Befragt wurden ausschließlich jene Studierende, die vergangenen Freitag das Sonderangebot an der TU Wien, das von ÖH und HTU Wien zur Verfügung gestellt wurde, in Anspruch genommen haben. Hier konnten sich Studierende mit ihrem Ausweis eine warme Mahlzeit um 2 Ꞓ holen. Über 83 % der Befragten gab an, nur wegen der 2Ꞓ-Mensaaktion in der Mensa essen zu gehen. Gleichzeitig zeigt die Umfrage, dass mehr als die Hälfte der befragten Studierenden (56,2 %) sonst nie in die Mensa geht. Der Hauptgrund dafür ist klar: Rund 80 % jener, die die Mensa meiden, nennen zu hohe Preise als ausschlaggebendes Hindernis. Regelmäßige Mensagänger_innen sind klar in der Minderheit: Nur 8,5 % essen (fast) täglich dort.
Teure Mensa Angebote sind damit für viele schlicht nicht leistbar. Entsprechend kritisch fällt die Bewertung der Mensen aus. Im Durchschnitt bewerteten die teilnehmenden Studierenden die Mensa an ihrem Standort mit nur 5 von 10 Punkten, was auf erhebliche Probleme bei Preis-Leistungs-Verhältnis und Attraktivität hinweist. „Mensen dürfen kein Luxus sein“, betont Selina Wienerroither vom ÖH-Vorsitzteam und ergänzt: „Mensen sind weit mehr als ein Ort zum Essen, sie sind zentrale Treffpunkte, Lernräume und sollen durch ein leistbares Angebot ein Stück soziale Absicherung im Studienalltag schaffen. Wenn Studierende sich ein Mittagessen nicht leisten können, wird Teilhabe am Hochschulleben für viele zur Frage des Geldbeutels.
” An diese soziale Verantwortung knüpft Viktoria Kudrna an und erweitert den Blick um ökologische Aspekte: „Leistbare Mensen sind auch eine Frage von Nachhaltigkeit: Nur so können regionale, saisonale und klimafreundliche Angebote für alle zugänglich sein – ohne dass Studierende aus Kostengründen auf ungesunde Alternativen ausweichen müssen.
“ Die Umfrage zeigt klar, dass strukturelle Lösungen dringend notwendig sind, erklärt Umut Ovat: „Wir brauchen ein gut finanziertes, flächendeckendes Mensasystem, das für alle Studierenden leistbar ist. Nur so können alle regelmäßig ein warmes Mittagessen bekommen, ohne dass der Preis zum Hindernis wird
.“
Die Ergebnisse bestätigen die Forderungen der ÖH nach einem flächendeckenden und öffentlich finanzierten Mensasystem mit dauerhaft leistbaren Preisen von maximal 3 Ꞓ für ein Mittagessen, guter Qualität sowie echter Mitbestimmung von Studierenden und Beschäftigten. Leistbare Mensen sind keine Zusatzleistung, sondern eine Grundvoraussetzung für soziale Teilhabe und Chancengerechtigkeit an Hochschulen.
An der Umfrage nahmen 306 Studierende teil. Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ für die Gesamtzahl der Studierenden in Österreich.
Link zu den Umfrage Ergebnissen: https://www.oeh.ac.at/wp-content/uploads/2026/02/ergebnisse_auswertung.docx.pdf
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