Die Naturfreunde Österreich bauen ihr Engagement für Inklusion im Berg- und Klettersport weiter aus: Mit der sehbehinderten Spitzenathletin Linda Le Bon fördern sie eine der international erfolgreichsten Paraclimberinnen.
Ambitionierter Kurs auf Los Angeles
Die Naturfreunde unterstützen die gebürtige Belgierin damit in ihrer Vorbereitung auf die Paralympics 2028 in Los Angeles. Hier feiert Paraclimbing sein Debüt als olympische Disziplin. Le Bon startet für Österreich in der Klasse B2 und setzt so ihren Erfolg im Behindertensport der letzten Jahre fort.
Ab 2020 startete sie für das belgische Para-Ski-Nationalteam, feierte mehrere Weltcupsiege und erreichte bei den Paralympics 2022 in Peking drei Top-7-Platzierungen. Nach einer Knieverletzung fokussierte sie sich auf das Paraklettern und ist seit 2023 im österreichischen Nationalteam. Seitdem erzielte sie vier Weltcupsiege und wurde 2025 in Seoul Vizeweltmeisterin.
„Unmöglich gibt es nicht“ – dieses Lebensmotto hat mich immer begleitet. Herausforderungen dürfen schwer sein, denn genau darin liegt ihr Reiz“, so Le Bon. „Das gilt ganz besonders für mein großes Ziel: die Paralympics 2028 in Los Angeles.“
Ihr Training absolviert Linda Le Bon am liebsten in der Kletterhalle Wien. Dortiger Chefroutensetzer Patrik Törnström ist als Le Bons Sightcoach maßgeblich an ihrem Erfolg beteiligt.
Teil der Inklusionsstrategie der Naturfreunde
Die Zusammenarbeit knüpft an bestehende Initiativen der Naturfreunde an: Mit dem von „Licht ins Dunkel“ geförderten Projekt „Kletterwand ohne Barrieren“ schaffen die Naturfreunde Steiermark seit Jahren gezielt Zugänge zum Klettersport für Menschen mit Behinderung.
„Linda Le Bon steht für Mut, Konsequenz sowie sportliche Spitzenleistung und zeigt eindrucksvoll, was inklusiver Alpin- und Klettersport leisten kann. Mit dieser Zusammenarbeit bekennen sich die Naturfreunde klar zu einem offenen, vielfältigen und leistungsorientierten Bergsport für alle“, so Naturfreunde-Präsident Andreas Schieder.
Vom Militär über den Himalaya bis nach Österreich
Le Bons Biografie ist außergewöhnlich. 1979 trat sie als eine der ersten Frauen in das belgische Heer ein und feierte dort internationale Erfolge in Leichtathletik, Langlauf, Fechten und Orientierungslauf. Parallel dazu war sie ambitionierte Alpinistin: 16 Besteigungen des Mont Blanc sowie mehrere Himalaya-Expeditionen, darunter der Aufstieg auf den Cho Oyu (8201m) ohne zusätzlichen Sauerstoff im Jahr 1992.
Ihrem Umzug nach Österreich 2010 folgte zwei Jahre später die Diagnose Makuladegeneration. Spitzensport blieb jedoch zentraler Bestandteil von Le Bons Leben. Ihren Erfolg will sie bei den Paralympics 2028 fortsetzen. Die Naturfreunde begleiten sie als Sponsor auf diesem Weg. Die Organisation fördert damit eine international erfolgreiche Sportlerin, die sportliche Exzellenz und gelebte Teilhabe eindrucksvoll verbindet.
„Mit der Unterstützung der Naturfreunde bin ich hoch motiviert, meine Grenzen kontinuierlich zu erweitern und Außergewöhnliches zu erreichen“, so Le Bon.
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