Die Gewerkschaft vida zeigt sich zutiefst erschüttert über den Tod eines deutschen Zugbegleiters, der nach einem brutalen Angriff eines Schwarzfahrers seinen Verletzungen erlegen ist. Der 36-jährige Bahnmitarbeiter wurde während einer Ticketkontrolle im Zug attackiert und so schwer verletzt, dass jede Hilfe zu spät kam. „Dieser tragische Vorfall macht erneut sichtbar, welchen Gefahren Beschäftigte im Bahnsektor tagtäglich ausgesetzt sind“, so Gerhard Tauchner, Vorsitzender des Fachbereichs Eisenbahn in der Gewerkschaft vida. „Dieser sinnlose Gewaltakt erfüllt uns mit Trauer und Fassungslosigkeit. Zugleich macht er aber auch deutlich, dass wir endlich konsequent handeln müssen. Es darf keinerlei Toleranz bei Übergriffen und Gewalt gegenüber Beschäftigten im Öffentlichen Verkehr geben – weder in Deutschland noch in Österreich“, betont Tauchner, der auch Präsidenten der Sektion Eisenbahn in der Europäischen Transportarbeiter-Föderation (ETF) ist.
Die Zahl der verbalen und körperlichen Angriffe auf Eisenbahnbeschäftigte nehme seit Jahren zu. Situationen im Fahrgastkontakt, insbesondere bei Kontrollen, eskalieren schneller und häufiger, so Tauchner weiter. „Unsere Kolleginnen und Kollegen leisten verantwortungsvolle Arbeit, oft unter schwierigen Bedingungen. Sie müssen sich darauf verlassen können, dass ihre Arbeitgeber und die Politik ihre Sicherheit an die erste Stelle auf ihrer Agenda setzen“, betont der Gewerkschafter.
Die Gewerkschaft fordert dazu einen klaren politischen Schulterschluss auf nationaler und europäischer Ebene sowie eindeutige Signale der Bahnmanagements, dass Angriffe auf Beschäftigte nicht einfach als kalkuliertes Berufsrisiko hingenommen werden. „Es müssen vielmehr die Sicherheitsstrukturen in den einzelnen Bahnunternehmen gezielt gestärkt sowie die Arbeitsbedingungen um zusätzliche Präventions- und Deeskalationsmechanismen erweitert und verbessert werden“, fordert Tauchner. Vor allem müsse gewährleistet sein, dass Beschäftigte nicht länger allein dastehen dürfen, wenn es zu gefährlichen Situationen kommt, fordert der Gewerkschafter auch mehr Personal am Zug. „Jede Maßnahme, die dazu beiträgt, Eskalationen zu verhindern und Beschäftigte effektiv zu schützen, muss jetzt rasch umgesetzt werden.“
„Ankündigungen gab es schon genug. Es ist jetzt höchste Zeit für konkrete Taten für die Sicherheit der Beschäftigten. Die Sicherheit der Bahnbeschäftigten ist nicht verhandelbar“, bekräftigt Tauchner abschließend.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
(C) Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender. ÖGB Österreichischer Gewerkschaftsbund