Vier Jahre Krieg in der Ukraine: Hilfe, die ankommt und mehr denn je nötig ist

Die Ukraine friert. Der Bedarf an Hilfe ist enorm.

Dieser Winter ist in der Ukraine der kälteste seit Kriegsbeginn. In vielen Regionen herrschen seit Wochen zweistellige Minusgrade. Gleichzeitig führen massive Angriffe auf die Energieinfrastruktur dazu, dass im ganzen Land der Energienotstand ausgerufen wurde und es pro Tag – wenn überhaupt – nur wenige Stunden Strom oder Heizung gibt.

Der Bedarf an Hilfe ist enorm. Derzeit sind laut UN 10,8 Millionen Menschen in der Ukraine auf humanitäre Hilfe angewiesen. Besonders betroffen sind:

  • Kinder, die unter permanenter Angst und psychischer Belastung leiden und trotz dicker Schlafsäcke in der Nacht frieren.
  • Ältere und kranke Menschen, die in ihren kalten Wohnungen festsitzen, weil der Aufzug nicht funktioniert, und für die in der aktuellen Situation schnell Lebensgefahr besteht.
  • Familien, deren Ersparnisse nach vier Jahren Krieg aufgebraucht sind und die in Großstädten wie Kyjiw Nacht für Nacht vor Luftangriffen in U-Bahn-Stationen oder Schutzkeller fliehen müssen.

NACHBAR IN NOT und ORF starten Spendenaufruf

Die Organisationen von NACHBAR IN NOT sind seit Februar 2022 vor Ort im Einsatz und leisten überlebensnotwendige Hilfe. Gemeinsam mit dem ORF startet NACHBAR IN NOT erneut einen Spendenaufruf, um die Unterstützung aufrechtzuerhalten.

Michael Opriesnig, Vorstandsvorsitzender von NACHBAR IN NOT und Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes: „Viele Menschen in der Ukraine haben in den vergangenen vier Jahren alles verloren: ihr Zuhause, ihre Sicherheit, ihre Perspektive. Wir helfen vor Ort mit Wärmepunkten, medizinischer Versorgung, sicheren Unterkünften und den Dingen des täglichen Bedarfs und werden das auch weiterhin tun. Unser Einsatz in der Ukraine wird noch sehr lange nötig sein. Daher bitten wir die Österreicherinnen und Österreicher um ihre Unterstützung – jeder gespendete Euro hilft Menschen in Not!

Bilanz des umfangreichsten Hilfseinsatzes in der Geschichte von NACHBAR IN NOT

Gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen leisten Caritas, Rotes Kreuz, Arbeiter-Samariter-Bund, CARE, Diakonie Katastrophenhilfe, Hilfswerk International, Malteser und Volkshilfe im Rahmen von NACHBAR IN NOT gezielte und wirksame Unterstützung. Dadurch konnte in den vergangenen vier Jahren mehr als drei Millionen Menschen im Rahmen von 82 Hilfsprojekten in der Ukraine und den Nachbarländern, wie der Republik Moldau, Rumänien oder Georgien, geholfen werden. Derzeit liegt aufgrund der niedrigen Temperaturen ein besonderer Schwerpunkt auf der Winterhilfe, so werden

  • Wärmestellen eingerichtet, an denen Menschen sich aufwärmen können, eine Mahlzeit erhalten und psychosozial unterstützt werden.
  • beschädigte Häuser und Wohnungen durch kleinere Reparaturarbeiten winterfest gemacht.
  • Öfen, Brennmaterial, Decken, Schlafsäcke, Taschenlampen und Powerbanks verteilt.
  • mobile Gesundheitsteams eingesetzt, die medizinische Versorgung in entlegene Gebiete bringen.
  • Familien finanziell unterstützt, damit sie sich mit dem Nötigsten versorgen können.

Andreas Knapp, Vorstand von NACHBAR IN NOT und Generalsekretär Internationale Programme der Caritas Österreich: „Auch nach vier Jahren Krieg geht es für die Menschen in der Ukraine Tag für Tag ums Überleben. So aussichtslos die Situation oft wirkt, wir – und mit uns die Menschen in Österreich – können etwas tun: Wir helfen, retten Leben, machen den Alltag im Krieg sicherer, ermöglichen Kindern eine kurze Auszeit oder schenken etwas Stabilität und Zuversicht. Eine Spende für die Menschen in der Ukraine zeugt davon, dass wir Solidarität leben und unsere Nachbarn nicht im Stich lassen.

Spenden weiterhin dringend benötigt

Insgesamt hat NACHBAR IN NOT seit Februar 2022 mehr als 71 Millionen Euro an Spenden erhalten und wurde zusätzlich durch die österreichische Bundesregierung mit insgesamt 48 Millionen Euro aus dem Auslandskatastrophenfonds unterstützt.

