Unternehmensansiedlung als Schlüssel zum Erfolg: Österreichs Dienstleister im Ausland

Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) und Statistik Austria präsentieren erstmals detaillierte Daten zu den Modes of Supply. Wie Dienstleistungen an Konsument:innen im Ausland erbracht werden, ist wirtschaftspolitisch relevant. OeNB-Vize-Gouverneurin Edeltraud Stiftinger unterstreicht: „Mit unserem neuen Statistikangebot steht österreichischen Unternehmen und Wirtschaftsvertreter:innen eine wichtige Informationsquelle über Handelsentwicklungen zur Verfügung, die für den internationalen Dienstleistungshandel mit unterschiedlichen Marktzugangsbestimmungen und Handelsbeschränkungen von zentraler Bedeutung ist.“

Dienstleistungen können in unterschiedlicher Weise an das Ausland erbracht werden. Das Allgemeine Übereinkommen über den Handel mit Dienstleistungen (General Agreement on Trade in Services – GATS) unterscheidet dabei vier Arten (Modes of Supply):

  • Mode 1: grenzüberschreitend

  • Mode 2: im Land der Produzent:innen

  • Mode 3: durch Unternehmensansiedlung im Ausland

  • Mode 4: im Land der Konsument:innen

Regina Fuchs, Direktorin der OeNB-Hauptabteilung Statistik, erläutert: „Die wichtigste Erbringungsart für österreichische Unternehmen stellt mit einem Anteil von 50 % und einem Volumen von 95,3 Mrd EUR die Unternehmensansiedlung im Ausland (Mode 3) dar. Auf diesem Weg werden sowohl innerhalb als auch außerhalb des EU-Binnenmarkts ausländische Kund:innen überwiegend erreicht. Das gilt vorrangig für Bauleistungen, persönliche Dienstleistungen und das Versicherungs- und Finanzwesen.“

Die Versorgung ausländischer Kund:innen innerhalb Österreichs (Mode 2) ist vor allem durch den Tourismus relevant. Dass ein Unternehmen Mitarbeiter:innen ins Ausland entsendet (Mode 4), ist bislang von untergeordneter Bedeutung. Der grenzüberschreitende Handel (Mode 1), bei dem weder Anbieter:in noch Konsument:in ins jeweilige Land der Handelspartner:in reisen müssen, wird durch die zunehmenden Möglichkeiten, Dienstleistungen digital auszutauschen, unterstützt. Im österreichischen Export ist der Mode 1, nach der Unternehmensansiedlung im Ausland, mit 61 Mrd EUR die zweit wichtigste Versorgungsart.

Insgesamt erwirtschaftete Österreich 2023 – dem ersten Jahr, für das Informationen für alle vier Modes vorliegen – per Saldo 5,4 Mrd EUR aus dem internationalen Dienstleistungshandel. Vor allem das Bauwesen, der Bankensektor und der Tourismus haben dazu beigetragen. Getrennt nach Regionen stammt der Leistungsüberschuss aus der EU, während ein Defizit gegenüber Drittstaaten besteht. Im Mode 1 verzeichnet Österreich mit –9,5 Mrd EUR bislang ein Defizit, das aber durch die übrigen Versorgungsarten – vor allem die unternehmerische Präsenz – kompensiert wird.

Daten und Analysen sind auf den Websites von OeNB und Statistik Austria unter folgenden Links zu finden:

Datenangebot der OeNB: https://www.oenb.at/Statistik/Standardisierte-Tabellen/auszenwirtschaft/dienstleistungen.html

OeNB-Report 2026/1: Wie erbringt Österreichs Wirtschaft Dienstleistungen an das Ausland?

Datenangebot der Statistik Austria: https://www.statistik.at/statistiken/internationaler-handel/internationaler-dienstleistungsverkehr/itss-nach-erbringungsarten-mos

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