Die wirtschaftliche Lage in der Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechnik (SHL) verbessert sich langsam, nachdem sie lange Zeit schlecht war. Insgesamt läuft es aber noch nicht so gut. „Bei vielen Betrieben kommt der Aufschwung noch nicht an. Der Neubaubereich schwächelt weiterhin. Was uns trägt, ist momentan die Sanierung – vor allem der Heizungstausch und im Sanitärbereich“, erklärte Anton Berger, der seit Juni 2025 Bundesinnungsmeister ist, bei einem Pressegespräch auf der Energiesparmesse in Wels. Die Sanierung alter Gebäude ist also zurzeit besonders wichtig, weil beim Neubau nicht viel gebaut wird.
Öffentliche Gebäude brauchen dringend Verbesserungen
Laut einer neuen Studie werden noch immer rund ein Drittel der öffentlichen Bundesgebäude mit fossilen Brennstoffen beheizt, also mit Öl oder Gas, die das Klima schädigen. Nur etwa 5 Prozent dieser Gebäude erfüllen gute Energiestandards. Berger sagte dazu: „Die öffentliche Hand sollte bei ihren Gebäuden mit gutem Beispiel vorangehen, wenn es darum geht, die gesetzlichen Umweltvorgaben und -ziele zu erreichen.“
Deshalb hat die Regierung die Sanierungsoffensive 2026 gestartet, die zwei wichtige Förderungen anbietet: zum einen Geld für den Austausch alter Heizkessel gegen moderne, energieeffiziente Heizsysteme, zum anderen einen Bonus für thermisch-energetische Sanierungen, also Verbesserungen an der Wärmedämmung und Technik. Von 2026 bis 2030 sind dafür pro Jahr 360 Millionen Euro vorgesehen, also insgesamt 1,8 Milliarden Euro. Das ist eine große Summe, um den Energiesektor nachhaltiger zu machen.
Laut dem Ministerium wurden nach dem Start der Sanierungsoffensive Ende November 2025 rund zwei Drittel aller Förderanträge für den Sanierungsbonus eingereicht, nur etwa ein Drittel für den Kesseltausch. Da der Austausch der Kessel aber im Vergleich viel mehr CO₂ einsparen kann, wurde die Förderung geändert: Seit Februar 2026 können neue Anträge nur noch für den Kesseltausch gestellt werden.
Mehr Klimaeffekt und Sicherheit für die Planung
Für die Bundesinnung bedeutet diese Änderung eine gute Chance, den CO₂-Ausstoß schneller zu senken und die Energieeffizienz von Gebäuden zu verbessern, besonders durch modernisierte Heizungen. „Wenn wir mit dem eingesetzten Geld möglichst viel CO₂ einsparen wollen, dann ist der Kesseltausch ein starker Hebel. Und wichtig ist auch: Die Konsumentinnen und Konsumenten und die Betriebe können endlich besser planen“, so Berger.
Die Förderperiode von 2026 bis 2030 bietet eine langfristige Planungssicherheit, was insbesondere von den Unternehmen begrüßt wird. Zudem gibt es einen extra Bonus von 2.500 Euro, wenn zusätzlich zur neuen Heizung auch eine thermische Solaranlage eingebaut wird. Solche Anlagen unterstützen mit Sonnenenergie die Wärmeversorgung und sparen zusätzlich Energie.
Eine schnelle und konsequente Modernisierung der öffentlichen Gebäude kann deshalb doppelt helfen: Sie verbessert messbar das Klima – und zeigt der Bevölkerung sowie den Unternehmen, wie wichtig Umweltziele sind. „Die Sanierungsoffensive schafft dafür einen finanziellen Rahmen. Entscheidend wird sein, dass die Umsetzung in der Breite gelingt und Modernisierung punktgenau dort stattfindet, wo die CO₂-Einsparungen pro Euro besonders hoch sind,“ betonte Berger.