Die Inflation liegt in Österreich erstmals seit Juli 2025 wieder unter der Marke von 4,0 Prozent. „Entlastung bringt das für viele Menschen jedoch kaum. Vor allem Strom bleibt teuer, zudem steigen die Preise für Nahrungsmittel weiter spürbar an“, kritisiert ÖGB Bundesgeschäftsführerin Helene Schuberth.
Österreich weiterhin deutlich teurer als der EU-Durchschnitt
In Österreich war die Inflationsrate damit in den vergangenen Monaten deutlich höher als im Rest der Eurozone. In Deutschland ist die Inflation im Dezember sogar auf 1,8 Prozent gesunken.
Für viele Haushalte sind die monatlichen Ausgaben – insbesondere für Lebensmittel – mittlerweile zu einer schweren Belastung geworden.
ÖGB fordert entschlossenes Handeln gegen den Österreich-Aufschlag
Der ÖGB fordert daher entschlossenes politisches Handeln, so Schuberth: „Der sogenannte Österreich-Aufschlag muss endlich fallen. Ein generelles Verbot von Lieferbeschränkungen, um ungerechtfertigte Preisaufschläge bereits im Vorfeld zu verhindern, muss rasch umgesetzt werden.“
Wirksame Preiskontrolle statt bloßer Beobachtung
Zudem braucht es eine laufende und wirksame Kontrolle der Preisentwicklung, vor allem im Lebensmittelbereich, wo die Teuerung deutlich stärker ausfällt als in anderen Bereichen. Eine Anti-Teuerungskommission muss so eingerichtet werden, dass sie Preisentwicklungen nicht nur beobachtet, sondern bei ungerechtfertigten Preissteigerungen auch konsequent handeln und Sanktionen verhängen kann. „Außerdem sollte eine Preisdatenbank, mit der die Preisentwicklung entlang der gesamten Wertschöpfungskette transparent nachvollzogen werden kann, endlich eingesetzt werden“, betont Schuberth.
Positiv ist, dass die Bundesregierung mit der Mietpreisbremse und der Senkung von Energieabgaben wichtige Schritte zur Dämpfung der Teuerung gesetzt hat.
Preisdeckel als Schutz vor neuen Energiepreisexplosionen
Der ÖGB drängt jedoch zusätzlich auf die Einführung eines wirksamen Energiekrisenmechanismus: „Haushalte müssen effektiv vor Preisexplosionen geschützt werden. Es braucht einen gesetzlich verankerten Mechanismus für einen Preisdeckel, um extreme Preisschwankungen bei Strom und Energie wirksam einzudämmen“, so Schuberth abschließend.
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