„Der demografische Wandel macht sich immer stärker bemerkbar. Trotz in den letzten Jahren sehr schwacher Konjunktur haben etliche Betriebe Schwierigkeiten, ausreichend Fachkräfte zu finden. Es ist erfreulich, dass die Bundesregierung dieses Problem erkannt hat und an einer umfassenden Fachkräftestrategie arbeiten will“, kommentiert Jochen Danninger, Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), die heute nach dem Ministerrat präsentierten Pläne der Regierung. So sei sowohl der Befund von Sozialministerin Schumann richtig, dass die Anhebung des Frauenpensionsalters zum Beschäftigungswachstum bei Älteren führt „und das ganz ohne Zwang“, wie Danninger betont, als auch die in der Strategie vorgesehenen Schwerpunkte.
Konkret baut die Fachkräftestrategie der Regierung auf drei Säulen auf, die allesamt wichtige Ansätze seien: „Es ist unbestritten, dass wir sowohl eine Qualifizierungsoffensive brauchen, um insbesondere Arbeitssuchende bestmöglich in die moderne Arbeitswelt zu integrieren, als auch einen Schwerpunkt in Sachen Lehre, insbesondere um die betriebliche Ebene in der Qualifizierung weiter zu stärken. Denn wenn die Babyboomer in Pension sind, tut sich eine Lücke auf, die es bestmöglich zu schließen gilt. Letztlich braucht es Maßnahmen, um für internationale Fachkräfte attraktiv zu sein“, so Danninger. Wichtig sei aber, dass „die Umsetzung rasch erfolgt und die Details stimmen“.
Bei der Qualifizierungsoffensive sollten etwa bewährte Instrumente wie arbeitsmarktnahe Ausbildungen zum Einsatz kommen. Zudem muss, wie im Regierungsprogramm vorgesehen, die Lehre gestärkt werden. „Dazu braucht es auch eine ausreichende Finanzierung der betrieblichen Lehrstellenförderungen sowie deren Valorisierung“, so Danninger. Bei der Rot-Weiß-Rot-Karte sei es wichtig, dass die Verfahren rasch und digital erfolgen und, wie auch Bundesministerin Schumann zu Recht betont, Betriebe rasch und unkompliziert jene Fachkräfte gewinnen können, die sie dringend benötigen. Positiv sei im Übrigen, dass die Rot-Weiß-Rot-Karte auch für Arbeitskräfteüberlasser geöffnet wird und ein Pilotprojekt für volljährige Lehrlinge aus Drittstaaten gestartet wird.
„Insgesamt muss sichergestellt sein, dass die Fachkräftestrategie so umgesetzt wird, dass sämtliche Instrumente praxisnah sind und die Betriebe einfacher zu den benötigten Arbeits- und Fachkräften kommen. Denn ausreichend qualifiziertes Personal zu haben, ist ein entscheidender Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe und damit für die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Österreich“, betont Danninger. (PWK061/DFS)
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