ORF-DialogForum: Erinnerung an die Zukunft – ORF-Legenden im Gespräch

Alle reden von der Zukunft. Aber wie hat es der ORF geschafft, über Jahrzehnte hinweg erfolgreich, beliebt und zugleich innovativ zu sein? In einem ORF-DialogForum im ORF RadioKulturhaus in der Original-Möblage des legendären „Club 2“ erörtern ORF-Mitarbeiter:innen, die viele Jahre lang oft legendäre Programme gestaltet haben, sowie aktuelle Mitarbeiter:innen unter der Leitung von Klaus Unterberger (ORF Public Value) ihre Erfahrungen und Erfolgsrezepte. Ein Zusammenschnitt der Sendung ist am Sonntag, dem 8. Februar 2026, um 9.00 Uhr in ORF III sowie auf ORF ON zu sehen und auf ORF Sound zu hören.

„Fernsehen verliert seinen Sinn, wenn es von Ängstlichen für Ängstliche gemacht wird“, stellte Kurt Langbein, ehemaliger Leiter der Dokumentationsreihe „Betrifft“, als erste These in den Raum. „Wir haben uns diesen Spruch zu Herzen genommen und unsere Position durchgezogen gegen die massiven Widerstände von außen. Es war aber auch eine Zeit des Aufbruchs und des Umbruchs, wo insgesamt gesellschaftliche Fragen viel mehr im Mittelpunkt gestanden sind. Es wäre dennoch fein, wenn dieser Leitspruch wesentlich mehr Beachtung findet unter den jungen Leuten.“

„Ich will vor allem mutig sein bei der Entwicklung von neuen Formaten. Das braucht Zeit. Das braucht auch Vertrauen in die Menschen, die im Haus arbeiten, also in die Redakteurinnen und Redakteure“, forderte Lisa Ganglbaur, ORF-Religion.

Druck musste auch Paul Lendvai, ehemaliger Leiter des ORF-„Europastudio“, aushalten. Allerdings: „Im Gegensatz zu den Kollegen habe ich mich nicht mit der Innenpolitik beschäftigt, sondern mit der Außenpolitik und nicht zuletzt mit den Nachbarländern und entfernteren Nachbarländern. Das heißt, ich habe im ORF Druck von Russland erlebt.“

Käthe Kratz, Filmemacherin, über den Vergleich mit früher: „Es ist heute, glaube ich, wahnsinnig schwer, in der Gegenwart Dinge zu fassen zu kriegen und in eine Geschichte zu formen. Das halte ich heute für komplizierter, als es damals war. Für uns war es damals spannend, lauter Dinge, lauter Fragen zu recherchieren, die noch nie Thema waren, weil die Männer als Historiker das nicht als Thema wahrgenommen hatten.“

Viktoria Tatschl, ORF-Wissen, will das weiterführen. „Ich glaube, jetzt ist der Auftrag, dass wir viel mehr in die Breite gehen, die marginalisierten, unterrepräsentierten Gruppen stärker in den Fokus zu rücken, so wie es halt in den letzten Jahrzehnten sehr verstärkt mit der Frauengeschichte war.“

Susanne Scholl, ehemalige Auslandskorrespondentin des ORF, stellte fest: „Bei all dem Gesagten ist wichtig, dass man wirklich weiß, wovon man redet, wenn man eine Sendung macht, wenn man eine Dokumentation dreht. Und für mich das Entscheidende ist der Respekt vor den Menschen, mit denen man ja dauernd zu tun hat als Filmemacherin.“

Das ORF-DialogForum ist eine Initiative des ORF, um das Gespräch mit seinem Publikum, den österreichischen Institutionen, den Organisationen und Gruppen der Gesellschaft zu beleben.

Weitere Informationen aus Österreich, Europa und der Welt zu aktuellen Entwicklungen unter anderem in den Bereichen „Public Value“, „öffentlich-rechtliche Medien“ sowie „Qualitätsjournalismus“ sind auf zukunft.ORF.at zu finden.

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