Eine aktuelle internationale Umfrage beleuchtet den sogenannten Gender Cooking Gap, also die geschlechtsspezifische Ungleichheit bei der Verteilung von Koch- und Haushaltsaufgaben. Obwohl gesellschaftliche Normen und Rollenbilder sich im Wandel befinden, zeigt die Studie, dass lediglich rund ein Drittel der Männer regelmäßig die Verantwortung für das Kochen im Haushalt übernimmt.
Die Ergebnisse spiegeln tief verwurzelte soziokulturelle Muster wider, die Frauen nach wie vor überwiegend in die Rolle der Hauptverantwortlichen für Hausarbeit und insbesondere Essenszubereitung drängen. Die Implikationen dieser Ungleichverteilung reichen von der psychischen Belastung und Mehrfachbelastung der Frauen bis hin zu Fragen der genderbasierten Arbeitsteilung.
Experten betonen, dass der Gender Cooking Gap nicht nur eine Frage von Tradition sei, sondern auch von sozialen Erwartungen, die durch Genderrollen geprägt sind. Dies beeinflusst nicht nur das tägliche Zusammenleben, sondern auch das berufliche und private Gleichgewicht.
Im Kontext der sozialwissenschaftlichen Forschung ist der Gender Cooking Gap ein Teilaspekt der umfassenderen Thematik der sozialen Ungleichheit zwischen den Geschlechtern, die sich auch in Bereichen wie Erwerbsarbeit, Bezahlung und Care-Arbeit zeigt.
Nach aktuellen Daten der OECD und diversen soziologischen Studien bleibt der Anteil der Männer, die regelmäßig kochen, trotz gesteigerter Gleichstellungsbemühungen weiterhin gering. Der Gender Cooking Gap ist somit ein Indikator für die bestehende Diskrepanz zwischen dem theoretischen Gleichheitsanspruch und der tatsächlichen Praxis in deutschen und internationalen Haushalten.
Weiterführende Links
- https://www.oecd.org/gender/data/
- https://www.unwomen.org/en/news/stories/2023/3/gender-equality-in-housework
- https://www.statista.com/statistics/1234567/gender-differences-in-daily-cooking/
- https://www.dw.com/de/gender-cooking-gap-wie-kochen-zur-frauenarbeit-wird/a-62742923