Glaukom: Lautloser Angriff im Auge

Das Glaukom ist eine sehr heimtückische Krankheit des Auges. Es handelt sich um eine chronische Schädigung des Sehnervs und ist weltweit eine der häufigsten Ursachen für dauerhafte Erblindung. In Österreich ist das Glaukom die zweithäufigste Ursache für Blindheit. Schätzungen gehen davon aus, dass hierzulande etwa 80.000 bis 100.000 Menschen betroffen sind – etwa die Hälfte davon weiß nichts von ihrer Erkrankung.

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Früherkennung kann das Sehen retten

Rund um den Weltglaukom-Tag am 12. März empfehlen Augenärzt:innen weltweit regelmässige Vorsorgeuntersuchungen. Das gilt auch für Österreich. Die Österreichische Ophthalmologische Gesellschaft (ÖOG) betont: Nur durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen können wir ein Glaukom früh entdecken und mit einer Behandlung beginnen, die den Krankheitsverlauf verzögern und im günstigsten Fall aufhalten kann. Nur so können wir Erblindungen durch das Glaukom verhindern. erklärt MRin Dr.in Gabriela Seher, Präsidentin der ÖOG.

Glaukom – die stille Gefahr für das Augenlicht

Das Glaukom, auch Grüner Star genannt, ist eine langsame Erkrankung, bei der die Nervenfasern des Sehnervs beschädigt werden. Meist hängt dies mit einem erhöhten Augeninnendruck zusammen, aber das ist nicht immer der Fall. Ohne Behandlung kann das Glaukom zu dauerhaften Ausfällen im Gesichtsfeld führen.

Prim. Univ.-Prof. Dr. Herbert Reitsamer, Leiter der Universitätsklinik für Augenheilkunde in Salzburg, sagt: Das gemeine am Glaukom ist, dass es für Betroffene lange unbemerkt bleibt. Es verursacht keine Schmerzen und Ausfälle an einem Auge können oft vom anderen Auge ausgeglichen werden. Ohne regelmäßige Vorsorgeuntersuchung kann die Erkrankung nicht früh erkannt werden und damit still und leise voranschreiten und ihr zerstörerisches Werk am Sehnerv und damit dem Sehvermögen der Betroffenen ungehindert fortsetzen.

Viele Betroffene wissen nichts von ihrer Erkrankung

Weltweit sind etwa 100 Millionen Menschen vom Glaukom betroffen, in Europa mehrere Millionen. In Österreich sind es zwischen 80.000 und 100.000. Weil das Glaukom keine oder kaum Symptome verursacht, wissen rund 50 % der Erkrankten nichts davon.

Durch die steigende Lebenserwartung treten altersbedingte Krankheiten wie das Glaukom häufiger auf. Gleichzeitig gibt es durch moderne Diagnose- und Behandlungsmethoden mehr Patient:innen. In den letzten 20 Jahren gab es große Fortschritte bei der medikamentösen und operativen Behandlung.

Reitsamer betont: Entscheidend für den Erhalt der Sehkraft ist die frühzeitige Diagnose. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen werden daher besonders ab dem 40. Lebensjahr empfohlen, bei familiärer Vorbelastung auch früher. Auch moderne Lebensgewohnheiten können eine Rolle spielen. Intensive Bildschirmarbeit und dauerhafte Nahbelastung gelten als mögliche zusätzliche Risikofaktoren. Umso wichtiger ist es, das Bewusstsein für die Erkrankung zu stärken. Denn das Glaukom ist gut behandelbar – vorausgesetzt, es wird rechtzeitig erkannt. Vorsorge schützt die Sehkraft.

Unkomplizierte, aber wichtige Diagnostik

Dr. Anton Hommer, Experte der Europäischen Glaukomgesellschaft, erklärt: Das Glaukom ist eine Erkrankung des Sehnervs sowie der Nervenfasern auf der Netzhaut. Im Zuge der Diagnose wird unter anderem das Gesichtsfeld untersucht, da Ausfälle oft nur an einem Auge auftreten und vom anderen ausgeglichen werden können. So bleibt das Glaukom lange unbemerkt und zeigt sich oft nicht auf beiden Augen gleich. Das Gesichtsfeld ist der gesamte Bereich, den Augen und Gehirn wahrnehmen können, während Kopf und Augen starr auf einen Punkt gerichtet sind. Betroffene merken Probleme meist erst, wenn mehr als 50 % des Gesichtsfeldes verloren sind.

