Bischofskonferenz fokussiert verfolgte Christen und Synodalität

In Österreich haben sich die katholischen Bischöfe am Montag zu ihrer ersten großen Vollversammlung im Jahr 2026 getroffen. Der Veranstaltungsort ist das Bildungshaus „Haus der Frauen“ in St. Johann bei Herberstein in der Oststeiermark. Die Versammlung dauert vier Tage. Gleich zu Beginn gab es einen Studientag, der sich mit der weltweiten Situation von Christen beschäftigt, die verfolgt werden. Dabei sprechen die Bischöfe auch über die Kriege im Nahen Osten und in der Ukraine. Es besteht die Sorge, dass sich die Konflikte weiter ausbreiten könnten und der Bischofskonferenz-Vorsitzende, Salzburgs Erzbischof Franz Lackner, kündigte in einem Interview mit ORF und Kathpress an, dass die Kirche dazu auch politisch Stellung beziehen wird.

Weihbischof Franz Scharl hatte den Studienteil vorbereitet. Der Gastgeber, Bischof Wilhelm Krautwaschl aus Graz, sagte, dass Christen momentan die „meistverfolgte Religionsgesellschaft“ weltweit seien. Dieses Thema werde oft übersehen. Deshalb wollen die Bischöfe besonders darauf aufmerksam machen, wie viele Menschen unter Intoleranz, Diskriminierung und Verfolgung leiden. Die Kirche versucht, „das zu tun, was wir immer tun können: Beten, aufmerksam machen, gemeinsam unterwegs sein und den Menschen helfen, die oft unschuldig betroffen sind“, erklärte Krautwaschl im Interview mit Kathpress und ORF. Auch der Bischof von Innsbruck, Hermann Glettler, betonte im Gespräch, dass die Bischöfe „die Friedensethik stärken“ wollen. Sie möchten auf der Seite der Leidenden stehen und trotz schwieriger Entwicklungen Hoffnung für die Zukunft bewahren.

Ein weiteres wichtiges Thema ist der Synodalitäts-Prozess, der von Papst Franziskus in Gang gesetzt wurde. Dabei geht es darum, wie Kirche auf verschiedenen Ebenen offener und gemeinschaftlicher arbeiten kann. In den letzten Monaten haben sich die österreichischen Diözesen intensiv damit beschäftigt. „Jetzt setzen wir konkrete Schritte, wie der synodale Geist möglichst überall in den Pfarrgemeinden umgesetzt wird“, sagte Erzbischof Lackner. Sein Kollege aus Wien, Josef Grünwidl, der seit Januar als Erzbischof im Amt ist und zum ersten Mal an der Vollversammlung teilnimmt, sieht die Verankerung dieser synodalen Arbeit in den Gemeinden als eine der wichtigsten Aufgaben.

Zum Thema „Frauen in der Kirche“ wies Grünwidl auf einen Aufruf von Caritas-Europa-Präsident Michael Landau hin. Anlässlich des Weltfrauentags am 8. März hatte Landau betont, dass die Kirche „noch klüger und noch weiblicher“ werden müsse. Der Wiener Erzbischof sieht es als „dringend notwendigen Schritt“, mehr Frauen in Führungspositionen in der Kirche zu bringen.

„Das Miteinander unter den Bischöfen stärken“

Ein zentrales Thema bei der Versammlung wird die Neuverteilung von Verantwortlichkeiten unter den Bischöfen sein. Die Kommissionen und Referate der Bischofskonferenz werden alle fünf Jahre neu besetzt. Es geht darum, zu überprüfen, ob die Aufgaben noch passend verteilt sind. Bischof Krautwaschl sagte, „Wir werden uns gut einigen, auch um das Miteinander unter den Bischöfen zu stärken“. Lackner ergänzte, dass so Aufgaben und Verantwortlichkeiten besser und effizienter verteilt werden können.

Die Vollversammlung diskutiert außerdem gesellschaftliche Themen wie Armut, besonders im Zusammenhang mit Sparmaßnahmen im Staatshaushalt, Bildung und das Engagement von Laien in der Kirche. Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Austausch über die aktuelle Lage in Gesellschaft und Kirche. Der Apostolische Nuntius in Österreich, Erzbischof Pedro Lopez Quintana, wird am Mittwochnachmittag erwartet und zum Gespräch mit den Bischöfen zusammenkommen.

Besondere Momente der viertägigen Sitzung sind ein Eröffnungsgebet am Montag, das Treffen mit Nuntius Lopez Quintana am Mittwoch sowie eine Festmesse am Mittwochabend um 18 Uhr in der Pfarrkirche Pischelsdorf. Zu dieser Feier sind alle Gläubigen eingeladen. Erzbischof Lackner wird die Messe leiten, Erzbischof Grünwidl wird predigen. Die Vollversammlung endet am Donnerstag, den 12. März.

Über die Ergebnisse der Versammlung wird Erzbischof Lackner am Freitag, dem 13. März, bei einer Pressekonferenz in Wien informieren. Diese findet um 10 Uhr im „Club Stephansplatz 4“ (Stephansplatz 4, 1010 Wien) statt.

Copyright 2026, Kathpress (www.kathpress.at). Alle Rechte vorbehalten

Rückfragen

KATHPRESS, Dr. Paul Wuthe, (01) 512 52 83, redaktion@kathpress.at,
https://www.kathpress.at

KI-BEARBEITETER OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. Originaltext www.ots.at
(C) Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender. Kathpress

GesellschaftKircheKriegÖsterreichReligionReligionsfreiheit
Comments (0)
Add Comment