Zum Internationalen Frauentag fordert die Bundesjugendvertretung (BJV), den Schutz von Frauen und Mädchen vor Gewalt stärker zu verbessern. Besonders wichtig ist die geplante Überprüfung und Verschärfung des Sexualstrafrechts, die im Nationalen Aktionsplan zur Bekämpfung von Gewalt an Frauen und Mädchen bis Mitte 2026 vorgesehen ist. Dies sollte genutzt werden, um das Prinzip „Nur Ja heißt Ja“ umzusetzen. „Es braucht endlich ein Umdenken. Denn es kann nicht sein, dass die Beweislast auf die Betroffenen abgewälzt wird. Nur wenn eindeutig zugestimmt wird, gilt eine sexuelle Handlung als einvernehmlich. Für dieses Konsensprinzip muss besonders auch bei jungen Menschen Bewusstsein geschaffen werden“, erklärt BJV-Vorsitzende Lejla Visnjic. Dieses Prinzip bedeutet, dass sexuelle Handlungen nur dann erlaubt sind, wenn alle Beteiligten eindeutig zustimmen.
Jede dritte Frau erlebt Gewalt
Frauen, Mädchen und auch LGBTQI*-Personen sind besonders oft von Gewalt betroffen. In Österreich erlebt etwa jede dritte Frau im Laufe ihres Lebens körperliche oder sexualisierte Gewalt. Viele Betroffene melden solche Taten aber nicht, weil sie sich schämen oder Angst vor Folgen oder Rache haben.
Schon in 18 EU-Ländern wurde das Zustimmungskonzept in die Gesetze aufgenommen. Dadurch wird besser verstanden, wie Betroffene auf Gewalt reagieren können, zum Beispiel durch Schock oder Angst. Das Ziel ist, die sexuelle Selbstbestimmung zu stärken. Alena Boskovic, Sprecherin des BJV-Frauenkomitees, sagt dazu: „Gewalt ist oft noch ein Tabu-Thema und stark angst- und schambesetzt. Es wird Zeit, dass bei Gewalttaten an Frauen nicht mehr ihre Scham, sondern das Verhalten des Mannes im Mittelpunkt steht.“
Mehr Aufklärung und Bildung nötig
Die BJV betont außerdem, dass neben der Änderung des Sexualstrafrechts auch mehr Aufklärungs- und Bildungsarbeit wichtig ist. Es sollten überall gut finanzierte sexualpädagogische Angebote an Schulen und anderen Bildungseinrichtungen geben. Besonders Jungen und junge Männer brauchen mehr Prävention und Informationen dazu, wie man Grenzen respektiert und einvernehmlich handelt. „Das Sexualstrafrecht zu reformieren allein reicht nicht aus. Wir brauchen altersgerechte Bildungsangebote, die jungen Männern vermitteln, wie man Grenzen respektiert und Einvernehmlichkeit lebt“, so BJV-Vorsitzende Anna Schwabegger.
Zusätzlich kann sexuelle Aufklärung auch dabei helfen, Vorurteile abzubauen und junge Menschen für Themen wie Einwilligung und Respekt im zwischenmenschlichen Umgang zu sensibilisieren. Präventionsprojekte und Workshops sind wichtige Schritte, um Gewalt langfristig zu reduzieren.
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