvolle Tipps in ihrer Keynote.
Lohntransparenz, Wehrdienst und Quoten: Frauensprecherinnen aller Parlamentsfraktionen diskutieren
Es gab fünf wichtige Fragen zum Thema Frauen und Arbeitswelt. Die Frauensprecherinnen aus den Parlamentsfraktionen Rosa Ecker (FPÖ), Juliane Bogner-Strauß (ÖVP), Sabine Schatz (SPÖ), Lisa Aldali für Henrike Brandstötter (NEOS) und Meri Disoski (Grüne) teilten ihre Meinungen. Auch die Besucherinnen und Besucher im Publikum konnten mit abstimmen.
Alle waren sich einig, dass es eine verpflichtende Lohntransparenz in Betrieben geben sollte. Rund 95 % im Publikum stimmten ebenfalls dafür. Sabine Schatz (SPÖ) sagte: „Es müsse endlich Schluss sein mit der Geheimniskrämerei.“ Meri Disoski (Grüne) glaubt, dass so der Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen – der Gender-Pay-Gap – kleiner wird. Juliane Bogner-Strauß (ÖVP) möchte die Lohntransparenz zuerst bei großen Unternehmen einführen. Rosa Ecker (FPÖ) warnte davor, dass kleine und mittlere Betriebe durch zu viel Bürokratie belastet werden könnten. Sie betonte aber auch: „Dass Frauen fair und entsprechend ihrer Leistung bezahlt werden sollen, dürfe man nicht in Frage stellen.“
Zum Thema Frauenquoten für Führungspositionen gab es gemischte Meinungen. Etwa drei Viertel des Publikums waren dafür. Von den Politikerinnen waren alle bis auf Rosa Ecker (FPÖ) dafür, sie wollte keine verpflichtenden Quoten, weil „Keine Frau wolle eine ‚Quotenfrau‘ sein.“ Sabine Schatz (SPÖ) widersprach: Frauen machen die Hälfte der Bevölkerung aus und sollten deshalb auch gleich stark in wichtigen Positionen vertreten sein.
Alle Frauensprecherinnen waren dagegen, dass Frauen genauso wie Männer zum Wehrdienst verpflichtet werden sollten. Im Publikum waren etwa zwei Drittel dagegen. Juliane Bogner-Strauß (ÖVP) sagte, dass Frauen zwar rechtlich gleich sind, dies aber in der Wirklichkeit nicht überall so sei. Solange das nicht so ist, solle es auch keinen Wehrdienst für Frauen geben.
Fast alle im Publikum sprachen sich für mehr Förderung von Mädchen in MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) aus. Nur Rosa Ecker (FPÖ) war dagegen. Sie meinte, Mädchen sollten ihren Beruf nach ihren eigenen Interessen wählen. Lisa Aldali (NEOS), die selbst als Lehrerin arbeitet, hält gezielte Förderung für wichtig.
Alle Frauensprecherinnen und fast das gesamte Publikum forderten eine bessere Bezahlung in Berufen wie Pflege und Erziehung. Meri Disoski betonte, dass diese Berufe sehr wichtig für die Gesellschaft sind, besonders während der Corona-Krise.
Tipps für junge Frauen beim Berufseinstieg
Bianca Khalil von den Wiener Linien gab in ihrer Rede jungen Frauen hilfreiche Ratschläge. Sie empfahl, sich früh zu überlegen, welches eigene Profil man hat. „Karrieren würden sich schneller entwickeln, wenn andere einen klar einordnen können.“ Sichtbarkeit und ein gutes Netzwerk seien wichtig, denn „Leistung alleine sei zu wenig.“ Man müsse dafür sorgen, dass man gesehen wird.
Wenn sich eine Gelegenheit bietet, sollte man „Ja“ sagen und Verantwortung übernehmen. Khalil erzählte: „Mein Bauch hat gesagt, ‚tolle Gelegenheit‘ und ich habe meinem Gehirn nicht die Zeit gegeben, es mir wieder auszureden.“ Fehler machen sei erlaubt, denn nur so lernt man und wächst. Gleichzeitig müssten Frauen lernen, „Nein“ zu sagen, zum Beispiel bei Aufgaben, die sie nicht weiterbringen. Ihr letzter Tipp: Gehalt verhandeln und faire Bezahlung selbstbewusst einfordern.
Neue Veranstaltungsreihe zum Frauentag
Harald Dossi, Parlamentsdirektor, sagte, dass die Parlamentsdirektion zum ersten Mal selbst eine Veranstaltung zum Internationalen Frauentag organisiert hat. Früher gab es solche Veranstaltungen meist von den Parlamentsklubs oder der Nationalratspräsidentin. Jetzt wolle die Parlamentsdirektion als Institution die Themen Gleichberechtigung und Selbstbestimmung von Frauen stärker in den Vordergrund stellen. Diese Veranstaltung soll nun jedes Jahr stattfinden und die verschiedenen Lebenswirklichkeiten von Frauen zeigen und fördern.
Zweite Nationalratspräsidentin Doris Bures sagte in einer Videobotschaft: „Ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben von Frauen ist kein Randthema. Es ist ein Fundament unserer Demokratie.“ Fehlen Frauen, fehlen wichtige Perspektiven und Erfahrungen, die für unsere Gesellschaft wichtig sind. Junge Frauen ermutigte sie, Verantwortung zu übernehmen und an sich zu glauben.
Die Veranstaltung wurde geleitet von Valerie Watzek, Gleichbehandlungsbeauftragte der Parlamentsdirektion, und Amra Duric-Müller, stellvertretende Leiterin des Newsrooms.
HINWEIS: Fotos der Veranstaltung und eine Nachschau vergangener Veranstaltungen finden Sie im Webportal des Parlaments.
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