Neue Details in der Causa Ruck: UNOS fordern strengere Compliance-Regeln für die Wirtschaftskammer

Eine Woche nach der Kritik von UNOS an personellen Verflechtungen rund um den Wiener Wirtschaftskammerpräsidenten Walter Ruck sorgt ein weiteres Detail für Aufsehen: Mehrere Preiseinträge im Zusammenhang mit Rucks Lebensgefährtin wurden laut Medienberichten nachträglich von offiziellen Plattformen entfernt. Konkret hatte sie zuvor zwei WKO-Auszeichnungen erhalten und in weiterer Folge auch einen WKO-Sonderpreis. Rechtlich ist daran nichts zu beanstanden – politisch und institutionell wirft der Vorgang jedoch ein problematisches Licht auf die internen Standards der Kammer.

Für UNOS – Unternehmerisches Österreich ist das ein weiteres alarmierendes Signal und bestätigt den dringenden Reformbedarf innerhalb der Wirtschaftskammer: „Es geht hier nicht um strafrechtliche Vorwürfe. Aber wenn Auszeichnungen aus dem eigenen System vergeben und nachträglich stillschweigend gelöscht werden, wirft das berechtigte Fragen nach Transparenz und internen Kontrollmechanismen auf. Gerade Organisationen, die sich aus Pflichtbeiträgen finanzieren, müssen sensibler mit Näheverhältnissen und Außenwirkung umgehen“, stellt UNOS Bundessprecher Michael Bernhard klar.

Für UNOS reiht sich der aktuelle Fall in eine Serie von Vorgängen ein, die strukturelle Defizite offenlegen. Besonders brisant ist dabei der Blick auf die jüngste Vergangenheit: Während Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer ohne bekannt gewordene persönliche Verflechtungen zurückgetreten ist, wird nun deutlich, wie unzureichend die Compliance-Strukturen der Kammer ausgestaltet sind. „Das zeigt: Es handelt sich nicht um einzelne Ausrutscher, sondern es fehlen grundlegende und verbindliche Spielregeln“, warnt Bernhard.

Die Wirtschaftskammer müsse endlich jene Maßstäbe erfüllen, die sie selbst von Unternehmen einfordert. „Die Kammer sollte Vorbild für gute Governance, Transparenz und saubere Entscheidungsprozesse sein – nicht ein abschreckendes Beispiel“, unterstreicht Bernhard.

UNOS kündigen daher an, in der Wirtschaftskammer-Reformgruppe konkrete Vorschläge für strengere Compliance-Regeln einzubringen. Ziel sei ein verbindlicher Rahmen für Funktionen, Auszeichnungen, Postenvergaben und den Umgang mit potenziellen Interessenskonflikten. „Wir brauchen nachvollziehbare Prozesse, klare Zuständigkeiten und echte Kontrolle. Nur so kann die Kammer verlorenes Vertrauen zurückgewinnen“, fordert Bernhard abschließend.

Daher stellen UNOS heute eine Anfrage an Walter Ruck und an die WKO zu den jüngsten Vorgängen, um eine umfangreiche Aufklärung zu verlangen und den Bedarf einer modernen Compliance zu bestärken.

UNOS – Unternehmerisches Österreich vertreten seit 2014 die Interessen liberal denkender Unternehmerinnen und Unternehmer und sind in acht Wirtschaftsparlamenten präsent.

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