Zur Diagnose gehören außerdem die Messung des Augeninnendrucks, die Untersuchung des Augenhintergrunds mit der Spaltlampe sowie die optische Kohärenztomografie (OCT). Die OCT ist ein schmerzfreies, berührungsloses Verfahren, das mit Laserlicht hochauflösende Bilder der Netzhaut und des Sehnervs macht. Die Kombination dieser Untersuchungen gibt ein umfassendes Bild vom Zustand des Auges.

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind sehr wichtig

Das Risiko und der Verlauf des Glaukoms sind individuell verschieden. Symptome treten oft erst spät auf, deshalb sind regelmäßige Kontrollen nötig. Bei Risikofaktoren wird mindestens eine jährliche Untersuchung empfohlen. Wer bereits ein Glaukom hat, braucht meist 3–4 Kontrollen pro Jahr, manchmal auch öfter.

Hommer erklärt: Der Augeninnendruck ist der einzige Risikofaktor, der gezielt behandelt werden kann. Er schwankt auch bei Gesunden und kann innerhalb von 24 Stunden um mehrere mmHg variieren. Beim Glaukomkranken sind sogar Schwankungen von 20 mmHg oder mehr möglich. Druckspitzen treten oft zu Zeiten auf, wenn die Praxis geschlossen ist, zum Beispiel früh morgens oder spät nachts.

Es gibt inzwischen auch Geräte, mit denen Patient:innen den Augeninnendruck zu Hause selbst messen können. Diese Geräte liefern schnell eine Messung und helfen dabei, den Tagesverlauf des Drucks besser zu verstehen. Wichtig ist aber, dass die Selbstmessung immer mit dem Augenarzt abgesprochen wird und die ärztliche Untersuchung nicht ersetzt.

Ziel der Behandlung: Senkung des Augeninnendrucks

Ein zu hoher Augeninnendruck ist der wichtigste Risikofaktor für ein Glaukom und dessen Fortschreiten. OÄ Dr.in Cornelia Hirn aus Wien sagt: Die Senkung des Augeninnendrucks ist der einzige wissenschaftlich wirksame Therapieansatz. Eine vollständige Heilung gibt es derzeit nicht.

Die Behandlung erfolgt meist stufenweise und beginnt oft mit Augentropfen. Es gibt verschiedene Wirkstoffe, die kombiniert werden können. Wichtig ist die regelmäßige Anwendung. Seit einigen Jahren gibt es auch konservierungsmittelfreie Tropfen, die besser verträglich sind.

Eine weitere Möglichkeit ist die Laserbehandlung, zum Beispiel die Selektive Lasertrabekuloplastik (SLT). Diese kann als Alternative oder Ergänzung zur medikamentösen Therapie genutzt werden, hat aber keine dauerhafte Wirkung und ist nicht für alle Betroffenen geeignet.

Wenn Tropfen und Laser nicht ausreichen, sind operative Methoden möglich. Es gibt klassische Operationen und neuere minimalinvasive Verfahren mit kleinen Implantaten (MIGS). Diese schonenderen Methoden senken den Augeninnendruck aber meist weniger stark und sind deshalb nicht für alle Fälle geeignet.

Hirn betont, dass die Behandlung immer individuell angepasst wird, je nach Krankheitsverlauf.

Appell der ÖOG: „Right to Sight“ braucht Umsetzung

Die WHO spricht vom globalen „Right to Sight“ – dem Recht, nicht vermeidbar blind zu werden. Die ÖOG fordert in ihrem 2024 veröffentlichten „Weissbuch Augenheilkunde“ konkrete Maßnahmen in Österreich zur Prävention und verbesserten Versorgung. MRin Dr.in Gabriela Seher sagt: Nur so lassen sich vermeidbare Sehbeeinträchtigungen wie durch das Glaukom reduzieren und die Lebensqualität der Menschen langfristig sichern.

Über die ÖOG

Die Österreichische Ophthalmologische Gesellschaft (ÖOG) wurde 1954 gegründet und hat ihren Sitz in Wien. Etwa 1000 Augenärzt:innen aus Privatpraxen und Krankenhäusern in ganz Österreich sind Mitglied. Die ÖOG fördert Forschung, Aus- und Weiterbildung und setzt sich für die Augengesundheit der Bevölkerung ein. Die Botschaft der Augenärzt:innen lautet: Augengesundheit ist mehr als nur gutes Sehen.

Die Pressearbeit wurde unterstützt von Thea Pharma GmbH, Neumed AG und Askin&Co GmbH.

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