Vier Jahre Krieg in der Ukraine: Familien kämpfen mit Trauma und Verlust – CARE leistet psychosoziale Hilfe

Vier Jahre russischer Angriffskrieg haben die Ukraine in eine anhaltende humanitäre Katastrophe gestürzt: Mehr als zehn Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen, 3,7 Millionen Menschen wurden innerhalb des Landes vertrieben. Angriffe zielen zunehmend auf wichtige Infrastruktur ab, wie Krankenhäuser, Schulen, Energieanlagen und Verkehrsnetze. Mitte Jänner 2026 wurde in der Ukraine der Energienotstand ausgerufen. Die psychosozialen Folgen des Krieges sind enorm: Millionen Menschen, insbesondere Frauen und Kinder, sind durch Gewalt, Verlust, wiederholte Vertreibung und die Zerstörung ihrer Existenz traumatisiert.

CARE leistet psychosoziale Hilfe

„Die humanitäre Lage in der Ukraine bleibt dramatisch. Die Menschen kämpfen nicht nur ums Überleben, sondern auch gegen unsichtbare Wunden – gegen Trauma, Verzweiflung und den Verlust von Lebensperspektiven“, sagt Andrea Barschdorf-Hager, Geschäftsführerin von CARE Österreich. „Frauen und Mädchen tragen dabei eine besonders schwere Last: Viele Frauen, insbesondere Geflüchtete, Alleinerziehende oder Frauen mit Pflegeverantwortung, sind überproportional von geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen.“

Genau hier setzt ein Projekt von CARE an, das von der Austrian Development Agency im Rahmen von International Partnerships Austria gefördert wird. Gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation Avalyst unterstützt CARE Familien in den frontnahen Regionen mit psychosozialer Beratung in Form von Einzel- und Gruppengesprächen. Frauen und Mädchen erhalten zudem Angebote zum Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt und Rechtsberatung. Mobile Teams fahren zu Menschen, die in abgelegenen Gebieten leben oder nur eingeschränkt oder gar nicht mobil sind. Damit die Hilfe auch langfristig wirkt, bildet CARE gezielt Freiwillige aus den Gemeinden sowie lokale Fachkräfte aus: Mitarbeiter:innen von Beratungsstellen, Gemeinden und Schutzeinrichtungen lernen, wie sie Anzeichen von Gewalt oder psychischen Krisen frühzeitig erkennen und richtig darauf reagieren können. Das schafft dauerhafte Strukturen vor Ort.

„Während der fürchterliche Krieg das Leben der Menschen in der Ukraine seit Jahren bestimmt und sich die humanitäre Lage weiter verschärft, leben viele unter dramatischen Bedingungen vor Ort. Österreich übernimmt Verantwortung, indem es Schutzsuchenden Zuflucht bietet und mit Partnern wie CARE jene unterstützt, die in der Ukraine dringend Hilfe benötigen“, sagt ADA-Geschäftsführer Bernd Brünner.

Zurück zu Stabilität

Maryna, 42, zieht fünf Kinder groß und engagiert sich gleichzeitig in der Freiwilligenarbeit in ihrer Gemeinde. Vier Jahre Krieg, die Verantwortung für ihre Familie und der Versuch, den Kindern trotz allem eine Zukunft zu ermöglichen, brachten sie an ihre Grenzen. „Die Unterstützung von CARE war in dieser schwierigen Zeit besonders viel wert“, erzählt Maryna. „Ich fand meine innere Balance wieder und lernte gleichzeitig praktische Fähigkeiten, um mir eine Existenz aufzubauen. Es gibt weiterhin Herausforderungen, aber ich habe wieder ein Gefühl von Stabilität und Stärke – etwas, das für mich als Mutter unverzichtbar ist.“

Dieses Projekt wird von der Austrian Development Agency im Rahmen von International Partnerships Austria gefördert und läuft bis Mitte Dezember 2026. Insgesamt sollen über 7.700 Projektteilnehmer:innen profitieren.

CARE leistet zudem gemeinsam mit anderen Hilfsorganisationen im Rahmen von NACHBAR IN NOT Unterstützung für die Menschen in der Ukraine.

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