Hochseeabkommen tritt in Kraft: WWF sieht „historische Chance” für den Meeresschutz

Anlässlich des Inkrafttretens des internationalen Abkommens zum Schutz der hohen See am Samstag, dem 17. Jänner 2026, sieht der WWF Österreich eine “historische Chance” für den weltweiten Meeresschutz. Der Vertrag regelt erstmals den Schutz und die Bewirtschaftung von rund zwei Dritteln der globalen Meeresfläche das entspricht etwa die Hälfte der gesamten Erdoberfläche. „Verschmutzung, Überfischung und der Klimawandel haben den Zustand unserer Meere dramatisch verschlechtert. Die neuen Regeln zu ihrem Schutz geben Hoffnung auf eine Trendwende – für den Erhalt der wichtigen Ökosysteme und damit auch unserer Lebensgrundlagen”, sagt Georg Scattolin, Meeresexperte beim WWF Österreich. 145 Länder haben den Vertrag bereits unterzeichnet, darunter auch Österreich. Der WWF appelliert, dass sich weitere Staaten dem Abkommen anschließen und fordert eine lückenlose Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen.

Schutzgebiets-Netzwerk als „Blaue Korridore” für wandernde Arten
Der Hochseevertrag sieht unter anderem die Ausweisung besonders sensibler Schutzgebiete vor. Diese sollen zu einem Netzwerk verbunden werden, damit „Blaue Korridore” entstehen – sichere Routen für weit wandernde Meerestiere wie Delfine, Haie, Meeresschildkröten und Wale. Diese Wanderrouten sind nicht nur für die Arten selbst essenziell, sondern auch für das ökologische Gleichgewicht der Meere – und damit für die Gesundheit des gesamten Planeten. Der WWF sieht darin auch einen wesentlichen Schritt, um das globale Biodiversitäts-Ziel der Vereinten Nationen zur erreichen: 30 Prozent der Ozeane bis 2030 unter Schutz zu stellen. „Das ist längst überfällig. Derzeit ist nur rund ein Prozent der Hochsee geschützt. Gleichzeitig gilt ein Viertel der dort lebenden Arten als bedroht, weil der Ausbeutung und Verschmutzung bisher kaum Grenzen gesetzt wurden”, sagt Georg Scattolin vom WWF Österreich.

Konsequente Umsetzung und Zusammenarbeit entscheidend
Der Vertrag erhöht außerdem die globalen Anforderungen an Umweltverträglichkeitsprüfungen für geplante maritime Aktivitäten wie die Fischerei, Schifffahrt und Rohstoffgewinnung. Gleichzeitig soll er die Kooperation zwischen Staaten und über 20 internationalen Organisationen verbessern, die bisher oft nebeneinander statt miteinander agierten. „Die Auswirkungen von Überfischung, Schifffahrt, Verschmutzung, Klimakrise und neuen Bedrohungen wie dem Tiefseebergbau auf das Leben im Meer sind Probleme, die weder eine einzelne Nation noch eine sektorale Verwaltungsbehörde allein lösen kann. Es braucht effektive internationale Zusammenarbeit. Klar ist aber: Nur mit einer konsequenten Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen durch alle Beteiligten kann das Abkommen sein Ziel erreichen”, sagt Scattolin vom WWF Österreich.

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