Fast jeder trifft irgendwann im Leben auf Humane Papillomviren (HPV). Diese Viren sind wichtig, weil sie bei Frauen und Männern verschiedene Krebsarten verursachen können. Die moderne HPV-Schutzimpfung, die in Österreich für Kinder ab 9 Jahren empfohlen wird, schützt vor etwa 90 % der durch HPV ausgelösten Krebserkrankungen. Zusätzlich ist die regelmäßige HPV-Testung bei Frauen eine wichtige Schutzmaßnahme. Sie ist sogar genauer als der herkömmliche PAP-Abstrich und erkennt wesentlich mehr Frühstadien von Gebärmutterhalskrebs. Vom 18. bis 21. März findet im Austria Center Vienna der internationale EUROGIN-Kongress statt. Dort stehen die Vorbeugung und Diagnose von HPV-Infektionen und den damit verbundenen Krebsarten im Mittelpunkt.
„Mindestens 80 % aller Menschen beziehungsweise sehr wahrscheinlich jeder Mensch kommt im Laufe seines Lebens in Kontakt mit Humanen Papillomviren (HPV). Die meisten Infektionen vergehen zwar wieder von selbst, aber länger anhaltende Infektionen können Krebserkrankungen wie Gebärmutterhalskrebs, Peniskrebs, Analkrebs, Vulvakarzinom, Scheidenkrebs und Rachenkrebs sowie deren Vorstufen auslösen. Mit der rechtzeitigen zweiteiligen HPV-Schutzimpfung können die Entstehung dieser 6 verschiedenen Karzinome verhindert werden. Das ist eine relativ simple und klare Botschaft und eine wichtige Säule im Kampf gegen HPV. Die zweite Säule ist die HPV-Testung bei Frauen ab 30, die wesentlich genauer als der herkömmliche Pap-Abstrich ist“, betont Univ.-Prof. Dr. Elmar Joura, außerordentlicher Professor der MedUni Wien und Mitglied des Scientific Committee des EUROGIN-Kongresses. „Die WHO hat sich daher auch 2 ehrgeizige Ziele in Bezug auf HPV gesetzt: Bis 2030 sollen 90 % aller Mädchen bis 15 Jahren geimpft sein und weltweit sollen zumindest 70 % der Frauen zwischen 30 und 45 auf HPV getestet sein“, ergänzt er.
Mit der HPV-Impfung lassen sich 90 % der HPV-bedingten Krebserkrankungen vermeiden
HPV sind sehr alte Viren, die sich kaum verändern. „Wir haben beim Ötzi den gleichen Stamm von HPV-16 gefunden, wie er auch noch heute besteht“, erklärt Joura. Das ist ein Vorteil für die Wirksamkeit der Impfung. In Ländern wie Schweden, Dänemark, England und den Niederlanden, die schon fast 80 % der Bevölkerung geimpft haben, zeigt sich, dass die Impfung vor dem 16. Geburtstag etwa 90 % der durch HPV verursachten Krebsarten und deren Vorstufen verhindern kann. Besonders wichtig ist die Impfung also früh, bevor das Risiko besteht, sich anzustecken.
HPV zählt zu den häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten weltweit
HPV ist neben Herpes und Chlamydien eine der am weitesten verbreiteten sexuell übertragbaren Infektionen. Deshalb ist eine Impfung vor dem ersten sexuellen Kontakt am wirkungsvollsten. In Österreich erhalten Kinder zwischen 9 und 11 Jahren die HPV-Impfung kostenlos. „Die Impfung von Buben und Mädchen ist wichtig, denn auch Männer können an HPV-bedingtem Krebs erkranken. Ich vergleiche das gerne so: Man schnallt sich im Auto an, bevor man losfährt, nicht erst nach 30 Kilometern. So soll auch die Impfung vor dem Risiko schützen. Außerdem reagiert das Immunsystem bei jüngeren Kindern stärker auf die Impfung“, erklärt Joura. Aktuell sind in Österreich etwa 60 % der Jugendlichen bis 17 Jahre geimpft, bei den 9- bis 11-Jährigen sind es allerdings erst 30 %.
