Marktentwicklung EU und Österreich
In 19 europäischen Ländern* wurden lt. EHPA 2024 rund 2,31 Millionen Wärmepumpen verkauft (Rückgang von 22 Prozent gegenüber 2023). Insgesamt sind 2024 in diesen Ländern rund 25,5 Millionen Wärmepumpen (oder 13 Prozent der Haushalte) in Betrieb. Diese 25,5 Millionen Wärmepumpen vermieden 21 Milliarden Kubikmeter Gasimporte im Jahr 2024 und sparten etwa 5,4 Milliarden Euro pro Jahr ein. In Bezug auf die Dekarbonisierung leisten Wärmepumpen denselben Beitrag wie die Stilllegung von 50 Millionen Autos mit Verbrennungsmotor, dies entspricht etwa einem Fünftel der 250 Millionen zugelassenen PKWs in der EU.
Wirtschaftsmotor Wärmepumpe in der EU:
- Über 300 Produktionsstätten in der EU – Stärkung der Wirtschaftsstandorte
- 3/4 der in Europa verkauften Wärmepumpen werden in Europa hergestellt – Steigerung der regionalen Wertschöpfung
- 433.000 VZÄ-Beschäftigungseffekt – Ausbau der Beschäftigung
Wärmepumpen-Bestand in Europa 2024
Während skandinavische Länder mit einem sehr hohen Marktanteil von 50 bis mehr als 60 Prozent im Wärmepumpenbestand Vorreiter in der Dekarbonisierung des Heizungsmarktes sind, zeigt sich in anderen EU-Staaten ein differenziertes Bild.
Im führenden Land Norwegen sind 632 Wärmepumpen pro 1.000 Haushalte installiert, gefolgt von Finnland mit 524 und Schweden mit 496.
In Österreich sind pro 1.000 Haushalte 127 Wärmepumpen installiert oder in 13 Prozent der Haushalte.
Im jährlichen Absatz führen ebenfalls skandinavische Länder: In Norwegen wurden pro 1.000 Haushalte 48,1 Wärmepumpen installiert, gefolgt von Finnland mit 32,8 und Schweden mit 29,9. In den DACH-Ländern führt Österreich mit 13,2 Wärmepumpen pro 1.000 Haushalte, gefolgt von der Schweiz mit 12,9 und Deutschland mit 5,5 neu installierten Wärmepumpen pro 1.000 Haushalte.
Zitat Verbandspräsident Richard Freimüller: Fast jede installierte Wärmepumpe ersetzt einen Gas- oder Ölkessel: Das senkt die Importe fossiler Brennstoffe, stärkt die Wettbewerbsfähigkeit und Energiesicherheit Europas und reduziert die Emissionen
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Österreichischer Heizungsmarkt 2025
Der Gesamtmarkt an abgesetzten und installierten Heizsystemen in Österreich sank gegenüber 2024 um 13 Prozent von 106.000 Stück auf 92.000 Stück im Jahr 2025 (ohne Fern- und Nahwärmeanschlüsse). Fossile Systeme, Gaskessel und Ölkessel-Absätze stiegen 2025 wieder deutlichan, von einem bereits hohen Absatzniveau von 31.000 Stück im Jahr 2024 auf etwa 35.000 Stück im Jahr 2025.
Zitat Freimüller: Ein Rückschritt in das fossile Zeitalter droht mit all seinen negativen Konsequenzen.
Der Wärmepumpenmarkt stand 2025 aufgrund der ausbleibenden Bundesförderung unter spürbarem Druck. Die Ende 2024 ausgelaufene Bundesförderung führte im 1. Halbjahr 2025 noch zu Nachholeffekten, im 2. Halbjahr kam es zum erwartbaren Einbruch des Marktes. Das Gesamtergebnis blieb mit einem Rückgang von minus 22 Prozentbei Wärmepumpen deutlich hinter den Erwartungen zurück. Wärmepumpen–Heizsysteme verloren knapp 22 Prozent von 46.000 Stück im Jahr 2024 auf 36.000 Stück im Jahr 2025. Biomasse- und Pelletkessel verloren etwa 30 Prozent und fallen auf ca. 21.000 Stück zurück.