Um sicherzustellen, dass die Hilfe für fast 11 Millionen Ukrainer*innen in Not weitergeht, rufen der ORF und NACHBAR IN NOT erneut zu Spenden auf.

Lisa Zuckerstätter, ORF-Leiterin Humanitarian Broadcasting: Ich bedanke mich bei allen Österreicherinnen und Österreichern, die in den vergangenen vier Jahren für die Menschen in der Ukraine gespendet haben. Leider hat sich die Not in der Ukraine in diesem kalten vierten Kriegswinter nochmals zugespitzt, weswegen der ORF NACHBAR IN NOT weiterhin mit Spendenaufrufen unterstützt. Wir hoffen, dass die Spendenbereitschaft der Österreicherinnen und Österreicher nicht abreißt und wir weiterhin mit jedem gespendeten Euro große Not lindern können.“

Der ORF unterstützt die Hilfsaktion weiterhin mit Spendenaufrufen in Fernsehen und Radio sowie Berichterstattung in allen Medien mit Programmschwerpunkten. Nach dem „WELTjournal: Die Jugend der Ukraine – 4 Jahre Krieg“ und dem „WELTjournal +“ mit „Ukraine – die Vermissten des Krieges“ am 11. Februar beschäftigt sich eine weitere „WELTjournal“-Ausgabe am 18. Februar mit „Ukraine – Drohnenpiloten an Front“ um 22.30 Uhr in ORF 2. Das Korrespondentenmagazin „WeltWeit“ widmet sich am 26. Februar um 23.40 Uhr auf 3sat dem Thema „Drohnen-Boom. Waffe, Werkzeug, Wendepunkt“. Am Montag, dem 23. Februar, bringt der „kulturMontag“ die Doku „Kulturkrieg – Kunst als Waffe“ um 23.15 Uhr in ORF 2. In „Studio 2“ ist am 23. Februar Fritz Dittlbacher zum Thema „4 Jahre Ukraine-Krieg“ zu Gast. Am 28. Februar beschäftigt sich „betrifft: uns – Reportagen ohne Filter“ um 13.15 Uhr in ORF 2 mit dem Thema „Ukrainische Geflüchtete: Gekommen, um zu bleiben?“.

Die „Radiokolleg“-Reportage „Ukraine – oder der nicht so alltägliche Alltag im Krieg“ mit den vier Folgen „Leben mit Flugabwehr – der zähe Kampf gegen Drohnen“ (1), „Ein Land erkundet seine Geschichte und Kultur“ (2), „Eine Generation, die mit Krieg aufwächst“ (3) und „Der Krieg und seine invaliden Heimkehrer“ (4) ist als Podcast unter https://sound.ORF.at/podcast/oe1/oe1-radiokolleg nachzuhören. „Ukraine – Alltag im Krieg“ ist Thema von „Im Fokus“ am Mittwoch, dem 18. Februar, ab 16.05 Uhr in Ö1. Die Phone-in-Sendung „Punkt eins“ steht am Dienstag, dem 24. Februar, ab 13.00 Uhr ebenso im Zeichen der Ukraine wie zwei Ausgaben der Ö1-Reihe „Sound Art: Zeit-Ton“ (23.03 Uhr): Am Montag, dem 23. Februar, geht es unter dem Titel „Neue Musik in Kriegszeiten“ um das zeitgenössische Musikleben in der Ukraine, am Dienstag, dem 24. Februar, wird das aktuelle Album „Spomyn“ der ukrainischen Komponistin, Geigerin und Musikproduzentin Katarina Gryvul vorgestellt.

Helfen Sie den Menschen in der Ukraine mit:

  • Ꞓ 55 Brennholz-Paket für eine Woche
  • Ꞓ 100 Kinder-Hilfspaket: warmes Essen, Betreuung und Lernhilfe für ein Monat
  • Ꞓ 150 Familien-Paket mit Schlafsäcken, Lebensmitteln und Hygieneprodukten

oder einem Beitrag in der Höhe Ihrer Wahl an:

NACHBAR IN NOT – Hilfe für die Ukraine
IBAN: AT21 2011 1400 4004 4003
BIC: GIBAATWWXXX
Online spenden: https://nachbarinnot.ORF.at
Alle Informationen auch im ORF TELETEXT auf Seite 681

Über NACHBAR IN NOT
Für NACHBAR IN NOT haben sich die großen österreichischen Hilfsorganisationen Caritas, Rotes Kreuz, Arbeiter-Samariter-Bund, CARE, Diakonie, Hilfswerk, Malteser Hospitaldienst und Volkshilfe mit dem ORF als Medienpartner zusammengeschlossen und helfen seit mehr als 33 Jahren rasch und wirksam Menschen, die durch Krisen oder Katastrophen im Ausland in Not sind. Seit Bestehen konnten so – dank der Solidarität der österreichischen Bevölkerung – Millionen von Menschen auf der ganzen Welt unterstützt werden.

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