Tiroler Sicherheitslandesrätin fordert Ende der Vollkaskomentalität bei Lawineneinsätzen

In Tirol hat Sicherheitslandesrätin Astrid Mair (ÖVP) jüngst ein Ende der sogenannten Vollkaskomentalität bei Lawineneinsätzen gefordert. Dabei handelt es sich um eine kritische Haltung gegenüber der bisher häufig selbstverständlichen Übernahme aller Kosten durch den Staat, auch wenn bei Lawinenunfällen grobe Fahrlässigkeit vorliegt.

Die Landesrätin brachte in diesem Kontext Regressforderungen ins Spiel. Diese sollen dann zum Tragen kommen, wenn Einsatzkosten durch unverantwortliches Verhalten von Betroffenen verursacht werden. Damit will Mair ein Bewusstsein schaffen, dass die Sicherheit in alpinen Gefahrenzonen nicht als Selbstläufer betrachtet werden darf.

Lawinen sind in den Alpen eine ernsthafte Gefahr für Wintersportler und Bergsteiger. Neben den traditionellen Lawinenwarnstufen der Gefahrenkarte, die von 1 (gering) bis 5 (sehr hoch) reichen, sind auch präventive Maßnahmen wie Lawinensprengungen und strukturelle Schutzmaßnahmen wichtig. Dennoch benötigen Rettungseinsätze oft hohe personelle und finanzielle Ressourcen.

Die Forderung nach Regress bei grober Fahrlässigkeit, etwa bei Missachtung von Warnhinweisen oder dem Befahren von Sperrzonen, stellt einen Paradigmenwechsel dar. Bisher wurden Lawineneinsätze in einer Art Vollkaskoversicherung betrachtet, bei der der Staat immer finanziell einspringt. Die neue Haltung soll Eigenverantwortung stärken und die Ressourcennutzung optimieren.

Diese Debatte im Tiroler Alpenraum reflektiert auch eine breitere Diskussion um nachhaltige Risikomanagement im alpinen Raum und die Rolle von Staat und Individuen in der Gefahrenprävention.

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