Daten und Fakten | Wärmepumpen-Markt 2025 in Österreich
- Heizwärmepumpen: 35.846 Stück – 21,86 Prozent
- Brauchwasser-Wärmepumpen: 9.483 Stück + 4,28 Prozent
- Großwärmepumpen: 153 Stück + 40,37 Prozent
- Wärmequellen: 84 Prozent Luft 14 Prozent Erde
- Beschäftigungseffekt 2024: 5.900 VZÄ*
- CO2-Einsparung 2024: 1.257.00 t CO2äqu
Studie Netzdienliche Wärmepumpe der Zukunft
Die vom Verband Wärmepumpe Austria beauftragte Studie „Netzdienliche Wärmepumpe der Zukunft“ liefert erstmals eine umfassende Analyse darüber, wie die Wärmepumpe im Bereich Netzdienlichkeit, Flexibilität und Kundenoptimiert eingesetzt werden kann. Österreichs Wärmepumpen-Bestand ist vielfältig. Die Studie berücksichtigt die technologische Entwicklung der vergangenen Jahre und gibt darüber hinaus Einblicke in die Rahmenbedingungen und die zukünftigen Entwicklungspotenziale der Technologie.
Die Gründe für die Studie sind klar: Österreichs Ziel von 1,3 Million Wärmepumpen bis 2040 ist ambitioniert, aber erreichbar, wenn die notwendigen politischen, regulatorischen und technischen Voraussetzungen rasch geschaffen werden. Das bietet enorme Chancen für die Branche, den Wirtschaftsstandort, die Versorgungssicherheit, den Klimaschutz und die Energieunabhängigkeit.
Vielfalt im Wärmepumpen-Bestand
Der Wärmepumpenbestand in Österreich ist geprägt von rascher Entwicklung und technischer Vielfalt. Waren 2010 noch On/Off-Geräte der Stand der Technik, so wandelte sich die Technologie rasch in Richtung leistungsgeregelte Wärmepumpen und höhere Temperaturanwendungen. Heute sind modulierende Wärmepumpen der Stand der Technik, diese sind smart-grid-fähig und bereit für die Optimierung und Flexibilisierung des Eigenverbrauchs. Um das volle Potenzial zu heben, müssen auch die Preisbestandteile der Stromtarife, wie Energie, Netz und Steuern zukunftsorientiert und praxistauglich angepasst werden.
Das Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ELWG) bildet den rechtlichen Rahmen für mehr Transparenz, Flexibilität und neue Geschäftsmodelle. Die konkreten Umsetzungsschritte durch Regulierungsbehörden, Netzbetreiber und Energielieferanten müssen jedoch in Abstimmung mit der Wärmepumpen-Branche erfolgen, um das Ziel der Netzdienlichkeit bei gleichzeitigem Hochlauf des Wärmepumpen-Marktes zu gewährleisten.
Faire Lösungen für alle Wärmepumpen-BetreiberInnen
Ziel der Studie ist es, die notwendigen Voraussetzungen für eine verbesserte Integration aller Wärmepumpen in das Stromnetz, die Flexibilitätsmärkte und die Wärmesysteme zu analysieren. Als weiteren Schritt sollen konkrete Handlungsempfehlungen für Politik, Energieversorger, Industrie und Öffentlichkeit abgeleitet werden – unter dem Fokus, dass alle Wärmepumpen-BetreiberInnen, unabhängig von der technischen Entwicklung der im Betrieb befindlichen Wärmepumpe, fair in ein zukünftiges Wärmesystem eingebunden werden.
Zitat Richard Freimüller: Alle Maßnahmen müssen den Hochlauf des Wärmepumpenmarktes unterstützen. Nur so kann die Wärmepumpe ihr volles Potenzial entfalten – als zentrales Bindeglied zwischen Gebäudetechnik, Stromsystem und Klimaziel
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Die Studie wird voraussichtlich Im Frühjahr 2026 abgeschlossen und gemeinsam vom Verband Wärmepumpe Austria (WPA) und Österreichs Energieagentur (AEA) veröffentlicht.
Investitionsanreize, Förderungen und Ausblick 2026
Fossile Heizungen im Aufwind: Warum Förderungen als Investitionsanreize allein nicht reichen und klare politische Leitplanken notwendig sind.