Ohne Impfung baut man kaum Schutz gegen HPV auf
Viele HPV-Infektionen zeigen keine Symptome. Deshalb reagiert der Körper oft nur schwach und bildet wenige Antikörper. Nach einer Infektion ist man deshalb nicht automatisch gegen eine neue geschützt. Je öfter und länger eine HPV-Infektion dauert, desto größer ist das Risiko für Krebs oder Vorstufen davon. Allein in Österreich werden jährlich rund 7.000 kleinere Operationen durchgeführt, um Vorstufen am Gebärmutterhals zu entfernen. Außerdem schützt die HPV-Impfung vor Genitalwarzen, die etwa jeder zehnte Mensch bekommt und die auch das Krebsrisiko erhöhen können.
Entwicklung der Impfstoffe – von Zweifach- zu Neunfachimpfung
Der Impfstoff gegen HPV wurde weiter verbessert: Anfangs gab es Zweifach- und Vierfachimpfstoffe. Seit 2016 gibt es einen Neunfachimpfstoff, der gegen neun verschiedene HPV-Typen schützt und damit vor mehreren Krebsarten schützt. „Studien zeigen, dass der Impfschutz auch nach 20 Jahren sehr gut bleibt, Auffrischungen sind meist nicht nötig. Frauen, die noch nicht mit dem Neunfachimpfstoff geimpft wurden, können von einer Nachimpfung profitieren, denn der neue Impfstoff schützt zu über 90 % vor Gebärmutterhalskrebs, unter anderem auch vor dem HPV-Stamm 33, der oft Krebs verursacht. Männer sind durch die früheren Impfstoffe, die die häufigsten HPV-Typen 6 und 16 abdecken, gut geschützt“, so Joura.
HPV-Test erkennt 2 Drittel mehr Zervixkarzinome als der PAP-Test
Das regelmäßige Testen auf HPV ist eine sehr wichtige Methode, um Krebserkrankungen früh zu erkennen. „Viele Frauen kennen den PAP-Abstrich. Der HPV-Test wird ähnlich entnommen, aber anders ausgewertet. Ist der HPV-Test negativ, ist das Krebsrisiko am Gebärmutterhals sehr gering. Der PAP-Abstrich erkennt nur etwa 50 % aller Krebsvorstufen – also die Hälfte wird übersehen. Die HPV-Testung reduziert die Zahl der Zervixkarzinome um zwei Drittel, weil sie Vorstufen besser erkennt“, erklärt Joura. Die österreichische Gesellschaft für Gynäkologie empfiehlt deshalb schon seit zehn Jahren diese Testmethode. International wird zudem über Selbsttests diskutiert, die die HPV-Testung vereinfachen könnten. Joura rät Frauen, sich idealerweise spätestens mit 30 impfen zu lassen und ab dann alle 5 Jahre auf HPV testen zu gehen. Die Kosten für einen HPV-Test liegen in Österreich privat bei etwa 50 Euro. Wenn der PAP-Abstrich auffällig ist, übernimmt die Krankenkasse die Untersuchung.
Über IAKW-AG und EUROGIN
Die IAKW-AG ist verantwortlich für das Vienna International Centre und das Austria Center Vienna, das größte Kongresszentrum Österreichs mit 21 Sälen, 134 Meetingräumen und rund 26.000 m² Ausstellungsfläche. EUROGIN ist der weltweit führende Kongress zu HPV-Infektionen und damit verbundenen Krebserkrankungen. Der Fokus liegt auf Vorbeugung und Diagnose. Dieses Jahr findet EUROGIN vom 18. bis 21. März im Austria Center Vienna statt.
https://www.eurogin.com/en/home.html
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