„Die heute bekanntgewordenen Leistungseinschnitte der Österreichischen Gesundheitskasse verunsichern viele ältere Menschen in höchstem Maß“, sagt Birgit Gerstorfer, Präsidentin des Pensionistenverbandes Österreichs. Viele ältere Menschen machen sich Sorgen, weil Leistungen wie Krankengeld, Zahnersatz und Krankentransporte gekürzt werden sollen. Diese Leistungen sind für viele ältere Menschen besonders wichtig, da sie oft nur ein begrenztes Einkommen haben. Gerstorfer betont: „Wir teilen die Sorge, dass Kürzungen bei Krankengeld, Zahnersatz und Krankentransporten gerade jene treffen, die ohnehin jede Rechnung dreimal umdrehen müssen.“ Gleichzeitig ist der Verband bereit, an Lösungen mitzuwirken, die die Gesundheitskasse langfristig sichern, dabei aber die ältere Generation nicht zu stark belasten.
Mehrkosten für ältere Menschen begrenzen
Die beschlossenen Änderungen bei der ÖGK bringen einige Verschlechterungen mit sich: Weniger Sonderzahlungen beim Krankengeld, neue Hindernisse bei längeren Krankengelddauern, Wegfall von Familienzuschlägen, höhere Eigenbeteiligungen beim wichtigen Zahnersatz und strengere Regeln für Krankentransporte. Birgit Gerstorfer erklärt: „Für viele ältere Arbeitnehmer*innen und Pensionist*innen mit fixen und oft knappen Einkommen sind solche Mehrbelastungen schlicht nicht verkraftbar.“ Die Finanzlage der ÖGK ist zwar schwierig, aber es darf nicht sein, dass vor allem chronisch Kranke, Menschen mit niedrigen Pensionen oder eingeschränkter Mobilität die Hauptlast tragen müssen. Die Gesundheitskasse steht vor großen Herausforderungen, weil die Ausgaben steigen, unter anderem durch mehr ältere Menschen, die Betreuung und medizinische Versorgung brauchen.
Ältere Menschen zahlen schon jetzt viel ein
„Die ältere Generation leistet bereits jetzt einen überdurchschnittlich hohen Beitrag zur Stabilisierung der Krankenversicherung – allein durch die Erhöhung der Krankenversicherungsbeiträge für Pensionist*innen bringt sie der Kasse rund eine halbe Milliarde Euro jährlich zusätzlich“, erinnert Gerstorfer. Viele ältere Menschen haben jahrzehntelang eingezahlt und zahlen oft auch mehr als andere, dennoch sollen sie nun zusätzlich weniger Leistungen bekommen. Das ist für den Pensionistenverband nicht gerecht.
Ältere sollten stärker mitbestimmen
Der Pensionistenverband sieht in den aktuellen Entscheidungen einen klaren Beweis, wie wichtig es ist, die ältere Generation stärker in den Entscheidungsprozessen der Sozialversicherung einzubinden. Gerstorfer warnt: „Wenn bei Satzungsänderungen niemand im Raum sitzt, der konsequent nachfragt, was das für eine 75-jährige Mindestpensionistin oder einen pflegebedürftigen Pensionisten bedeutet, dann entstehen Entscheidungen, die an der Lebensrealität vorbeigehen.“ Deshalb fordert der Verband, dass ältere Menschen schon von Anfang an bei Verhandlungen mitreden dürfen – nicht erst, wenn Sparpakete schon fertig ausgehandelt sind.
Gemeinsame Gespräche für faire Lösungen
Anstatt weiter nur über Kürzungen zu streiten, schlägt der Pensionistenverband einen gemeinsamen Dialog vor. Dabei sollen ÖGK, Seniorenrat, Patienten- und Behindertenvertretungen, Ärztekammer und Sozialministerium zusammenkommen, um die geplanten Änderungen genau zu prüfen. Ziel ist es, besonders belastende Maßnahmen für Ältere zu verbessern oder zurückzunehmen. Außerdem soll ein fairer Sanierungsplan entwickelt werden, der nicht nur Leistungen kürzt, sondern auch an Effizienz, Verwaltungskosten und neue Finanzierungswege denkt. Gerstorfer betont: „Wir sind bereit, konstruktiv mitzuarbeiten – aber wir erwarten, dass die Anliegen der älteren Generation dabei gleichberechtigt berücksichtigt werden.“ Der Verband sieht durch die aktuellen ÖGK-Beschlüsse, wie wichtig es ist, dass ältere Menschen in der Sozialversicherung stärker mitbestimmen können. Ihr Ziel ist deutlich: ein Gesundheitssystem, das bezahlbar bleibt und niemanden zurücklässt – besonders nicht jene, die ihr ganzes Leben lang Beiträge geleistet haben.
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Unabhängiger Pensionistenverband Österreichs
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