Der Fahrplan zur Energieunabhängigkeit und Klimaneutralität wäre eigentlich klar: Ein dekarbonisierter Wärmemarkt bis 2040. Das bedeutet ein vollständiger Ausstieg aus Öl und Gas. Um dieses Ziel zu erreichen, müssten in Österreich jährlich mehr als 60.000 fossile Heizsysteme durch Wärmepumpen ersetzt werden. Doch statt Rückenwind herrscht derzeit Rückschritt in Richtung fossiler Heizsysteme.
Die öffentliche Verunsicherung gegenüber der Gasversorgung und fossilen Risiken ist abgeflaut, die Energiepreise sind gesunken und mit ihnen die Bereitschaft zu handeln, der Absatz fossiler Heizungen steigt. Der Fokus der Wahrnehmung verschob sich weg von Ökologie hin zur Wirtschaft. Diese Interessen schließen sich nicht aus, sondern ergänzen sich im Fall der Wärmepumpe perfekt. Es gibt in Österreich viele Wärmepumpen-Hersteller, Komponentenlieferanten und auf Wärmepumpen spezialisierte Installationsunternehmen mit einer Vielzahl an Beschäftigten in der Region.
Diese Verschiebung spiegelt sich auf nationaler Ebene wider: Infolge der Haushaltskonsolidierung und gekürzter Budgets verzeichnet der Markt für erneuerbare Heizsysteme einen signifikanten Rückgang. Eine Stop-and-Go-Förderungspolitik muss im Sinne aller unbedingt vermieden werden, sie geht zu Lasten der erneuerbaren Wärmebereitstellung, gefährdet Investitionen und Planungssicherheit und wirkt auch hemmend auf Haushalte und Betriebe aus. Jede Gas- oder Ölheizung, die heute noch installiert wird, verursacht CO₂-Emissionen über das Jahr 2040 hinaus – und macht spätere Nachbesserungen teurer.
Es wäre fahrlässig, die ordnungspolitischen Rahmenbedingungen nicht so weiterzuentwickeln, dass ein Weiterbetrieb fossiler Heizsysteme über das Jahr 2040 hinaus faktisch ausgeschlossen wird. Es ist unbedingt erforderlich, dass unsere Ziele weiterverfolgt werden, um damit die heimische Wirtschaft zu stärken und die langfristige Leistbarkeit zu sichern. Nachstehende Themen sind aus Sicht des Verbands Wärmepumpe Austria von zentraler Bedeutung:
- Erneuerbaren-Gebot beim Heizungstausch: Erneuerbare Alternativen müssen ernsthaft geprüft und beanreizt werden, um mehr Investitionen anzustoßen.
- Außerbetriebnahme-Verpflichtung für fossile Heizkessel nach Ablauf der technischen Lebensdauer.
- Rechtliche Rahmen: Notwendige Anpassungen im Miet- und Eigentumsrecht und Baurecht.
- Höhere Budgets und Anreizsysteme: Ausreichende, mehrjährig planbare Budgetmittel, die den Umstieg auf klimafreundliche Heizlösungen attraktiv und verlässlich machen.
- Die Bevorzugung von Nah- und Fernwärme gegenüber der Wärmepumpe bei Förderungen und der Raumplanung führt zwangsläufig zur Verschwendung und Ineffizienz des gesamten Systems.
- Verantwortung der Installateure und Planer: Installations-Unternehmen und PlanerInnen sind die Schnittstelle zwischen Technik, Wirtschaftlichkeit und Kundenentscheidung. Wer heute noch fossile Heizungen empfiehlt, trifft keine neutrale Wahl, sondern entscheidet sich gegen eine unabhängige und leistbare Zukunft. Diese Verantwortung muss stärker betont und durch Ausbildung, Beratung und rechtliche Vorgaben unterstützt werden.
- Kommunikation: Konsequente, klare und positive Kommunikation seitens der Politik und aller handelnden Akteure ist entscheidend, um KundInnen Orientierung zu geben, Vertrauen zu schaffen – und den Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme voranzutreiben.
