Biomassestrategie in Begutachtung

Unter dem Motto „Closing the gap & Keeping on track“ findet vom 21. bis 23. Jänner die 8. Mitteleuropäische Biomassekonferenz in Graz statt. Die Veranstaltung ist mit 1.500 Tagesteilnahmen das bedeutendste europäische Bioenergie-Event und versammelt TeilnehmerInnen aus 40 Nationen und allen Kontinenten. Die Konferenz verbindet Politik, Forschung und Praxis. Sie fasst alle drei Jahre den Stand des Wissens zum Thema Bioenergie zusammen und stellt die Weichen für die kommenden Jahre.

An Biomasse kommt man nicht vorbei

„Wer Klimaschutz, Versorgungssicherheit und heimische Wertschöpfung ernst nimmt, kommt an Biomasse als wichtigen Bestandteil der Energiezukunft nicht vorbei. Aktive Waldbewirtschaftung, der Ausbau der Bioenergie und der Abbau unnötiger Bürokratie stärken unsere Betriebe und schaffen verlässliche Rahmenbedingungen für eine saubere, leistbare und unabhängige Energieversorgung. Durch die Nutzung von Biomasse fördern wir grünes Wachstum, generieren regionale Wertschöpfung und stärken den ländlichen Raum. Gleichzeitig leisten wir einen wesentlichen Beitrag zur Reduktion von Treibhausgasemissionen und zum Klimaschutz. Biomasse verbindet ökologische Verantwortung mit wirtschaftlicher Stärke und ist damit ein zentraler Baustein einer nachhaltigen Energiepolitik“, erklärt Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft, Norbert Totschnig.

Für Industrie sind Biogas und Biomethan unverzichtbar

„Energiepolitik ist heute Standort- und Sicherheitspolitik. Bioenergie hat für Österreich deshalb eine besondere Bedeutung, weil es hier ganz konkret um Wettbewerbsfähigkeit und Versorgungssicherheit geht. Gerade für die Industrie sind Biogas und Biomethan dort unverzichtbar, wo Elektrifizierung an Grenzen stößt. Wir schaffen dafür konkrete Rahmenbedingungen: Das Erneuerbare-Gase-Gesetz ist als energiepolitischer Leuchtturm verankert und wird zeitnah in Begutachtung geschickt. Zusätzlich haben wir bereits 20 Millionen Euro für Biomethanprojekte auf den Weg gebracht. Mit der kommenden EAG-Novelle sorgen wir dafür, dass Fördermittel effizient wirken und pro Fördereuro mehr Energie ins System kommt: technologieoffen, standortorientiert und im klaren Interesse des Wirtschaftsstandorts Österreich“, so Elisabeth Zehetner, Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus im Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus.

Biomasse als Standortfaktor

„Biomasse ist für uns in der Steiermark der wichtigste erneuerbare Energieträger und macht rund 65 Prozent aller Erneuerbaren aus. Als waldreichstes Bundesland setzen wir auf die nachhaltige Bewirtschaftung unserer Wälder. Durch den Klimawandel und die Naturverjüngung rechnen wir auch in den nächsten Jahren mit einem erhöhten Aufkommen von Energieholz und damit mit einem enormen Wachstumspotenzial in der Biomasse. Das sorgt für eine stabilere, günstigere und unabhängigere Energieversorgung und hilft uns bei der Erreichung unserer ambitionierten Klimaziele. Gerade im Bereich Biomasse ist die Steiermark ein echtes Innovationsland. Daher fördern wir ab dem 1. Februar wieder den Tausch in die Jahre gekommener nachhaltiger Heizungen hin zu modernen, effizienten Erneuerbaren. Gemeinsam mit der Bundesförderung haben wir damit ein umfassendes Angebot für den Heizungstausch, mit dem wir Vorreiter bei der Energiewende werden wollen und die heimische Wirtschaft, Wertschöpfung und Arbeitsplätze fördern. Die Mitteleuropäische Biomassekonferenz ist ein wichtiger Ort des Austauschs dieser Zukunftsbranche und gibt Einblicke in die dynamischen Innovationen in ganz Europa. Als steirische Agrar- und Energielandesrätin bin ich stolz, dass unser Bundesland als Austragungsort gewählt wurde und freue mich auf einen anregenden Austausch“, sagt die steirische Agrar- und Energielandesrätin Simone Schmiedtbauer.

