„Für Unternehmen stehen 500 Millionen Euro bereit, um Investitionen besonders jetzt attraktiv zu machen. Mit den vorteilhaften Finanzierungskonditionen geben wir einen starken Impuls, in die Zukunft unseres Standorts und insbesondere Schlüsseltechnologien zu investieren. Nachdem wir die Phase der Rezession verlassen haben, ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt, um zu investieren. Jede Investition stärkt Innovation, schafft neue Perspektiven und bringt uns dem nächsten Wachstumsschub ein entscheidendes Stück näher. Ich hoffe, dass viele Unternehmen diese Chance nutzen, damit wir den Aufschwung des Wirtschaftsstandorts in diesem Jahr gemeinsam schaffen“, so Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer.
Mit dem heutigen Beschluss des ERP (European Recovery Program) – Jahresprogramms für das Jahr 2026 stehen erneut Finanzierungsmittel in der Höhe von 500 Millionen Euro in Form zinsgünstiger Kredite zur Verfügung. Diese können auf Basis der seit 01. Jänner gültigen flexibilisierten ERP-Richtlinie vergeben werden. Die inhaltlichen Schwerpunkte des Programms liegen auf der Stärkung eines nachhaltigen und stabilen Wirtschaftswachstums, der Sicherung des Wirtschaftsstandorts im internationalen Wettbewerb, der Förderung sauberer Technologien sowie auf Investitionen in Digitalisierung und insbesondere Schlüsseltechnologien.
Die aws erp Kredite bieten Unternehmen liquiditätsstärkende Finanzierungslösungen durch zinsbegünstigte Darlehen mit Fixzinssätzen, flexibel ausgestaltbaren Laufzeiten und tilgungsfreien Perioden. Die operative Abwicklung der Kreditvergabe erfolgt durch die Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws).
Die Zinsen für die erp-Finanzierungen sind im Laufe des vergangenen Jahres erneut – um insgesamt 0,25 Prozentpunkte – gesunken. Die Zinssätze betragen nun 2 Prozent bzw. für Gründende 1,875 Prozent.
Zinsgünstige Mittel für Gründung, Modernisierung, Innovation, Wachstum und Grüne Transformation
Gefördert werden Gründungen, Modernisierungen, Innovationen, Wachstumsprojekte und entsprechend der wirtschaftspolitischen Zielsetzung die Grüne Transformation von Unternehmen mit Sitz oder Betriebsstätte in Österreich. Voraussetzung ist die Tätigkeit in einem förderfähigen Sektor – etwa in der industriellen oder gewerblichen Produktion, Forschung und Entwicklung, im Dienstleistungsbereich, in der Tourismus- und Freizeitwirtschaft, im Verkehrssektor, im landwirtschaftlichen Verarbeitungsbereich oder im Handel.
2025 hat der ERP-Fonds 873 Projekte mit einem Kreditvolumen von zusammen 465,2 Millionen Euro finanziert und Investitionen von über 945 Millionen Euro ermöglicht. Davon gingen 96,5 Prozent der Zusagen an KMU und 3,5 Prozent an große Unternehmen.
Das gesamte Kreditvolumen teilt sich dabei auf folgende Sektoren auf:
1. Dienstleistungen – 45,7 Prozent
2. Industrie und Gewerbe – 34,7 Prozent
3. Tourismus – 11,9 Prozent
4. Land- und Forstwirtschaft – 7,7 Prozent
44,07 Prozent der Zusagen entfielen auf Oberösterreich.
Neue ERP-Richtlinie 2026: Mehr Flexibilität, höhere Kreditobergrenzen und Fokus auf Schlüsseltechnologien
Auf Basis der bereits seit 1. Jänner gültigen adaptieren ERP-Richtlinie setzt die Bundesregierung zusätzliche Impulse für Investitionen. Die Kreditobergrenze wird von 30 auf 37,5 Millionen Euro angehoben, um auch größere Vorhaben in den Bereichen Innovation, Digitalisierung, Nachhaltigkeit sowie Schlüsseltechnologien unabhängig von der Branche zu ermöglichen. Zudem wird die Unterstützung der digitalen und grünen Transformation – durch die Aufnahme des Clean Industrial State Aid Framework (CISAF) als zusätzliche EU-beihilfenrechtliche Grundlage – verstärkt. Hierfür ist eine Notifizierung bei der Europäischen Kommission noch erforderlich.
Nach Investitionszurückhaltung in der Vergangenheit können damit Unternehmen Investitionspotentiale unter größtmöglicher Ausschöpfung der EU-beihilfenrechtlichen und innerstaatlichen Möglichkeiten etwa auch in Harmonisierung mit aws-Garantien besser ausschöpfen.
„Mit dem ERP-Jahresprogramm 2026 stellen wir 500 Millionen Euro an zinsgünstigen Krediten bereit, damit Unternehmerinnen und Unternehmer gerade jetzt investieren können. Im Jahresprogramm sind die Schlüsseltechnologien unserer Industriestrategie als Fokus verankert. Damit wird mit dem ERP-Fonds ein erstes Förderinstrument auf die Schlüsseltechnologien der Industriestrategie ausgerichtet.“ so Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer
Beispiel (fiktiv):
Ein Maschinenbauunternehmen, ein KMU mit 120 Mitarbeitenden, das im Bereich von Maschinen für die Holzverarbeitung tätig ist, investiert in die Modernisierung des Maschinenparks, die Digitalisierung der Produktionsabläufe und eine Erhöhung der Energieeffizienz. Es werden neue, automatische Fertigungsanlagen und eine integrierte Steuerung angeschafft. Das Investitionsvolumen beträgt 2,2 Millionen Euro. Rund 80 Prozent der Investition soll mit einem aws erp-Kredit finanziert werden.
Finanzierung:
– aws erp-Kredit 1,76 Millionen Euro mit einem tilgungsfreien Jahr und Rückzahlung innerhalb von 8 Jahren
– Fixzinssatz über die gesamte Laufzeit 2 Prozent
– Zuschüsse von aws Wachstumsinvestition und dem Bundesland 200.000 Euro, Eigenmittel 240.000 Euro
Der aws erp-Kredit hilft die Finanzierungskosten zu senken: In diesem Beispiel spart das Unternehmen über die ganze Kreditlaufzeit rund 200.000 Euro an Finanzierungskosten gegenüber einer reinen Bankfinanzierung!
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