In Österreich sind Frauen und Männer immer noch nicht gleich behandelt. Auch wenn es offiziell gleiche Rechte gibt, zeigen sich viele Unterschiede, vor allem bei der Arbeit, erklärt Erich Kniezanrek. Er ist Vorsitzender der Sozialdemokratischen Gewerkschafter:innen (FSG) in der Arbeiterkammer Wien. Besonders deutlich wird das beim „Gender Pay Gap“ – also dem Unterschied im Durchschnittsgehalt zwischen Frauen und Männern. In Österreich liegt dieser Unterschied bei über 18 %, was im Vergleich zu anderen EU-Ländern sehr hoch ist. Kniezanrek sagt dazu: „Die Verantwortung für diese eklatante Lohnschere wird viel zu oft den Frauen selbst zugeschoben – und die wahren Ursachen damit verkannt.“ Das heißt, viele glauben fälschlicherweise, Frauen seien selbst schuld an den niedrigeren Löhnen. Tatsächlich spielen aber Probleme wie die ungleiche Verteilung von unbezahlter Arbeit zuhause, längere Pausen bei der Arbeit wegen Elternzeit und die schlechtere Bezahlung in Berufen, in denen viele Frauen arbeiten, eine große Rolle. Diese Dinge sind Zeichen dafür, dass Frauen systematisch benachteiligt werden, und genau das muss politisch verändert werden.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Teilzeit-Arbeit. Jede zweite Frau in Österreich arbeitet Teilzeit. Kniezanrek sagt: „Einerseits müssen die Ursachen von unfreiwilliger Teilzeit erkannt und verringert werden.“ Dazu helfen mehr Betreuungsplätze für Kinder, zum Beispiel in Kindergärten, und Verbesserungen in Branchen, wo es kaum Vollzeitjobs gibt, etwa im Handel. Andererseits muss Teilzeitarbeit auch besser anerkannt und bezahlt werden, weil manche Frauen wegen körperlich anstrengender Arbeit keine Vollzeit schaffen. Kniezanrek stellt außerdem klar: „Begriffe wie ‚Lifestyle-Teilzeit‘ lehnen wir entschieden ab. Die Datenlage ist eindeutig und bestätigt, dass die Gründe für gewählte und unfreiwillige Teilzeitarbeit bei Frauen anders gelagert sind.“ Wer behauptet, Frauen würden Teilzeit nur aus Lifestyle-Gründen wählen, respektiert nicht die tatsächliche Arbeit und die Herausforderungen, die viele Frauen haben.
Positiv sieht Kniezanrek die Einführung einer neuen Regelung zur Lohntransparenz. Diese soll bis Juni 2026 umgesetzt werden und bedeutet, dass Löhne offener verglichen werden können. Das hilft, Ungleichheiten klarer zu erkennen und zu beseitigen. „Umfassende Lohntransparenz ist ein notwendiger und sehr konkreter Schritt am Weg zur Gleichstellung“, betont er. Dabei ist es wichtig, dass auch kleine Unternehmen mitmachen, damit hier keine Benachteiligungen übersehen werden.
Abschließend erklärt Kniezanrek: „Die FSG wird sich auch in Zukunft mit aller Kraft dafür einsetzen, dass keine einzige Frau aufgrund ihres Geschlechts am Arbeitsplatz diskriminiert wird – in der AK Wien, in den Betrieben und auf der Straße. Und das jeden Tag, nicht nur am 8. März!“ Damit zeigt er, dass der Einsatz für Gleichstellung kontinuierlich und überall stattfinden muss, nicht nur am Weltfrauentag.
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FSG in der AK Wien
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