Seit 1. März 2026 gibt es bei der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) mehrere Leistungskürzungen. Die Arbeiterkammer (AK) Oberösterreich fordert, diese Kürzungen rückgängig zu machen und dass die Selbstverwaltung der ÖGK wieder klar von Arbeitnehmern dominiert wird.
Diese Kürzungen belasten die Versicherten finanziell noch mehr. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass nur noch 36 Prozent der AK-Mitglieder in Oberösterreich mit dem Gesundheitssystem zufrieden sind – das ist der niedrigste Wert seit Beginn der Erhebungen. Gleichzeitig steigen die Ausgaben für private Gesundheitsleistungen stark an und machen inzwischen fast ein Viertel aller Gesundheitskosten aus.
AK-Präsident Andreas Stangl warnt: „Die Versicherten werden bereits jetzt durch Selbstbehalte zur Kasse gebeten. Nun werden auch noch weitere Leistungen der ÖGK gekürzt. Das trifft vor allem Arbeitnehmer:innen und deren Familien
“.
Welche Leistungen wurden seit 1. März gekürzt?
- Der Familienzuschlag beim Krankengeld entfällt. Früher gab es ab dem 43. Krankheitstag 10 Prozent mehr für Familien, das fällt weg.
- Transportkosten werden nur noch übernommen, wenn eine medizinisch bedingte Gehunfähigkeit vorliegt. Sekundärtransporte werden gar nicht mehr bezahlt.
- Die Zuzahlung bei Zahnersatz ist gestiegen. Versicherte müssen jetzt 30 Prozent selbst bezahlen – vorher waren es 25 Prozent.
- Bei Kieferregulierungen wurden die Bedingungen für die Kostenübernahme deutlich verschärft. Zwei wichtige Kriterien für Kieferfehlstellungen wurden strenger gemacht.
Insgesamt bedeuten diese Änderungen, dass jährlich mindestens 34 Millionen Euro weniger an Leistungen für die Versicherten zur Verfügung stehen.
Warum ist die ÖGK nicht mehr so stark von Arbeitnehmern geprägt?
Mit der Fusion der Krankenkassen wurde die Struktur der Sozialversicherung stark verändert. Dabei haben die Arbeitnehmer ihre klare Mehrheit in der Selbstverwaltung verloren. Viele Entscheidungen werden nun zentral getroffen. Die AK Oberösterreich sieht die aktuellen Kürzungen als direkte Folge davon, dass die Arbeitnehmervertretung in der ÖGK geschwächt wurde.
AK-Präsident Stangl sagt dazu: „Wenn die Arbeitgeberseite in der ÖGK das Sagen hat, geht das auf Kosten der Versicherten. Damit muss jetzt Schluss sein. Die ÖGK muss wieder zurück in die Hände der Versicherten gegeben werden
“.
Das fordert die Arbeiterkammer Oberösterreich:
- Die sofortige Rücknahme der Leistungskürzungen durch die ÖGK
- Eine gerechte und qualitativ gute Gesundheitsversorgung für alle Menschen in Oberösterreich
- Dass die Arbeitnehmer:innen als Versicherte in der ÖGK wieder die klare Mehrheit in der Selbstverwaltung bekommen. Die Beiträge sollen dort verwaltet werden, wo die Menschen leben und arbeiten