Regionale Tageszeitungen betonen, wie wichtig Lokaljournalismus für den gesellschaftlichen Zusammenhalt ist. Polarisierung sorgt nicht nur auf nationaler Ebene, sondern auch vor Ort dafür, dass das soziale Klima leidet. Besonders problematisch sind dabei digitale Plattformen, wo Künstliche Intelligenz (KI) und Algorithmen die Verbreitung von Falschnachrichten verstärken.
Am 5. Mai 2026 wird zum ersten Mal im gesamten deutschsprachigen Raum der „Tag des Lokaljournalismus“ gefeiert. In einer gemeinsamen Erklärung betonen wichtige Vertreter der Branche, dass gerade regionale Medienhäuser zuverlässige Informationen liefern und Orientierung geben.
Mit KI erstellte Falschmeldungen, Verschwörungstheorien auf großen Plattformen und Einflüsse von selbsternannten News-Influencern führen zu wachsender Verunsicherung bei Nachrichten. Deshalb sind Lokalzeitungen heute unverzichtbar – sie bieten nicht nur klassische Print-Ausgaben und E-Paper, sondern auch Live-Videos, Apps, Podcasts und personalisierte Newsletter. So helfen sie den Menschen, sich in der riesigen Informationsmenge zurechtzufinden.
Julia Becker, Verlegerin und Aufsichtsratsvorsitzende der FUNKE Mediengruppe, erklärt: „Demokratie entsteht vor unserer Haustür, in den Vereinen, Schulen, Rathäusern und Marktplätzen unserer Städte und Gemeinden. Unsere Lokalzeitungen machen unsere Demokratie lebendig, weil sie all den großen und kleinen Helden Sichtbarkeit geben. Weil sie Missstände aufdecken. Beim Tag des Lokaljournalismus zeigen wir: Wir gehen raus, weil Demokratie das ehrliche Gespräch mit Menschen braucht.“
Jan Ippen, CEO der Ippen Digital GmbH, sagt, Lokalmedien verbinden authentische Berichterstattung mit moderner Technik: „Wir haben den Tag des Lokaljournalismus ins Leben gerufen, weil wir vor einer großartigen Chance stehen: Mit der neuesten Generation von Plattform-Technologien und intelligenten Assistenzsystemen können wir modernen Lokaljournalismus weiter stärken. So schaffen wir die Grundlage dafür, dass lokale Medien auch künftig durch Nähe, Relevanz und verlässliche Qualität ihre Aufgabe für unsere demokratische Öffentlichkeit erfüllen können.“
Thomas Düffert, Vorsitzender der Konzerngeschäftsführung der Madsack Mediengruppe, weist auf die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Verlagen hin: „Die Zukunft des Lokaljournalismus entscheidet sich nicht im Alleingang, sondern im Miteinander. Wenn wir regionalen Journalismus nachhaltig sichern wollen, brauchen wir Tempo und den Willen zur Zusammenarbeit über Verlagsgrenzen hinweg. Der Tag des Lokaljournalismus ist nicht nur der beste Beleg für ein untergehaktes Vorgehen der Branche, er zeigt auch, dass Regional- und Lokalverlage weiterhin bereit sind, Verantwortung zu übernehmen – vor allem für die Menschen vor Ort.“ Deshalb nennt Düffert den Lokaljournalismus die „Königsdisziplin im Journalismus“.
