Zum Holocaust-Gedenktag: Neue „kreuz & quer“-Dokumentation gibt Einblick in „Das Tagebuch des Abbé Stock“

Im Rahmen des ORF-Programmschwerpunkts zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust am 27. Jänner (Details unter presse.ORF.at) gibt die neue „kreuz & quer“-Dokumentation „Das Tagebuch des Abbé Stock“ am Dienstag, dem 27. Jänner 2026, um 23.00 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON Einblicke in „Das Tagebuch des Abbé Stock“: Im Mittelpunkt steht der deutsche Priester Franz Stock, der während des Zweiten Weltkriegs als Kriegspfarrer in Paris lebte und trotz des Verbots Tagebuch führte, in dem er auch über Prozesse und Hinrichtungen durch die Besatzung der Nazis schrieb. Damit befasst sich die Doku auch mit der NS-Geschichte Frankreichs und dem lokalen Widerstand.
Auf das anschließende Dacapo von „kreuz & quer nah dran: Erinnern und Gedenken ohne Zeitzeugen“ (23.55 Uhr) folgt das von Regisseur und Drehbuchautor Stefan Ruzowitzky inszenierte und 2008 Oscar-prämierte österreichische NS-Drama „Die Fälscher“ (0.20 Uhr) rund um die NS-„Operation Bernhard“, eine der größten Geldfälschungsaktionen der Geschichte – mit u. a. Karl Markovics und August Diehl.

kreuz & quer: „Das Tagebuch des Abbé Stock“

Der deutsche Priester Franz Stock lebte während des Zweiten Weltkrieg als Kriegspfarrer in Paris. Trotz des Verbots führte er Tagebuch und gab darin auch Auskunft über Prozesse und Hinrichtungen durch die Besatzung der Nazis. Die Dokumentation von Linn Sackarnd und Hermann Pölking gibt spannende Einblicke in die Geschichte Frankreichs zur Zeit des Nationalsozialismus und den Widerstand in Frankreich. Wie konnte Pfarrer Franz Stock als Kriegspfarrer der Wehrmacht und Gegner des Nazi-Regimes überleben?

Im Jänner 1942 beginnt der deutsche katholische Priester Franz Stock im besetzten Paris ein „Tagebuch der Erschossenen“. Bis August 1944 wird er darin insgesamt 863 Erschießungen notieren und kommentieren, deren Zeuge er geworden ist. Den Hingerichteten hat Franz Stock seelischen Beistand und letztes Geleit gegeben. Die Wehrmacht hatte ihn als Seelsorger derjenigen bestimmt, die die Besatzer in den Pariser Gefängnissen inhaftiert und dem Tode geweiht haben: Widerstandskämpfer, Geiseln, Spione. Für einige Wenige wird Franz Stock zum Lebensretter. Den zum Tode Verurteilten gibt er das zurück, was ihnen als Erstes genommen wurde: ihre Würde.

Franz Stocks „Tagebuch der Erschossenen“ aus Paris steht in einer Reihe mit den Aufzeichnungen von Anne Frank aus Amsterdam und Adam Czerniaków aus dem Warschauer Ghetto. Es ist eine dokumentarische Anklage der Barbarei der Nazis und zugleich ein historisches Zeugnis mit überzeitlicher Bedeutung, das an die Kriege und Besatzerherrschaften von Heute denken lässt.

„Abbé“ Stock, ein katholischer deutscher Priester im besetzten Paris, wurde durch sein Wirken und seine Menschlichkeit in Frankreich nach dem Krieg als Held verehrt. Er war ein Wegbereiter der Versöhnung zwischen Deutschen und Franzosen. Der Vorplatz, der zum Mémorial de la France combattante auf dem Mont-Valérien führt, ist nach ihm benannt.

„kreuz & quer nah dran: „Erinnern und Gedenken ohne Zeitzeugen“

Wie werden wir uns erinnern, wenn es keine Zeitzeuginnen und Zeitzeugen mehr gibt? Wie kann ein lebendiges Erinnern stattfinden, wie kann die Geschichte wachgehalten werden ohne jene Stimmen, die sie selbst erlebt haben? Dieser Frage gehen Karoline Thaler und Mariella Kogler nach. Sie tauchen dafür ein in die Lebensgeschichte von Harry Merl, Holocaust-Überlebender, Psychiater und Psychotherapeut. Er gilt als Vater der Familientherapie in Österreich. Sein Sohn und sein Enkelsohn gehen in Schulen und bringen so jungen Menschen das nahe, was Harry selbst nicht mehr erzählen kann.

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