EU setzt auf Atomkraft – Czernohorszky warnt vor Risiko

Wiener Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky hat die Aussage von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen scharf kritisiert. Sie hatte gesagt, dass der Verzicht auf Atomkraft ein „strategischer Fehler“ war. Czernohorszky meint dazu: „Die heutigen Aussage von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zum Thema Atomkraft machen betroffen und lassen Schlimmes befürchten“.

Er erklärt, dass Atomkraft keine nachhaltige Energiequelle ist. „Atomkraft ist keine nachhaltige Energieform, weil die Atomindustrie bewusst viele negative Umweltfolgen und Risiken einfach in Kauf nimmt!“ Czernohorszky ist auch Vorsitzender des Städte-Netzwerks Cities for a Nuclear Free Europe (CNFE), das sich gegen Atomkraft einsetzt.

Besonders wichtig ist dieser Punkt jetzt, weil sich die Nuklearkatastrophe von Fukushima zum 15. Mal jährt. Diese Katastrophe zeigt, wie gefährlich Atomkraft ist und welche langfristigen Schäden sie für die Umwelt verursachen kann. Viele dieser Schäden lassen sich nicht mehr beheben. Außerdem ist Atomstrom zurzeit die teuerste Form der Energieerzeugung. Das Geld, das in Atomkraft investiert wird, fehlt an anderer Stelle im wichtigen Kampf gegen den Klimawandel.

Warnung vor Förderungen für kleine Atomreaktoren (SMR)

Czernohorszky warnt auch vor der Förderung sogenannter Small Modular Reactors (SMR). Diese kleinen Reaktoren könnten laut EU angeblich schon in den frühen 2030er Jahren weit verbreitet sein. Czernohorszky hält das jedoch für sehr unwahrscheinlich, weil bisher weltweit noch kein kommerzieller SMR-Reaktor in Betrieb ist, und viele Projekte sich noch in der Entwicklungsphase befinden.

Ob diese neuen Reaktoren wirklich sicherer oder günstiger sind als herkömmliche Atomkraftwerke, ist noch völlig unklar. Deshalb ist es aus seiner Sicht ein Fehler, jetzt öffentliche Gelder in diese Technologie zu investieren. „Öffentliche Gelder in eine Technologie zu investieren, deren Risiken und Kosten so ungewiss sind, wären ‚ein falsches Signal und eine Verschwendung dringend benötigter Mittel für den Klimaschutz.‘“

Atomkraft als Schritt sorgfältig überdenken

Im letzten Jahr hat die Wiener Umweltanwaltschaft in einer Studie („Nachhaltigkeitsnarrative im Nuklearbereich“) herausgefunden, dass Atomenergie nicht wirklich nachhaltig ist. In der Studie wird auf die ungelösten Probleme des Uranabbaus, die Gefahr schwerer Unfälle und die noch immer ungeklärte Entsorgung radioaktiver Abfälle hingewiesen. Auch die enorm hohen Kosten für neue Atomkraftwerke und die Endlagerung der Abfälle fallen meist den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern zur Last.

Czernohorszky fasst zusammen: „Wenn man die Risiken, Mängel und wirtschaftlichen Probleme der Atomkraft gegen ihren Beitrag zum Klimaschutz und zu den Nachhaltigkeitszielen abwägt, wird deutlich, dass die Nachteile schwerer wiegen.“ Er ruft die EU-Verantwortlichen dazu auf, ihre Pläne zur Atomkraft nochmal genau zu überdenken und nicht vorschnell darauf zu setzen.

Die Studie der Wiener Umweltanwaltschaft kann online eingesehen werden: studie-nachhaltigkeitsnarrative-nuklearbereich.pdf

Zusätzliche Information: Viele Umweltorganisationen und Experten setzen auf erneuerbare Energien wie Wind, Sonne und Wasserkraft, weil diese sicherer, günstiger und umweltfreundlicher sind. Außerdem sehen sie darin die beste Möglichkeit, den Klimawandel effektiv zu bekämpfen und die Abhängigkeit von gefährlichen Technologien zu reduzieren.

Rückfragen

DI Raphael Zimmerl
Wiener Umweltanwaltschaft
Telefon: +43 676 8118 88982
E-Mail: raphael.zimmerl@wien.gv.at

Michaela Zlamal
Mediensprecherin StR Jürgen Czernohorszky
Telefon: +43 1 4000 81446
E-Mail: michaela.zlamal@wien.gv.at

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