Matthias Ditzen-Blanke, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) und Verleger der Nordsee-Zeitung, betont die gesellschaftliche Verantwortung: „Lokaljournalismus ist unverzichtbar für die Demokratie vor Ort. Er ordnet die großen gesellschaftlichen Fragen in die Lebenswirklichkeit der Menschen ein. Er schafft Raum für Diskurs und Debatte über das, was richtig und notwendig ist. Durch seine Nähe ermöglicht er echten Dialog – er hört zu, macht sichtbar, was Menschen bewegt, und bildet so die Grundlage für verantwortliche politische Entscheidungen.“
Der „Tag des Lokaljournalismus“ wird erstmals am 5. Mai 2026 mit Beteiligung von Regionalverlagen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg gefeiert. Ziel ist es, die Vorteile des lokalen Journalismus sichtbar zu machen, besonders für junge Menschen. Unter dem Motto „Raus aus den Redaktionen, rein ins Leben“ sollen Aktionen wie mobile Newsrooms, Redaktionsbesuche und Newscamps direkten Kontakt zu Bürgerinnen und Bürgern ermöglichen. Die Kampagne wurde von Ippen.Media zusammen mit dem Verlagsprojekt DRIVE initiiert, das von dpa und Highberg / Schickler koordiniert wird. Unterstützt wird sie unter anderem vom BDZV, dem Verband Deutscher Lokalzeitungen (VdL), der „Drehscheibe“ (Bundeszentrale für politische Bildung), der Initiative18 der Werbewirtschaft sowie den Verbänden VÖZ und Verlegerverband SCHWEIZER MEDIEN. Auch die Weltverbände INMA und WAN-IFRA sind Partner.
Über IPPEN.MEDIA
IPPEN.MEDIA ist die Dachmarke der Mediengruppe Ippen und vereint über 80 Medienmarken. Darunter sind bekannte Zeitungen wie die Frankfurter Rundschau, der Münchner Merkur, die HNA und die Kreiszeitung sowie digitale Angebote wie BuzzFeed DACH und Ingame.de.
Über DRIVE
Die Digital Revenue Initiative (DRIVE) wurde 2020 gegründet. Hier arbeiten dpa und die Unternehmensberatung Highberg mit 30 regionalen Verlagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammen, um digitale Einnahmen zu steigern. DRIVE nutzt dabei Data Science, Künstliche Intelligenz und neue Formen der Zusammenarbeit.
Mitglieder von DRIVE sind unter anderem: Aschendorff Medien (Münster), Badische Neueste Nachrichten (Karlsruhe), Badischer Verlag (Freiburg), Diesbach Medien (Weinheim), Generalanzeiger Bonn, Grafschafter Nachrichten (Nordhorn), Hamburger Abendblatt (Hamburg), Heilbronner Stimme (Heilbronn), Ibbenbürener Volkszeitung (Ibbenbüren), Mediengruppe Attenkofer (Straubing), Medienhaus Aachen, Medienhaus Lensing/Rumble (Dortmund), Medienholding Süd (Stuttgart), OWL Digital (Bielefeld), Neue Pressegesellschaft (Ulm), Nordsee-Zeitung (Bremerhaven), NOZ/mh:n-Mediengruppe (Osnabrück), OM-Medien (Emsteck), Rheinpfalz (Ludwigshafen), Russmedia (Schwarzach), Saarbrücker Zeitungsgruppe (Saarbrücken), Somedia (Chur), Tiroler Tageszeitung (Innsbruck), Verlag Nürnberger Presse (Nürnberg), VRM (Mainz), Zeitungsgruppe Ostfriesland (Leer) und Zeitungsverlag Waiblingen.
Über dpa
Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) wurde 1949 gegründet und gehört zu den führenden unabhängigen Nachrichtenagenturen weltweit. Sie liefert Medien, Unternehmen und Organisationen Texte, Fotos, Videos, Grafiken, Hörfunkbeiträge und mehr. Die dpa berichtet in sieben Sprachen und beschäftigt rund 1000 Journalistinnen und Journalisten an etwa 140 Standorten. Rund 170 deutsche Medienunternehmen sind Gesellschafter der dpa. Die Zentralredaktion unter Chefredakteur Sven Gösmann sitzt in Berlin, die Geschäftsführung mit Vorsitzendem Peter Kropsch ist in Hamburg. Vorsitzender des Aufsichtsrats ist Daniel Schöningh, CEO der Ippen-Mediengruppe.
Viele Medien vertrauen der unabhängigen, neutralen und überprüften Berichterstattung der dpa. Die Agentur arbeitet nach Grundsätzen, die Unabhängigkeit von politischen, wirtschaftlichen oder staatlichen Einflüssen sichern. Staatliche oder private finanzielle Zuwendungen lehnt die dpa grundsätzlich ab. Projektbasierte Förderungen werden nur nach strenger Prüfung und in Ausnahmefällen angenommen. Eine Übersicht zu diesen Projekten gibt es auf der Website der dpa.