Mit dem internationalen Reverse the Red Day rufen Zoos und Naturschutzorganisationen weltweit dazu auf, den Trend auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN umzukehren – von Rot (Bedrohung) zu Grün (Erholung). Das Ziel: Gefährdete Arten sollen wieder eine Zukunft haben.
„Wir wissen, dass Artenschutz wirkt – wenn wir ihn konsequent betreiben und zusammenarbeiten“, sagt Volker Homes, Geschäftsführer des Verbands der Zoologischen Gärten (VdZ). „Zoos leisten dazu einen unverzichtbaren Beitrag. Sie sichern genetische Vielfalt, ermöglichen Wiederansiedlungen und sensibilisieren Millionen Besucherinnen und Besucher für den Schutz der Natur.“
Erfolgsgeschichten, die Mut machen
Przewalski-Pferde galten in der Natur als ausgestorben – heute streifen sie wieder durch die Steppen der Mongolei und Kasachstans, ermöglicht durch das koordinierte Europäische Zuchtprogramm unter Beteiligung einer Vielzahl von Zoos.
Die Moorea-Baumschnecke wurde von der IUCN vom Status „in der Natur ausgestorben“ auf „vom Aussterben bedroht“ hochgestuft, also ein Zeichen, dass Reverse the Red möglich ist. Die Schnecken aus Zoobeständen wurden auf der Pazifikinsel Moorea bei Tahiti ausgewildert. Inzwischen sind erste erwachsene Schnecken im natürlichen Lebensraum nachgewiesen worden. Der Zoo Schwerin koordiniert und unterstützt bei der Zucht und Auswilderung bedrohter Schneckenarten in der Region.
Die Vietnamesische Krokodilschwanzechse profitiert vom Austausch wissenschaftlich geführter Zoos. Der Kölner Zoo spielt im Erhaltungszuchtprogramm eine Schlüsselrolle und zog bereits fast 50 Nachzuchten in zweiter Generation auf. Zwölf Tiere wurden im Herbst 2025 nach Vietnam zurückgeführt und stehen dort für das erste Wiederauswilderungsprogramm bereit.
Auch in Deutschland wird Artenschutz greifbar: Zoos engagieren sich in Projekten und unterstützen die Rückkehr bedrohter heimischer Arten wie Luchs, Bartgeier und Waldrapp.
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