Seit Ende November 2025 läuft die neue Bundesförderaktion mit bis zu 30 Prozent Förderquote mit 360 Millionen Euro für das Jahr 2026 – für den Kesseltausch und die thermische Sanierung. Online war zu verfolgen, wie schnell die Mittel aufgebraucht wurden. Am 2. Februar 2026 gab Umweltminister Norbert Totschnig in einer Pressemitteilung bekannt, dass der Fokus der Bundesförderung ab diesem Tag auf dem Kesseltausch liegen werde und neue Registrierungen und Förderungen daher nur noch für den Kesseltausch möglich seien. Begründet wurde dies damit, dass der Kesseltausch im Vergleich zur Sanierung pro eingesetztem Euro höhere CO₂-Einsparungen erzielt. Dies belegen Studien aus den vergangenen Jahren.
Als Wärmepumpen-Branchenverband begrüßen wir diese Entscheidung. Für die Erreichung der Österreichischen Ziele sind aber deutlich höhere Anstrengungen und Förderbudgets notwendig. Oder es ist Zeit für einen ordnungspolitischen Rahmen.
Mit 24. Februar 2026 stehen im Rahmen der Bundesförderung noch 121,70 Mio. Euro an Budget-Mitteln für den Kesseltausch für das Jahr 2026 zur Verfügung (https://www.sanierungsoffensive.gv.at/budget-information).
Zitat: Die Wärmepumpe ist technisch ausgereift, effizient und bereit für den breiten Einsatz. Was fehlt, sind klare politische Leitplanken für Investitionssicherheit und eine konsequente Abkehr von fossilen Systemen. Ohne verbindliche Regeln droht ein Rückschritt in eine fossile Zukunft, die weder ökologisch noch ökonomisch tragfähig ist.
Appell zum Handeln
Als Verband Wärmepumpe Austria setzen wir uns dafür ein, dass Österreich den Weg zur Unabhängigkeit und Klimaneutralität konsequent weitergeht – mit verbindlichen Erneuerbaren-Verpflichtungen, klaren Ausstiegsfristen für fossile Heizungen und einer Branche, die ihre Verantwortung für kommende Generationen ernst nimmt. Unabhängigkeit, Investitionssicherheit und Klimaneutralität bis 2040 sind kein Lippenbekenntnis – sie beginnen heute, mit vielen Wärmepumpen in den Heizungskellern.
Premiere: Kompetenzzentrum Wärmepumpe auf der Energiesparmesse Wels 2026
Im Rahmen der Energiesparmesse Wels 2026 präsentiert sich das „Kompetenzzentrum Wärmepumpe“ erstmals auf einer Fläche von rund 170 m² in Halle 20. Inmitten der Wärmepumpen-Branche erwartet die BesucherInnen eine hochwertige gemeinsame Ausstellung mit Austria Email, Buderus, Daikin, iDM, LG und WestechSolar/Chofu, mit persönlicher Beratung und spannenden Wärmepumpen-Vorträgen.
Nutzen und Vorteile für MessebesucherInnen:
- Vielfalt erleben: Mehr Wärmepumpen-Marken an einem Ort finden Sie nirgendwo!
- Persönliche Beratung: direkt durch Hersteller & Fachleute
- Vergleich & Orientierung am Markt – alles an einem Ort
- Wissen mitnehmen: Förderinfos & Praxistipps für Neubau und Sanierung
Spannende und praxisnahe Vorträge für Fach- und Endpublikum
An allen Messetagen finden im „Kompetenzzentrum Wärmepumpe“ insgesamt 37 spannende und praxisnahe Vorträge für InstallateurInnen, PlanerInnen und Bauträger sowie für interessierte HausbauerInnen und SaniererInnen statt. Sie bieten fundierte Informationen, aktuelle Entwicklungen und viele Gelegenheiten für den Dialog mit ExpertInnen. Das aktuelle Vortragsprogramm steht auf der Verbandswebsite zur Verfügung.
* Diese 19 EU-Länder sind Österreich, Belgien, Tschechien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Deutschland, Irland, Italien, Niederlande, Norwegen, Polen, Portugal, die Slowakei, Spanien, Schweden, Schweiz und Vereinigtes Königreich
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