Neurologische Erkrankungen können sich auf den Bewegungsapparat auswirken. Das bedeutet, dass Kinder mit solchen Erkrankungen oft Probleme haben, sich zu bewegen oder selbstständig zu sein. Um diesen Kindern zu helfen, gibt es verschiedene Therapien, die sie unterstützen, mobiler zu werden und Alltagssituationen besser zu meistern. Wie wichtig das ist, erzählt Fatima R., die Mutter der siebenjährigen Sophia, im aktuellen Vinzenz magazin.
Sophia kam mit Trisomie 21 zur Welt. Deshalb lernte sie erst mit etwa zweieinhalb Jahren laufen. „Doch nur einige Monate später konnte sie weder stehen noch gehen. Und ich musste ihr beibringen, mit dem Rollstuhl zu fahren, während andere Eltern ihren Kindern das Fahrradfahren lehrten“, sagt ihre Mutter. Daraufhin wurde Sophia von einem Spezialteam für Neuroorthopädie im Orthopädischen Spital Speising untersucht, das von OA Dr. Alexander Krebs, MSc., geleitet wird.
Bei Sophia war die Diagnose schnell klar: „Eine Bandinstabilität und Überbeweglichkeit hatten dazu geführt, dass beide Kniescheiben seitlich verrutscht waren und das Mädchen nicht mehr gehen konnte“, erklärt Dr. Krebs. Solche „Bandinstabilitäten“ sind Schwächen in den Bändern, die für die Stabilität der Gelenke sorgen. Um Sophias Knie wieder richtig zu stabilisieren, war eine Operation notwendig. Heute kann sie wieder kurze Strecken alleine gehen, weil ihre Knie stabil sind.
Vor einer Operation versucht das Team immer zuerst mit anderen Therapien zu helfen, z. B. mit Physiotherapie, Ergotherapie, speziellen Schuhen sowie Sitz- und Stehhilfen. Es ist wichtig, damit früh zu beginnen. Trotzdem sind manchmal Operationen nötig. Wichtig ist, dass viele der Bewegungsprobleme nicht komplett geheilt werden können, weil die zugrundeliegende neurologische Krankheit bestehen bleibt. Trotzdem kann durch die Behandlung die Lebensqualität der Betroffenen stark verbessert werden.
Volkskrankheit Rheuma
Etwa 20 Prozent der Menschen leiden unter Rheuma. Rheuma ist ein Sammelbegriff für über 400 verschiedene Krankheiten, erklärt Prim. Doz. Dr. Edmund Cauza, Leiter der Inneren Medizin im Herz-Jesu Krankenhaus Wien, im Interview. Oft ist der Grund eine Autoimmunreaktion – dabei greift der Körper fälschlicherweise eigenes Gewebe an. Die Behandlungsmöglichkeiten sind vielfältig, zum Beispiel in der Rheumaambulanz des Herz-Jesu Krankenhauses: „Im Akutfall behandeln wir mit schmerzhemmenden Medikamenten und Kortison. Im Zeitalter der Biologika haben wir ein großes Arsenal an Medikamenten zur Verfügung, die spezifisch und zielgerichtet wirken“. Zusätzlich helfen Therapien wie Kältetherapie oder Heilstollen mit radonhaltiger Strahlung. Auch Bewegung spielt eine wichtige Rolle, damit die Gelenke beweglich bleiben.
Ich bin ein neuer Mensch
Eine neue Operationsmethode hilft Menschen mit schwerer Adipositas (extremer Übergewicht). Die sogenannte SADI-S (Single Anastomosis Duodeno-Ileale Bypass mit Sleeve)-Technik wird im spezialisierten Adipositas-Zentrum des Barmherzige Schwestern Krankenhauses Wien angewendet. Dieses Zentrum wurde bereits dreimal von der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie zertifiziert – zuletzt im Herbst 2025. Wie die Methode genau funktioniert, erklärt Prim. Univ.-Prof. Dr. Alexander Klaus, Leiter der Chirurgie, in der aktuellen Ausgabe des Vinzenz magazin.
Eine Patientin, die vor der OP einen Body-Mass-Index (BMI) von 57 und ein Gewicht von 149,6 Kilogramm hatte, berichtet: Dank der Operation hat sie inzwischen 53 Kilo abgenommen und fühlt sich viel besser.
Wenn sich die Zeit endlos zieht
Die Wartezeit von der Diagnose Krebs bis zum Beginn der Behandlung ist für viele Betroffene sehr belastend. Mag.a Christina Mayr-Pieper, Leiterin der Klinischen Psychologie am Ordensklinikum Linz, erklärt, wie sich diese Zeit für Patient*innen anfühlt und wie sie damit umgehen können. Typische Probleme sind „Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Grübeln und das Durchdenken von Katastrophenszenarien“. Um nicht in diesen bedrückenden Gedanken zu verharren, helfen eine klare Tagesstruktur und planbare Aktivitäten. Nach der Behandlung ist die Angst vor einem Rückfall oft weiterhin groß – bis zu einem Drittel der Patient*innen hat diese Sorge besonders stark, zumindest bis zur ersten Kontrolluntersuchung.
Vom Konditor zum Pflegeassistent
Der Wiener Stefan Bösenbacher musste wegen einer Staublunge seinen Beruf als Konditor aufgeben. Eine Staublunge entsteht durch das Einatmen von feinem Staub, der die Lunge schädigt. Seine zweite berufliche Erfüllung fand er als Pflegeassistent im Haus St. Katharina der Barmherzige Schwestern Pflege & Wohnen GmbH. Im Vinzenz magazin erzählt er, warum er den Wechsel nie bereut hat: „Als Pfleger sehe ich mich in einer sozial wichtigen, menschlich relevanten und für mich erfüllenden Rolle. Als Bäcker arbeitete ich relativ einsam an der Erfüllung meines Plansolls. Jetzt bin ich in einem Team mit Menschen, die mir etwas geben und denen ich viel zurückgeben kann.“
Vinzenz magazin: Erhältlich als Print- und digitale Ausgabe
Das Vinzenz magazin erscheint viermal im Jahr als gedrucktes Magazin und richtet sich an alle, die sich für Gesundheitsthemen interessieren. Es gibt viele spannende Berichte aus den verschiedenen Bereichen der Medizin und Pflege.
Das Magazin gibt es auch online. Die digitale Ausgabe finden Sie unter www.vinzenz-magazin.at.
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