„Wenn Südtirol unseren politischen Mitbewerbern wirklich ein Herzensanliegen wäre, hätte man das gestern im Ausschuss gespürt. Stattdessen gab es Abwesenheit, Ausflüchte und inhaltliche Leere, gepaart mit Desinteresse und Ausreden rund um die durch unsere FPÖ-Initiative erst ins Rollen gebrachte Aussprache zur Südtirol-Autonomie“, kritisierte heute FPÖ-Südtirolsprecher NAbg. Christofer Ranzmaier nach der gestrigen Sitzung des Außenpolitischen Ausschusses.
„Inhaltlich gab die Debatte leider wenig her, weil man Kritikpunkte an der Reform und Verbesserungsvorschläge im Umgang mit der Ausübung der Schutzmachtfunktion für Südtirol nicht hören wollte. Stattdessen verstieg sich die ÖVP darin, die Südtirolpolitik als ‚folkloristisches Special-Interest-Programm', wie ÖVP-Abgeordnete Jeitler-Cincelli zum Besten gab, darzustellen, und Außenministerin Meinl-Reisinger kastrierte die Schutzmachtfunktion regelrecht, indem sie sich nur mehr zum Schutz der Autonomie, aber nicht mehr zum Schutz der deutsch- und ladinischsprachigen Bevölkerung verpflichtet sieht“, berichtete Ranzmaier sichtlich konsterniert.
Das Engagement von Außenministerin Meinl-Reisinger hielt sich generell in Grenzen, nachdem sie eine Vielzahl an Fragen auch auf Nachfrage einfach unbeantwortet ließ. „Weder legte sie konkrete weitere Schritte dar noch erklärte sie, ob und wie das Parlament im Zuge des nach dem Senatsbeschluss in Rom anstehenden Notenwechsels mit Italien eingebunden wird. Das war keine Information, das war pure Missachtung des Parlaments und damit auch eine unglaubliche Geringschätzung unserer Volksgruppe im Tiroler Süden. Inhaltlich bleibt nur, dass sich Österreich als Schutzmacht mit der Autonomiereform keinen Funken kritisch auseinandergesetzt hat und so diese Reform samt aller unverständlicher Zugeständnisse in Sachen Minderheitenschutz wohl leider durchwinken wird“, fasste Ranzmaier zusammen.
Für den FPÖ-Südtirolsprecher steht fest: „Auch wenn die ÖVP ihr vermeintliches Herzensanliegen Südtirol und damit mutmaßlich auch den Südtirol-Unterausschuss gestern offiziell zu Grabe getragen hat, hat die Aussprache jedenfalls eindrucksvoll bewiesen, warum es diesen Ausschuss dringend brauchen würde. Ohne eigenes Gremium bleibt Südtirol ein Thema, das von der Verlierer-Ampel nicht ernst genommen wird. Während Rom längst Fakten schafft und zentrale Minderheitenrechte zur Disposition stünden, duckt sich Wien weg. Wer Schutzmacht sein will, muss handeln. Wer nur zusieht, verabschiedet sich aus der Verantwortung.“
Abschließend versprach Ranzmaier: „Wir werden auch weiterhin dafür kämpfen, dass Südtirol wieder jenen Platz im Parlament bekommt, der ihm entsprechend der historischen Verantwortung Österreichs zusteht, und endlich wieder Schutzmacht-Politik gelebt wird, die diesen Namen auch verdient.“
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