Lösungen von morgen erarbeiten

Laut Abschätzungen der Internationalen Energieagentur soll Bioenergie weltweit ein Fünftel der in 2050 benötigten Energie bereitstellen, muss dazu aber signifikant wachsen. Die Produktion und der Einsatz von Bioenergie erlauben es Ländern und Regionen, ihre Importabhängigkeit von fossilen Rohstoffen zu reduzieren und dadurch resilienter zu sein. Gleichzeitig wird regionale Wertschöpfung durch den Anbau der Biomasse generiert und der Übergang zu einem nachhaltigen Energiesystem unterstützt. „Bioenergie hat sich in Europa als wichtigste erneuerbare Energiequelle etabliert. Um die Klimaziele zu erreichen, sind jedoch weitere Anstrengungen nötig: Im Bereich Bioenergie müssen marktreife Lösungen weiter ausgerollt werden, während gleichzeitig Forschung und Entwicklung in aufkommende Technologien die Lösungen von morgen erarbeiten. Die Mitteleuropäische Biomassekonferenz ermöglicht den Austausch von Forschungs- und Entwicklungsergebnissen sowie von Erfahrungen aus der Praxis und treibt dadurch die Entwicklung des Bioenergiesektors voran“, schildert Dina Bacovsky, Scientific Advisor Biofuels vom COMET-Zentrum BEST – Bioenergy and Sustainable Technologies GmbH und Vorsitzende des wissenschaftlichen Komitees der CEBC2026.

Mehr Bewusstseinsarbeit nötig

Mit mehr als 600 regionalen Biomasseheizwerken und 40 Biomasse-KWK-Anlagen, bestens ausgebildeten Land- und Forstwirten und einer international führenden Holzindustrie ist die Steiermark weltweit eine Leitregion für die Bioökonomie. In der Steiermark hat man sehr früh erkannt, dass eine gute Waldausstattung enorme Vorteile für die regionale Wirtschaft bringt. Der erneuerbare Rohstoff Holz wird entlang der gesamten Wertschöpfungskette effizient genutzt – und sichert in der Steiermark mehr als 70.000 Arbeitsplätze. Davon profitiert besonders der ländliche Raum. „Für die Zukunft ist es entscheidend, dass Politik versteht, wie regionale Nachhaltigkeit funktioniert“, erklärt Andreas Steinegger, Präsident der Landwirtschaftskammer Steiermark. „Wo dieses Verständnis vorhanden ist, entwickeln sich viele Dinge fast von selbst. In Regionen mit nachhaltiger Waldbewirtschaftung sind diese Zusammenhänge klar, doch nicht überall wird das gleich gesehen. Hier braucht es künftig noch mehr Bewusstseinsarbeit und passende Rahmenbedingungen.“

Neue Biomassestrategie: Regrowth

Der Österreichische Biomasse-Verband hat gemeinsam mit Partnern aus Forschung und Praxis, basierend auf den Ergebnissen der Konferenz 2023 sowie den aktuellen energie-, wirtschafts- und sicherheitspolitischen Entwicklungen eine umfangreiche Biomassestrategie erarbeitet. „Mit dem heutigen Tag können wir ein umfassendes neues Konzept vorlegen, wie Österreich seine Energie- und Klimaziele ohne Verzicht, mit leistbaren Energiepreisen und hoher Versorgungssicherheit bei Lebensmitteln, Rohstoffen und Energie erreichen kann. Dies spiegelt sich wider in steigenden Budgeteinnahmen, höherer Kaufkraft der Haushalte und stark reduzierten Klimaschutzkosten – etwa für Strafzahlungen oder Negativemissionen“, so Franz Titschenbacher, Präsident des Österreichischen Biomasse-Verbandes. „Wir stellen das neue Regrowth-Konzept nun auf den Prüfstand und schicken es in eine breite Begutachtung. Gleichzeitig laden wir herzlich dazu ein, sich an der Weiterentwicklung des Konzepts zu beteiligen.“ Die Langversion der Biomassestrategie in der aktuellen Fassung, Details zum Begutachtungsprozess sowie die zusammenfassende Präsentation des darauf basierenden Regrowth-Konzepts können unter biomassestrategie@biomasseverband.at angefordert werden.

Erste Bilder finden Sie hier:

https://www.biomasseverband.at/biomassestrategie-in-begutachtung/

Auf der Website www.cebc.at sind weitere Informationen und demnächst auch Bilder von der Veranstaltung ersichtlich.

Der Tagungsband ist hier ersichtlich:

https://www.biomasseverband.at/wp-content/uploads/CEBC2026_Tagungsband_online.pdf

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