Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 hat Österreich eine erhebliche Anzahl geflüchteter Ukrainer:innen in der Grundversorgung aufgenommen. Im September 2022 erreichte die Zahl dieser Geflüchteten mit mehr als 57.000 Personen ihren Höhepunkt. Aktuell befinden sich rund 29.500 Ukrainer:innen in der österreichischen Grundversorgung, was einem deutlichen Rückgang entspricht.
Die Grundversorgung stellt eine vorübergehende Unterstützung für Asylwerber:innen und Schutzsuchende dar, die in Österreich noch keinen regulären Aufenthaltsstatus erhalten haben. Sie umfasst unter anderem Unterkunft, Verpflegung und Basisgesundheitsversorgung. Dieser Status ist gesetzlich geregelt und bildet oft die erste Anlaufstelle für Schutzsuchende nach Einreise.
Der starke Rückgang der Zahl der Ukrainer:innen in der Grundversorgung ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Zum einen hat die österreichische Regierung verschiedene Maßnahmen zur Integration und zur erleichterten Arbeitsaufnahme umgesetzt, etwa über das Asyl- und Aufenthaltsgesetz, wodurch Betroffene schneller reguläre Aufenthalts- und Arbeitsrechte erlangen können. Zum anderen kehren einige Geflüchtete in ihre Heimat oder in Drittstaaten zurück, insbesondere wenn sie dort sichere Lebensbedingungen vorfinden.
Ein weiterer Aspekt ist die direkte Unterstützung durch private Initiativen und NGOs, die vielfach dazu beitragen, längerfristige Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten außerhalb der staatlichen Grundversorgung zu schaffen. Diese Entwicklungen spiegeln sich auch in den Zahlen wider und zeigen die Dynamik in der österreichischen Flüchtlingshilfe und Integration.
Die Herausforderungen bleiben jedoch bestehen: Die Sicherstellung ausreichender Ressourcen für die Grundversorgung und die nachhaltige Integration der Geflüchteten in den Arbeitsmarkt und das Sozialsystem sind weiterhin zentrale Aufgaben für Politik und Gesellschaft.
Die Situation in Österreich ist Teil eines größeren europäischen Trends, bei dem die Zahl der Geflüchteten aus der Ukraine zunächst stark anstieg, sich aber nun aufgrund sich ändernder Rahmenbedingungen und Lebenslagen zunehmend normalisiert.
Weiterführende Links
- https://www.bundeskanzleramt.gv.at/themen/asyl.html
- https://www.unhcr.org/at/de/news/press/2023/1/63b0e9ef4/ukraine-fluechtlinge-europa.html
- https://www.derstandard.at/story/2000143396349/ukrainer-in-der-grundversorgung-weniger-als-die-haelfte-im-zeitraum-von-einem-jahr
- https://www.oesterreich.gv.at/themen/migration_integration/fluechtlinge.html