„Seit Jahren pocht die Volkspartei auf den Erhalt der Sonderschule. Die Sonderschulen leisten seit Jahren einen wesentlichen Beitrag zur individuellen Förderung von Schülerinnen und Schülern mit unterschiedlichen Lern- und Entwicklungsbedürfnissen. Kleine Klassengrößen, speziell ausgebildetes Fachpersonal und ein geschütztes Lernumfeld ermöglichen den Kindern Bildungserfolge, die in anderen Schulformen oft nicht erreichbar sind – das bestätigen Eltern wie Pädagogen gleichermaßen. Mittlerweile sind auch andere Parteien aufgesprungen und sprechen sich für den Erhalt der Sonderschulen aus. Für eine qualitative Entwicklung braucht es, wie im Regierungsprogramm festgeschrieben und wir in Niederösterreich seit Jahren fordern, die Wiedereinführung eines Lehrgangs für Sonderpädagogik. Ebenfalls im Regierungsprogramm festgeschrieben ist die Einführung des 2. verpflichtenden Kindergartenjahres, welches auch Deutschdefizite beim Umstieg in die Volksschule entschärfen soll. Der Bildungsminister wäre gut beraten, die Punkte im Regierungsübereinkommen umzusetzen, anstatt ständig den Bundesländern über die Medien seine neuen geistigen Ergüsse mitzuteilen“, hält Bildungssprecher LAbg. René Lobner fest und stellt klar: „Die größten Probleme im Elementarpädagogikbereich mit Förderskandalen und im Schulbereich mit Kindern, die beim Schuleinstieg kein Wort Deutsch sprechen, hat die Stadt Wien, in der Wiederkehr fünf Jahre als Bildungsstadtrat verantwortlich war. Der Vorschlag einer 6-jährigen Volksschule kommt wenig überraschend wieder aus Wien, genauer von Wiederkehrs NEOS-Parteinachfolgerin. Ein Bildungsminister soll sich um österreichweite Aufgaben kümmern und nicht nur um Parteifreunde im Bundesland mit den größten Problemen. Er sollte lieber den ehrlichen Dialog mit allen Beteiligten im Bildungsbereich suchen und zuerst die Gespräche in der Reformpartnerschaft zu Ende führen. Bei der Kinderbetreuung kann er sich gerne an Niederösterreich ein Vorbild nehmen. Dank Land und Gemeinden wurden im abgelaufenen Kindergartenjahr 70 Prozent aller Kindergartengruppen österreichweit in Niederösterreich eröffnet – mit genügend Pädagoginnen und Pädagogen.“
VPNÖ-Lobner: Latein muss bleiben
Anstatt Probleme bei der Wurzel zu packen, verliert sich der pinke Bildungsminister zunehmend in Symbolpolitik. Wer glaubt, es brauche kein Latein und keine umfassende Fremdsprachenbildung an unseren Gymnasien, der ist am Irrweg. Sprache schafft Identität. Sprache ist Kultur. Und unsere kulturelle Identität ist Europa. Latein ist tief in allen europäischen Sprachen verwurzelt – nicht nur in Italienisch, Französisch oder Spanisch, sondern auch im Deutschen oder Englischen. Dank ihrer starken Strukturiertheit stärkt sie beim Erlernen analytisches Denken, Genauigkeit und Konzentration. Außerdem ist sie eine wichtige Grundlage für Philosophie, Literatur, Geschichte und Politik. Und zu guter Letzt ist und bleibt sie für viele Berufsfelder in der Medizin, in der Justiz oder den Naturwissenschaften notwendig. In Wirklichkeit ist Latein nicht nur ein Unterrichtsfach, sondern Training für Denken, Sprache und Kulturverständnis“, hält Bildungssprecher LAbg. René Lobner fest und stellt klar: „Der Vorschlag, einige Stunden zwischen Unterrichtsgegenständen umzuschichten, ist keine echte Reform. Die digitale Revolution samt künstlicher Intelligenz muss fächerübergreifend Berücksichtigung finden. Latein zu kürzen, lehnen wir in Niederösterreich klar ab. Es braucht ehrliche Gespräche zwischen allen Beteiligten im Bildungsbereich und nicht nur einseitige Reformvorschläge des Ministers. Wenn vermeintlich Liberale die Sprache der kritischen Denker zusammenstutzen möchten – dann gute Nacht, liebe NEOS.“
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