Renata Schmidtkunz kritisiert ORF: Frauen im Medienbetrieb unsichtbar nach langer Karriere

Renata Schmidtkunz, eine der prominentesten ORF-Journalistinnen, zieht nach 38 Jahren beim Österreichischen Rundfunk eine kritische Bilanz über den Umgang mit erfahrenen Frauen in der Medienbranche. Ihre Erfahrungen beleuchten strukturelle Probleme wie die mangelnde Wertschätzung älterer Journalistinnen und eine nachlässige Abschiedskultur im öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

Schmidtkunz betont, dass Frauen mit zunehmendem Alter und Erfahrung oft von Bildschirmen verschwinden, ein Phänomen, das durch gesellschaftliche Stereotype verstärkt wird. Diese sogenannte Alterungsdiskriminierung führt dazu, dass kompetente und erfahrene Medienschaffende unsichtbar gemacht werden.

Die ORF-Journalistin spricht auch offen über Rigidität und mancherorts aggressive Umgangsformen, die sie selbst zeitweise zeigen musste, um gehört zu werden. Diese Umstände stehen symbolisch für die Herausforderungen, denen viele Frauen in hierarchisch strukturierten Medienhäusern begegnen.

Experten für Medien- und Geschlechterforschung weisen darauf hin, dass der Gender-Pay-Gap und repräsentative Diskriminierung in der österreichischen Medienlandschaft trotz Fortschritten weiterhin präsent sind. Das Beispiel Schmidtkunz verdeutlicht die Notwendigkeit eines bewussteren Umgangs mit Diversität und Erfahrungswerten in der Medienarbeit.

Im Rahmen der Gender Studies wird gefordert, Abschiedskulturen zu professionalisieren und etablierte Alters- sowie Geschlechterklischees zu überwinden. Nur so können öffentlich-rechtliche Sender wie der ORF ihrer Verantwortung für Vielfalt und Gleichstellung gerecht werden.

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