Disoski/Neßler: Betroffene bei Schwangerschaftsverlusten bestmöglich unterstützen und Thema enttabuisieren

„Der Tod eines ungeborenen Kindes ist ein Verlust, der Frauen psychisch und physisch enorm belasten kann. In solchen schwierigen Zeiten ist es wichtig, dass sie die bestmögliche Unterstützung bekommen. Es war daher von großer Bedeutung, dass wir dieses Maßnahmenpaket zur Unterstützung von Frauen bei Fehl- und Totgeburten nun auf den Weg bringen konnten. Leider sind in Österreich Fehl- und Totgeburten noch immer tabuisiert. Mit dem Maßnahmenpaket können wir betroffenen Frauen nun die kompetente Hilfe zur Verfügung stellen, die es in dieser schwierigen Lebensphase braucht“, sagen Meri Disoski, Frauensprecherin und stellvertretende Klubobfrau der Grünen, und Barbara Neßler, Familiensprecherin der Grünen.

Das Paket sieht unter anderem vor, dass das Informationsmaterial zu Fehl- und Totgeburten erweitert wird und es für Ärzt:innen sowie Berater:innen Weiterbildungsangebote gibt. „Betroffene bekommen dadurch kompetente Hilfe. Klar ist aber auch: Das Paket kann nur ein erster Schritt sein. Es braucht weitere Maßnahmen, um Frauen nach einer Fehl- beziehungsweise Totgeburt bestmöglich zu unterstützen. Außerdem haben wir erfolgreich einen Antrag zur Ausweitung des Hebammenbeistandes im Nationalrat eingebracht. Dadurch erhalten Frauen, die ab der 18. Schwangerschaftswoche eine Fehlgeburt erleiden, Anspruch auf Hebammenbeistand. Damit ermöglichen wir, dass betroffene Frauen in diesen herausfordernden und schwierigen Zeiten Beratung, Betreuung und Pflege durch qualifizierte Hebammen bekommen“, betont Disoski.

Außerdem ist im Paket vorgesehen, dass eine Gruppe aus Expert:innen die Erweiterung der Definition von Totgeburt sowie die Ansprüche betroffener Frauen prüft: „Erkenntnisse der Arbeitsgruppe müssen dann Grundlage für weitere Schritte sein, denn die bestehende 500 Gramm Grenze mit unterschiedlichen Ansprüchen hinsichtlich Mutterschutz, Beschäftigungsverbot und Wochengeld ist nicht zielführend“, meint Neßler, für die es auch wichtig ist, das Thema Fehl- und Totgeburten zu enttabuisieren, und hält fest: „Jede dritte Frau ist laut Schätzungen davon betroffen. Wir sprechen aber viel zu wenig darüber.“

„Viele Frauen erleben nach einer Fehlgeburt wenig Rückhalt in ihrer Umgebung und fühlen sich in ihrem Schmerz nicht ernst genommen und alleine gelassen. Betroffene Frauen werden auch immer wieder mit als unangenehm empfunden Äußerungen konfrontiert. Auch hier setzen wir mit dem Maßnahmenpaket an, um hier verstärkte Bewusstseinsbildung zu schaffen“, hält Neßler fest. 

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