Schockierende AK-Befragung: Warum immer mehr Oberösterreicher ihre Gesundheitsversorgung komplett ablehnen!

Eine neue Umfrage zeigt: Die Zufriedenheit mit dem Gesundheitssystem in Oberösterreich ist weiter gesunken und erreicht einen Tiefpunkt. Viele Menschen müssen lange auf Termine oder Operationen warten. Deshalb suchen immer mehr Patient:innen teure Wahl- oder Privatärzt:innen auf. So wird die medizinische Versorgung immer mehr davon bestimmt, wie viel Geld jemand hat. Die Politik muss deshalb dringend handeln.

Die versprochene „Patientenmilliarde“ der türkis-blauen Bundesregierung stellte sich als PR-Trick heraus. Die Rücklagen der oberösterreichischen Gesundheitskasse (OÖGKK) von etwa 500 Millionen Euro sind in der österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) verloren gegangen. Das Land Oberösterreich und die ÖGK tun sich schwer damit, notwendige Gesundheitsangebote auszubauen.

Derzeit sind nur noch 36 Prozent der Mitglieder der Arbeiterkammer (AK) in Oberösterreich mit dem Gesundheitssystem zufrieden. Das sind acht Prozent weniger als im Vorjahr. Besonders betroffen sind Menschen mit wenig Geld: Fast die Hälfte von ihnen ist unzufrieden. Bei Menschen mit gutem Einkommen sind es nur 18 Prozent.

Frauen sind unzufriedener als Männer
29 Prozent der Frauen sind unzufrieden mit dem Gesundheitssystem, aber nur 25 Prozent der Männer. Außerdem sind Personen mit chronischen Krankheiten sehr kritisch gegenüber dem System.

Fast 60 Prozent der Befragten fühlen sich stark oder sehr stark belastet, weil sie lange auf einen Termin bei Fachärzt:innen, für Untersuchungen oder Operationen warten müssen. Über die Hälfte bekam keinen Termin, weil keine neuen Patient:innen angenommen werden. Fast die Hälfte wartete mehr als drei Monate auf eine Operation. Am stärksten betroffen sind Menschen mit wenig Geld.

Gesundheit hängt immer mehr vom Geld ab
Wegen der langen Wartezeiten nutzen viele Versicherte Wahlärzt:innen oder Privatärzt:innen oder schließen Zusatzversicherungen ab. 56 Prozent sagen, sie bekommen so schneller einen Termin. Für 45 Prozent ist die bessere Qualität der Behandlung wichtig. 28 Prozent haben schon deshalb eine Wahlpraxis gewählt, weil sie keinen Termin in einer Kassenordination bekommen haben. 24 Prozent wählen Privatärzt:innen, weil diese sich meist mehr Zeit für die Behandlung nehmen.

Durch diesen Trend zur privaten Behandlung entstehen aber zwei Probleme: Menschen, die sich einen Wahlarzt oder Zusatzversicherung nicht leisten können, bleiben oft ohne ausreichende Versorgung. Und es entsteht eine Zwei-Klassen-Medizin mit unterschiedlichen Behandlungschancen.

Politik muss schnell handeln
Der Marketinggag der Kassenfusion kommt uns teuer zu stehen und die Landespolitik muss endlich nachhaltige Maßnahmen zur Verbesserung des Gesundheitssystems setzen“, sagt AK-Präsident Andreas Stangl. Er fordert:

  • Eine faire und gute Gesundheitsversorgung für alle Menschen in Oberösterreich, unabhängig vom Einkommen.
  • Die freien Stellen bei den Kassenärzt:innen müssen schnell besetzt werden, und die Primärversorgungszentren sollen besser ausgebaut werden. Es soll einen gesetzlichen Anspruch auf Betreuung durch eine:n Allgemeinmediziner:in geben.
  • Solange es zu wenig Kassenärzt:innen gibt, müssen Patient:innen die vollen Kosten erstattet bekommen, wenn sie Wahlärzt:innen besuchen.
  • Wartezeiten auf Leistungen im öffentlichen Gesundheitssystem müssen überall stark verkürzt werden. Besonders die Vergabe von Terminen für geplante Operationen muss fair und transparent sein.
  • Die Beiträge der Versicherten sollen wieder überwiegend von den Arbeitnehmer:innen verwaltet werden. Außerdem soll die Verwaltung der Beiträge regional stattfinden, also dort, wo die Menschen leben und arbeiten.

Weiterführende Informationen finden Sie in der ausführlichen Pressekonferenzunterlage. Ein Foto von AK-Präsident Andreas Stangl und IFES Geschäftsführer Dr. Reinhard Raml steht ebenfalls für Sie bereit.
Foto: AK OÖ / Wolfgang Spitzbart

Rückfragen

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Mag. Dominik Bittendorfer
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E-Mail: dominik.bittendorfer@akooe.at
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