Die Grippewelle hat Österreich bereits deutlich erreicht. In der kalten Jahreszeit verbreiten sich Grippe- und andere Erkältungsviren besonders leicht. Niedrige Temperaturen, trockene Luft und vermehrte Zusammenkünfte in Innenräumen begünstigen die Ausbreitung von Viren. Rund um die Feiertage steigt das Ansteckungsrisiko zusätzlich, da Familien und Freundeskreise aus unterschiedlichen Regionen und Lebensumfeldern zusammenkommen.
„Besonders ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen sind gefährdet und sollten jetzt vorsichtig sein“, warnt Naghme Kamaleyan-Schmied, Vizepräsidentin und Kurienobfrau der niedergelassenen Ärzte der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien. „Grippe, aber auch andere Erkältungsviren, RSV oder Covid-19, können schwere und langwierige Krankheitsverläufe verursachen.“
Neben Impfungen gegen Grippe und Covid-19 helfen einfache und bewährte Hygieneregeln, die Übertragung von Viren zu reduzieren. „Regelmäßiges Händewaschen, gründliches Lüften und das Vermeiden von Kontakten bei Krankheit senken das Ansteckungsrisiko deutlich“, erklärt Kamaleyan-Schmied. „Diese Maßnahmen sind leicht umzusetzen und schützen nicht nur einen selbst, sondern auch andere.“
Influenza-Test als Kassenleistung
Vor allem mit Hinblick auf eine Influenza-Infektion, der sogenannten ‚echte Grippe‘, gilt es vorsichtig zu sein. „Influenza ist eine schwere Erkrankung, die lebensbedrohlich verlaufen kann“, sagt Kamaleyan-Schmied. „Mit Tamiflu haben wir zum Glück ein hochwirksames Medikament, doch die Gabe gleicht einem Ratespiel, weil wir nicht testen können.“ Influenza-Tests sind für eine gesicherte Diagnose essentiell und werden deshalb von Ärztinnen und Ärzten dringend empfohlen. Dennoch sind sie in Österreich keine Kassenleistung, sondern müssen privat bezahlt werden. „Warum die Kasse die Notwendigkeit von Influenza-Schnelltests nicht anerkennt, ist mir ein Rätsel“, sagt Kamaleyan-Schmied. „Tamiflu wirkt am besten, wenn es innerhalb von 36 bis 48 Stunden nach Symptombeginn eingenommen wird. Eine rechtzeitige, gezielte Therapie kann schwere Verläufe verhindern, was insbesondere für ältere Menschen oder chronisch Kranke überlebenswichtig sein kann.“
Trotzdem gilt: Ein Medikament ist kein Ersatz für die Impfung. Während ein Medikament erst nach der Infektion die Symptome lindert oder den Krankheitsverlauf mildert, kann eine Impfung verhindern, dass die Krankheit überhaupt ausbricht.
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