Anlässlich des EU-Symposiums des Deutschen Forstwirtschaftsrates (DFWR), welches am 15. Jänner 2026 in Berlin stattfand, betonte der neu gewählte Vorsitzende der Kooperationsplattform Forst Holz Papier (FHP), Konrad Mylius, die zentrale Bedeutung der länderübergreifenden Zusammenarbeit in der europäischen Forst- und Holzwirtschaft. Das EU-Symposium fand zum Auftakt der Grünen Woche statt und brachte Spitzenvertreterinnen und -vertreter aus der europäischen Politik, den EU-Mitgliedstaaten, der Europäischen Kommission sowie aus der Holzindustrie und Wissenschaft zusammen.
In seinen Begrüßungsworten hob Mylius insbesondere die seit Jahren bewährte Kooperation zwischen Österreich und Deutschland hervor. Trotz personeller Veränderungen auf beiden Seiten bleibt die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen FHP und dem DFWR ein zentrales Anliegen. Angesichts zunehmender regulatorischer Anforderungen und zukünftiger gemeinsamer Herausforderungen sei ein koordiniertes Vorgehen des Holzsektors auf europäischer Ebene unerlässlich.
„Zusammenhalt ist in diesen Zeiten eine absolute Notwendigkeit. Gemeinsam gelingt es uns, mit einer Stimme zu sprechen und tragfähige Rahmenbedingungen für die Holzbranche, insbesondere auf europäischer Ebene einzufordern“
, so Mylius.
Kritisch äußerte sich Mylius zur zunehmenden Regulierung auf EU-Ebene. Regelwerke wie die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) seien ein deutliches Beispiel dafür, wie gut gemeinte politische Ziele ohne ausreichende Praxisnähe zu erheblichen Belastungen für nachhaltig wirtschaftende Betriebe führen können. Zugleich verwies er auf die jüngst beschlossenen Anpassungen zur EUDR als wichtigen Schritt in die richtige Richtung. Der beschlossene Aufschub der EUDR-Umsetzung um ein Jahr bringe notwendige Entlastungen und schaffe Planbarkeit für die Betriebe. Entscheidend sei nun eine praxistaugliche und leistbare Umsetzung.
In diesem Zusammenhang lobte Mylius ausdrücklich die konstruktive Zusammenarbeit der internationalen Verbände, insbesondere die enge deutsch-österreichische Kooperation zwischen FHP und dem DFWR – sowohl zur EUDR als auch zu weiteren forstlichen Themen.
Abschließend verwies Mylius auf kommende Herausforderungen für den Holzsektor und die europäischen Wälder – insbesondere durch den Klimawandel, geopolitische Entwicklungen sowie weitere europäische Vorhaben wie z.B. die Renewable Energy Directive (RED III) oder die Umsetzung der Renaturierungsverordnung. Umso wichtiger sei eine enge Abstimmung über Ländergrenzen hinweg. Die Forst- und Holzwirtschaft verfüge über enormes Know-how, nachhaltige Lösungen und funktionierende Wertschöpfungsketten, benötige dafür jedoch stabile, verlässliche und praxistaugliche politische Rahmenbedingungen.
Fakten zur Kooperationsplattform FORST HOLZ PAPIER
Die Kooperationsplattform Forst Holz Papier (FHP) ist ein europaweit einmaliger Zusammenschluss aller mit Holz tätigen Branchen in Österreich. Sie umfasst die Holzproduktion in der Forstwirtschaft, die Weiterverarbeitung in der Säge-, Platten- und Papierindustrie sowie den Holzbau und Holzhandel. Die Betriebe der Wertschöpfungskette Holz zählen weltweit zu den innovativsten und erfolgreichsten Vertretern ihrer Branchen. Rund 320.000 Menschen beziehen in über 172.000 Betrieben in Österreich ihr Einkommen aus dem Wert- und Werkstoff Holz. Die jährliche Bruttowertschöpfung beträgt rund 28 Mrd. Euro. Die Wertschöpfungskette Holz ist somit ein stabiler und verlässlicher Faktor für die österreichische Volkswirtschaft.
FHP wurde 2005 gegründet, um die Forst- und Holzbranche zu vernetzen, die Produktion und Verwendung von Holz zu sichern und die Schnittstellen zwischen den Marktpartnern klar zu definieren.
Weitere Informationen finden Sie unter www.forstholzpapier.at
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