In der Mixed-Media-Installation Soft Image, Brittle Grounds beschäftigt sich Künstler*in und Filmemacher*in Felix Lenz mit den materiellen und politischen Implikationen technologischer Bild- und Wissensproduktion und zeigt, wie die Komplexität der Welt mit den reduktiven Rationalitäten des digitalen Zeitalters kollidiert. An der Schnittstelle von Kunst, Design und Film ist die Installation räumlich und audiovisuell erlebbar, wobei die vielschichtigen Verflechtungen von Technologie, Ökologie, Macht und Ungleichheit zur Reflexion anregen.
Der 30-minütige Essayfilm Brute Force [Exhibition Cut] (2025) untersucht Infrastrukturen und Instrumente der Bild- und Datenerfassung. Von subatomaren Teilchen bis hin zu Aufnahmen planetarischen Maßstabs macht der Film ihre ökologischen Auswirkungen und geologischen Einschreibungen sichtbar. Gedreht in mehreren Ländern, mit zentralen Aufnahmen an den Salzseen und Salzebenen in Utah und Kalifornien, versteht der Film Salz als Archiv von Austrocknung und Wasserknappheit – als materiellen Index der Klimakrise, der Erschöpfung natürlicher Ressourcen und ihrer ungleichen Verteilung. Brute Force entstand in Co-Regie mit Ganaël Dumreicher.
Valley of the Heart’s Delight vollzieht einen Perspektivenwechsel vom Planetaren hin zum Lokalen und Ortsspezifischen. Der Titel verweist auf den historischen Namen des heutigen Silicon Valley, das einst ein fruchtbares Land gewesen ist. Gefilmt aus der Perspektive eines industriellen Roboterarms, verweisen Nahaufnahmen von Erdschichten und zermahlenen weißen Muscheln auf die heiligen Muschelhügel der indigenen Ohlone: Begräbnisstätten und Zeugnisse des Lebens früherer Generationen, die heute unter den Hauptquartieren globaler Technologiekonzerne begraben liegen. Hinter den glatten Fassaden technokratischer Ideologien enthüllt die Installation die fortschreitende Auslöschung marginalisierter Stimmen und Kulturen.
Ein von Felix Lenz geführtes Interview mit Gregg Castro, Kulturdirektor der Association of Ramaytush Ohlone, bietet zusätzlichen Kontext zur kolonialen Geschichte und fortlaufenden Transformation des angestammten Landes seines Volkes – jener Region, die heute als Silicon Valley bekannt ist.
Beauftragt vom MAK und gefördert durch das Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport, vertrat Felix Lenz mit Soft Image, Brittle Grounds Österreich auf der 24. Triennale Milano International Exhibition. Unter dem Titel Inequalities nahm die Triennale die wachsenden sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Ungleichheiten in den Fokus, die durch die Klimakrise und rasante technologische Entwicklungen zunehmend verschärft werden.
Die Ausstellung ist der Beitrag des MAK zur Klima Biennale Wien 2026.
Felix Lenz
In interdisziplinären Installationen, Filmen und künstlerischen Strategien verhandelt Felix Lenz (felixlenz.at), als Künstler*in und Filmemacher*in in Wien arbeitend, geopolitische, ökologische und technologische Themen.
Lenz’ Arbeiten wurden international ausgestellt, unter anderem auf der Beijing Art and Technology Biennale, der London Design Biennale, der Istanbul Design Biennale, dem Ars Electronica Festival, dem Digital Art Festival Zürich, der Biennale Warszawa und der Viennale. Im Jahr 2024 wurde Lenz mit dem Outstanding Artist Award des damaligen BMKÖS ausgezeichnet.
Lenz hielt Vorträge und Workshops am Royal College of Art London, an der University of British Columbia, der Humboldt-Universität zu Berlin und der Universidad de Buenos Aires. Lenz ist Absolvent*in der Universität für angewandte Kunst Wien (Design Investigations, Prof. Anab Jain) und unterrichtet derzeit im MA Information Design Department der Design Academy Eindhoven.
Pressefotos stehen unter MAK.at/presse zum Download bereit.
Eröffnung
Dienstag, 10.2.2026, 19 Uhr
Eintritt frei zur Ausstellungseröffnung
Ausstellungsort
MAK Galerie
MAK, Stubenring 5, 1010 Wien
Ausstellungsdauer
11.2.–26.7.2026
Öffnungszeiten
Di 10–21 Uhr, Mi bis So 10–18 Uhr
Kuratorin
Marlies Wirth, Kuratorin Digitale Kultur, Kustodin MAK Sammlung Design
Rahmenprogramm
abrufbar unter MAK.at
MAK Eintritt
Ꞓ 19/18*; ermäßigt Ꞓ 15,50/14,50*; jeden Dienstag 18–21 Uhr: Eintritt Ꞓ 9,50/8,50*
Eintritt frei für Kinder und Jugendliche unter 19
* Ticketpreis im Online-Vorverkauf
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