UGÖD-Frauen zum Weltfrauentag: Kopftuchverbot als Patriarchatsbeweis

Claudia Astner und Marion Polaschek sind Frauenreferentinnen bei den Unabhängigen Gewerkschafter:innen im öffentlichen Dienst. Sie sind besorgt, weil ein großes und kompliziertes Problem nur noch auf das eine Symbol des Kopftuchs reduziert wird. Das betrifft besonders Mädchen, die sowieso schon wenig Macht haben. Sie sagen: „Ein komplexes Problem wird auf ein einziges weibliches Symbol reduziert – mit Folgen für jene, die ohnehin am wenigsten Macht haben. Das Kopftuch ist sicher nicht das drängendste Problem unseres Bildungssystems. Wir brauchen Maßnahmen, die stärken statt stigmatisieren.“ Das bedeutet, es geht nicht darum, ein Kleidungsstück zu verbieten, sondern Kinder und Jugendliche zu unterstützen und ihnen zu helfen.

Symbolpolitik auf Kosten von Mädchen

Die Diskussion um das Kopftuch wird oft so dargestellt, als ob es nur um Kleidervorschriften geht. Dabei geht es eigentlich um wichtige Themen wie Integration, Bildungsgerechtigkeit und soziale Teilhabe. Hier wird oft zu kurz gedacht:
– Mädchen sollen dabei den Druck zwischen Familie und Gesellschaft ausgleichen.
– Wegen Verbotsregeln werden Konflikte oft schlimmer, statt dass sie gelöst werden.
Marion Polaschek bringt es auf den Punkt: „Wer Integration ernst meint, setzt auf Ressourcen, Vertrauensaufbau und Teilhabe – nicht auf Pauschalverbote.“

Erfahrungen aus der Praxis

Lehrer:innen und Pädagog:innen sind Menschen, denen Kinder vertrauen. Sie sind daher keine Strenge- oder Bestrafungsinstanz. Wenn aber Sanktionen und Meldepflichten gelten, leiden diese Vertrauensverhältnisse.
– Schulen sollten Orte sein, an denen Rechte geachtet und Gespräche möglich sind.
– Ausgrenzung und Diskriminierung darf es nicht geben.
Claudia Astner sagt: „Unsere Kolleg:innen brauchen Rückendeckung gegen Diskriminierung – und Spielräume für sensible Einzelfalllösungen.“ Das bedeutet, dass Pädagog:innen Raum brauchen, um gut und individuell auf die Situation der Kinder einzugehen.

Statt Selbstbestimmung: Neue Kontrolle

Das Verbot des Kopftuchs bringt neue Probleme mit sich:
– Statt dass Mädchen selbst bestimmen können, wird ihre Kleidung und ihr Körper durch den Staat überwacht.
– Mädchen werden dadurch oft in peinliche Situationen gebracht und gelten schnell als Regelbrecherinnen.
– Dabei werden Pädagog:innen oft zu Personen, die nur noch Regeln durchsetzen müssen, ohne selbst entscheiden zu können.
Marion Polaschek kommentiert: „Ein Herr im Haus wird durch einen anderen ersetzt. Das widerspricht Selbstbestimmung und Gleichbehandlung.“

Unsere wichtigsten Forderungen

Die Gewerkschafterinnen fordern:
– Das Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren soll zurückgenommen werden.
– Statt Verbote braucht es mehr Unterstützung, zum Beispiel durch Stärkung von Eigenständigkeit (Empowerment), bessere Sozialarbeit und Gespräche mit Eltern und Gemeinschaften.
– Es muss sichergestellt werden, dass Freiheitsrechte wie Religionsfreiheit respektiert werden. Pädagog:innen sollen selbst entscheiden können und verpflichtende Anti-Diskriminierungs-Schulungen bekommen.
Marion Polaschek erklärt dazu: „Wir stehen am Frauenkampftag an der Seite jener, deren Stimmen am seltensten gehört werden.“
Claudia Astner ergänzt: „Wir geben den schwächsten weiblichen Teilen der Gesellschaft bewusst unsere Stimme – als UGÖD-Frauen, als Pädagog:innen, als Kolleg:innen.

Rückfragen

Dr. Stefan Schön
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