Im Rahmen der nationalen Umsetzung des EU-Asyl- und Migrationspakts ab 12. Juni 2026 wird Österreich für die Durchführung der Außengrenzverfahren einen Grenzterminal am Flughafen Wien einrichten. Innenminister Gerhard Karner präsentierte das Projekt am 5. Februar 2026 gemeinsam mit dem Vorstand der Flughafen Wien AG, Günther Ofner, und dem Generaldirektor für die Öffentliche Sicherheit, Franz Ruf.
Asylverfahren: Ablauf am Flughafen Wien
Der Verfahrensablauf ist in drei Schritte aufgeteilt: Bei einem Screening durch die Polizei kommt es zur Identitäts- und Sicherheitskontrolle, zu einem Gesundheitscheck und zur Prüfung besonderer Schutzbedürfnisse. Anschließend kommt es zum Asylverfahren durch das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA). Bei einer Einreiseverweigerung erfolgt sofort das Rückkehrverfahren und in weiterer Folge die Zurückweisung.
„Der neue Grenzterminal am Flughafen Wien sichert Schnellverfahren und rasche Zurückweisungen“, sagte Innenminister Gerhard Karner. „Das ist ein wichtiger Schritt, um die Bevölkerung weiter zu entlasten“.
Der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, Franz Ruf, sagte: „Der Asyl- und Migrationspakt gibt uns die nötigen Instrumente, um Risikopersonen früher zu erkennen, schneller zu handeln und uns besser zu koordinieren. Durch die Bündelung aller zuständigen Behörden in einem Sondertransitbereich entstehen wichtige Synergien und kürzere Wege. Als Polizei werden wir unseren Beitrag für eine effiziente und rasche Verfahrensbearbeitung leisten.“
Zwtl.: Flughafen Wien als Bollwerk der Sicherheit
„Das hohe Sicherheitsniveau am Flughafen Wien ist nur dank der sehr engen und ergebnisorientierten Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbehörden möglich. Ganz besonders wichtig war das beim erfolgreichen Start des Entry-Exit-Systems für die Einreise aus Drittstaaten, das seit Oktober 2025 störungsfrei läuft“, betonte Günther Ofner. Die hohe Qualität zeige sich auch bei der Sicherheitskontrolle, ergänzte der Flughafen-Wien-Vorstand: „96 Prozent der Passagiere warten weniger als fünf Minuten – ein europäischer Spitzenwert.“
Der Flughafen Wien ist mit rund zehn Millionen Ein- und Ausreisen pro Jahr Österreichs wichtigste Schengen-Außengrenze. Monatlich reisen etwa 800.000 Personen aus Drittstaaten ein oder aus und es werden künftig rund 300 Grenzverfahren pro Jahr direkt am Flughafen geführt.
Alles unter einem Dach: effizienter, sicherer, schneller
Das neue fremdenrechtliche Zentrum bündelt erstmals alle zuständigen Behörden an einem Standort: Polizei, Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA) sowie das Bundesverwaltungsgericht (BVwG). Damit entfallen aufwendige Transporte und Zuständigkeitswechsel, Verfahren werden deutlich beschleunigt und Sicherheitsrisiken minimiert. Auch rechtliche, medizinische und soziale Betreuung sowie die Durchführung öffentlicher Verhandlungen des BVwG sind direkt am Flughafen möglich. Der gemeinsame Einsatz von Dolmetscherinnen und Dolmetschern spart zusätzlich Zeit und Kosten.
EU-Asylpaket macht Umsetzung möglich
Mit dem neuen EU-Asyl- und Migrationspakt sollen Asylanträge bereits an der Schengen-Außengrenze – in Österreich ist das der Flughafen Wien – rasch geprüft werden, um unzulässige Anträge schnell abzuschließen und Außerlandesbringungen unmittelbar einzuleiten. Personen im Grenzverfahren dürfen nicht in das Bundesgebiet einreisen und können bis zu 24 Wochen, in Ausnahmefällen bis zu 26 Wochen, im Transitbereich im neuen Grenzterminal angehalten werden.
Investitionen in Sicherheit und Infrastruktur
Die Europäische Union unterstützt das Projekt mit rund vier Millionen Euro aus dem Instrument für Grenzverwaltung und Visumspolitik. Zusätzlich investiert die Flughafen Wien AG 7,5 Millionen Euro in das rund 5.000 Quadratmeter große Sicherheitsgebäude, das der Polizei langfristig vermietet wird. Die Generalsanierung des bestehenden Objekts ist bis Ende 2026 geplant, der Mietbeginn für das erste Quartal 2027 vorgesehen.
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