Neues e-Learning Tool soll Bewusstsein für LGBTIQ* Gesundheit stärken

Ein neues e-Learning Tool des Gesundheitsministeriums soll das Bewusstsein für die Gesundheit von LGBTIQ* Personen stärken und Diskriminierungen entgegenwirken. Es richtet sich an Ärzt:innen, Pflegekräfte und andere Gesundheitsberufe. In insgesamt vier Modulen können sie sich über die sexuelle und geschlechtliche Vielfalt von LGBTIQ* Personen weiterbilden und vorhandenes Wissen vertiefen. Die kostenlose Schulungsanwendung sensibilisiert zudem für eine inklusive Kommunikation in der Betreuung von Patient:innen. “Diskriminierung macht krank. Auch in der Gesundheitsversorgung müssen die Bedürfnisse und Erfahrungen von LGBTIQ* Personen berücksichtigt werden“, betont Gesundheitsminister Johannes Rauch. “Mit unserem Tool wollen wir Bewusstsein schaffen und Diskriminierungen verhindern.“ *** 

Der LGBTIQ* Gesundheitsbericht (2022) zeigt, dass LGBTIQ* Personen aufgrund ihrer Geschlechtsidentität oder ihrer sexuellen Orientierung in vielen Lebensbereichen nach wie vor benachteiligt werden. Das hat unmittelbare Auswirkungen auf ihre Gesundheit: Nur 60 Prozent der Befragten empfinden ihren Gesundheitszustand als gut oder sehr gut (Gesamtbevölkerung 74 %). Mehr als die Hälfte der Befragten war zudem bereits von Diskriminierungen im Gesundheitssystem betroffen. Rund ein Drittel findet, dass ihre Ärzt:innen nicht gut über ihre Bedürfnisse informiert sind. 

Über ein neues e-Learning Tool des Gesundheitsministeriums haben Personen, die in Gesundheitsberufen beschäftigt sind, nun die Möglichkeit, sich zur Gesundheitsversorgung von LGBTIQ* Personen weiterzubilden und vorhandenes Wissen zu vertiefen. Es wurde von der Gesundheit Österreich GmbH entwickelt und nun veröffentlicht. 

Stärkeres Bewusstsein soll Diskriminierungen verhindern

Das e-Learning Tool vermittelt notwendiges Wissen über die Gesundheit von LGBTIQ* Personen und stärkt das Bewusstsein für ihre Bedürfnisse. Es soll dazu beitragen, eine bedarfsgerechte Versorgung zu gewährleisten und Diskriminierungen künftig zu verhindern. Die Anwendung besteht aus vier Modulen, die selbstständig absolviert werden können. Jedes Modul dauert rund 10 Minuten und enthält neben medizinischem Fachwissen auch lebensnahe Fallbeispiele. 

Die ersten beiden Module geben Einblicke in die sexuelle und geschlechtliche Vielfalt und den Gesundheitszustand von LGBTIQ* Personen. Welche gesellschaftlichen Normen Ungleichheiten im Gesundheitssystem fördern, wird ebenso thematisiert wie Erfahrungen, die LGBTIQ* Personen selbst erlebt haben. Zudem werden ihre Bedürfnisse praxisnah vermittelt und Faktoren definiert, die in ihrer Versorgung berücksichtigt werden sollen. 

Im dritten und vierten Modul werden Barrieren und Diskriminierungen aufgezeigt, mit denen LGBTIQ* Personen im Gesundheitswesen häufig konfrontiert sind. Sensibilisiert wird auch für die Lebensrealitäten von LGBTIQ* Personen. Es wird gezeigt, wie eine inklusive Kommunikation in der Betreuung der Patient:innen geschaffen wird – etwa durch die Verwendung der korrekten Pronomen oder einer inklusiven Ausgestaltung von Räumlichkeiten.

“Nach wie vor sind LGBTIQ* Personen in vielen Lebensbereichen mit Diskriminierungen konfrontiert. Leider immer wieder auch im Gesundheitswesen. Das hat unmittelbare Auswirkungen auf ihren Gesundheitszustand“, betont Gesundheitsminister Johannes Rauch. “Mit unserem Tool setzen wir nun einen wichtigen Schritt, um ihre Gesundheitsversorgung zu verbessern. Gesundheitsberufe erhalten wichtige Einblicke in die Lebensrealität ihrer Patient:innen und können vorhandenes Wissen vertiefen. Wir sensibilisieren dort, wo nach Einschätzung der Betroffenen Handlungsbedarf besteht. Ein stärkeres Bewusstsein im System trägt dazu bei, dass Diskriminierungen gar nicht erst entstehen.“ 

Das kostenlose e-Learning Tool ist für alle Interessierten unter www.gesundheit.gv.at abrufbar. 

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